Fussball

Zehn Spiele, neun Siege: Der FC Sins ist Nummer eins in der 3. Liga

Der 35-jährige Spielertrainer Samuel Lustenberger führte den FC Sins an die Spitze der Tabelle.

Der 35-jährige Spielertrainer Samuel Lustenberger führte den FC Sins an die Spitze der Tabelle.

Vom Oberfreiämter Fussballklub hört man selten, dabei steuerte der FC Sins vor dem Corona-Aus in Richtung Aufstiegsspiele.

Zehn Spiele, neun Siege, ein Torverhältnis von 43:11. Der FC Sins ist in der Innerschweiz die Nummer eins aller 36 Drittligisten. Am vergangenen Samstag wollte man mit einem Sieg gegen den zweiten Aargauer Vertreter beim Innerschweizer Fussballverband, dem FC Dietwil, die nahezu perfekte Vorrunde krönen. Gekommen ist es anders.

Drei Tage vor dem prestigeträchtigen Revierderby zog der Bund wegen Corona den Stecker. Das gleiche Coronaszenario erlebten die Sinser auch im Frühling. Auch damals führten sie die Tabelle an und waren auf dem Weg in die Aufstiegsspiele. Im Gegensatz zum Frühling hofft man nun, dass die Meisterschaft früher oder später fortgesetzt oder zumindest gewertet wird.

Spielertrainer als Glücksgriff

Der Baumeister dieses Erfolges ist Spielertrainer Samuel Lustenberger. Seit dieser Saison hat der 35-Jährige das Traineramt inne. Für den Luzerner mit Wurzeln im Freiamt ist der FC Sins keine unbekannte Adresse. Schon sein Vater Walter Lustenberger und später dessen Bruder Toni Lustenberger, beides gebürtige Benzenschwiler, standen bei den Südfreiämtern an der Linie. «Als mein Vater hier Trainer war, habe ich als 15-Jähriger manchmal mittrainiert. Für mich ist es, wie nach Hause zu kommen. Es ist, als sei die Zeit stehen geblieben. Viele Leute von dieser Zeit sind heute noch im Verein tätig», erzählt Lustenberger.

Für Sins ist der Spielertrainer ein Glücksgriff. Einerseits verstärkt er als Spieler mit einer ­Erfahrung von 23 Challenge-­League-Spielen sowie unzähligen 1.-Liga- und 2.-Liga-Einsätzen sein Team. Dazu kommt für den in der Karibik geborenen Spielmacher ein Länderspiel mit der Dominikanischen Nationalmannschaft. Anderseits brachte er von seiner vorherigen ­Trainerstation, dem FC Altdorf, zwei Führungsspieler mit. «Die Offensivkräfte Calderon Mavembo und Ali Mourad passen ideal zu uns. Beide haben schon in höheren Ligen gespielt. Mavembo sogar in der Super League. Sie sind nicht des Geldes wegen gekommen. Sie liessen sich von unserem Projekt überzeugen», erklärt der Trainer zufrieden.

«Ich plane in Sins längerfristig»

Das Projekt FC Sins war auch der Hauptgrund, warum Lustenberger im Freiamt unterschrieb. «Ich hatte Angebote von höheren Ligen. Hier habe ich aber gemerkt, dass etwas am Entstehen ist. Deshalb plane ich in Sins langfristig.» Das genannte Projekt beinhaltet, dass man sich kurzfristig für die Aufstiegsspiele qualifizieren will. Ob es schon für den Aufstieg reicht, wird sich zeigen. Längerfristig will man sich nach mehreren kurzen Abstechern definitiv in der 2. Liga etablieren.

Das Erreichen der Aufstiegsspiele in dieser Saison ist aber trotz der bestechenden Bilanz kein Selbstläufer. Denn mit dem FC Baar und den Reserven von Zug 94 sind weitere zwei Mannschaften im Rennen um die Ränge eins und zwei. Es kann gut sein, dass die direkten Duelle in der Rückrunde den Dreikampf entscheiden werden. Dazu sagt Lustenberger: «Eigentlich sind wir für diese Liga zu stark und hätten noch mehr Tore erzielen müssen. Die Konstellation mit dem FC Baar und Zug 94, die beide je drei Verlustpunkte hinter uns sind, zeigt aber auf, dass wir nicht nachlassen dürfen.»

Meistgesehen

Artboard 1