Wohlen
Zeitplan war zu optimistisch: Projektgruppe soll Sanierungsvorhaben prüfen

Die Sanierung des katholischen Pfarreizentrums Chappelehof in Wohlen muss auf den Prüfstand. Vorerst sollen jetzt vertiefte Abklärungen vorgenommen und erst 2017 ein Kreditantrag gestellt werden.

Jörg Baumann
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Die Sanierung des Pfarreizentrums Chappelehof soll gründlich überprüft werden.

Die Sanierung des Pfarreizentrums Chappelehof soll gründlich überprüft werden.

Jörg Baumann

Eine Projektgruppe soll das Gesamtpaket überprüfen, bevor es im November 2017 der Kirchgemeindeversammlung vorgelegt werden kann, teilte Kirchenpflegepräsident Josef Brunner an der Generalversammlung des Trägervereins St. Leonhard mit. Die Projektgruppe wird Brunner selber leiten.

Termin um ein Jahr hinausgeschoben

An der letzten Kirchgemeindeversammlung im Winter 2015 sei kommuniziert worden, dass sich die Kirchenpflege einen Beitrag von sieben Millionen Franken an die Chappelehof-Sanierung vorstellen könnte, sagte Vizeammann und Vereinspräsident Paul Huwiler. Der Vereinsvorstand habe den Businessplan für die Sanierung verfeinert und mit einer Planerfolgsrechnung ergänzt, «so, dass der Gang zu einem Finanzinstitut für eine Hypothek möglich wird.» Doch habe man den Zeitplan für die auf 14,8 Mio. Franken veranschlagte Sanierung zu optimistisch angesetzt, meinte Josef Brunner.

Ursprünglich wollte man die Vorlage der Kirchgemeinde schon in diesem Jahr unterbreiten. Jetzt werde der Termin um ein Jahr hinausgeschoben. Es wäre zu gewagt gewesen, vorschnell an die Kirchgemeinde zu gelangen. Die von der Aargauer Landeskirche professionell unterstützte Projektgruppe habe den Auftrag, das Bauvorhaben aus der Optik der Gemeindediakonie bis ins Jahr 2050 näher unter die Lupe zu nehmen, sagte Brunner.

Die Kegelbahn im Chappelehof gehöre heute wohl nicht mehr zum Auftrag der Kirchgemeinde. «Als der Chappelehof gebaut wurde, war diese sicher berechtigt, weil es weniger Möglichkeiten gab, die Freizeit zu verbringen.» Die Seniorenwohnungen und das Pfarreizentrum stelle man nicht infrage. Die Projektgruppe nimmt ihre Arbeit laut Brunner am 6. Juli auf. Auch die Kulturbeiz habe ihre Berechtigung, sagte Huwiler. Nur sollte man darauf achten, dass sie nicht quersubventioniert werde, sondern sich selbst tragen könne.

Ein Wunsch des Frauenvereins

Der pensionierte Oberrichter Werner Huber berichtete als Mitinitiant des Pfarreizentrums, wie es überhaupt dazu kam, dass im Chappelehof ein Restaurant eingebaut wurde. Der Gemeinnützige Frauenverein Wohlen habe damals die von ihm geführte alkoholfreie Gemeindestube aufgegeben und sei mit dem Anliegen an die Kirchgemeinde herangetreten, diese weiterzuführen. «Wir willigten ein, wollten ein kleines Restaurant einrichten und holten ein Alkoholpatent ein. Wir hatten alle Wohler Wirte gegen uns.»

Huber meinte, man dürfe jetzt, da die Kulturbeiz gut laufe, den Diakonieauftrag der Kirchgemeinde nicht zu eng fassen und die Beiz weiterführen. Auch der Laden im Chappelehof sei nur deshalb eingerichtet worden, weil der frühere Inhaber Meyer, ein Cigarren- und Schirmhändler, dies gewünscht habe, sagte Huber. Übrigens habe er der Arbeit für den Chappelehof seine juristische Doktorarbeit geopfert.

Jubiläum: D’Kulti wird 10ni

Die Kulturbeiz im Chappelehof gibt es bereits seit zehn Jahren Geschichte. Den grossen Geburtstag feiert die mit viel Herzblut geführte Beiz am Donnerstag, 18. August, ab 18 Uhr mit einem Apéro, Livebands und einem DJ – unter dem Motto «D’Kulti wird 10ni!».

Die Kulturbeiz sei auch im letzten Jahr erfreulich gut gelaufen, sagte Paul Huwiler, Präsident des Vereins St. Leonhard. Sie stehe zu Recht als eine der sechs interessantesten und innovativsten Kulturbeizen im Grossraum Bern-Solothurn-Aargau in einem vom Migros-Kulturprozent herausgegebenen Gastro-Führer. (BA)

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