Das Strohmuseum Im Park in Wohlen ist um eine Attraktion reicher: Zaggli, eine Figur, die Meister Eders Pumuckl ein wenig ähnlich sieht, führt die Kinder auf einem Rundgang spielerisch durch das Museum. Am Sonntag ging Zaggli an einem Kinderfest erstmals an den Start.

Wohler Stiftung übernahm Kosten

Auf die grosszügige Unterstützung von Sponsoren durfte das Strohmuseum schon beim Aufbau zählen. Das ist bei der Einrichtung des Kinderrundgangs nicht anders: Die Theodor- und Bernhard-Dreifuss-Stiftung in Wohlen übernahm die Kosten von 45 000 Franken. «Uns ist dabei ein Stein vom Herzen gefallen. Denn wir haben uns die Kinderspur wirklich gewünscht. Sie ist ein wichtiger Pfeiler in unserem Angebot», bemerkte Jacques Isler, Präsident der Stiftung Freiämter Strohmuseum.

Schon 2010, als das Museumskonzept erst auf dem Papier bestand, sei für die Stiftung klar gewesen, dass das Strohmuseum alle Altersklassen ansprechen sollte, sagte der Stiftungsratspräsident. Auf dem Rundgang mit Zaggli lernten die Kinder etwas über die Strohindustrie, in der früher nicht wenige ihrer Vorfahren gearbeitet hätten, meinte Isler.

Für Isler geht die Bilanz auf: «Wir wollten das Strohmuseum immer als familienfreundliches Museum positionieren.» Hinter dem Kinderrundgang steckten viel Kopfarbeit, Liebe und Emotionen, meinte Isler, der in der Villa Isler, dem Standort des Strohmuseums, aufgewachsen ist. Seine Mutter Jacqueline Isler, die zusammen mit ihrem verstorbenen Ehemann J. Rudolf Isler das Museum stark förderte, befand sich am Eröffnungsfest unter den Gästen und verfolgte das Geschehen wie immer mit wachem Interesse.

Sieben Stationen eingerichtet

Die Historikerin Michelle Huwiler entwickelte als Mitarbeiterin der Museumsgestaltungsfirma imRaum in Baden den spannenden Kinderrundgang. In sieben, im Museum verteilten Möbeln stossen die Kinder auf die verschiedensten Stationen aus der Geschichte der Strohindustrie. Mit einem persönlichen Schlüssel können sie die Kästchen öffnen und finden darin ein sprechendes Porträt von einem Handelsvertreter, der französisch spricht, ein Getreiderätsel, ein Hörspiel und Bilder zum Ausmalen.

Ein Höhepunkt auf dem Rundgang ist ein stilgerecht eingerichtetes Boudoir, in dem die Mädchen ihren eigenen Hut dekorieren und anprobieren und sich damit an der nächsten Station fotografieren lassen können. Das taten am Eröffnungsfest auch die Schulfreundinnen Alina Muntwyler und Simona Vogt aus Wohlen. Der in Wohlen aufgewachsene Schauspieler Joachim Schwegler beriet sie bei der Anprobe.

Der Zauberer Maximilian unterhielt die Kinder in den Pausen. Die Museumspädagoginnen leiteten die Besucher im Rossstahl, der kinderpädagogischen Abteilung, an, wie man mit Stroh basteln kann. Besonders begabte Coiffeusen verhalfen den Kindern zu kunstvollen Flechtfrisuren. Die Stimmung im Isler-Park zwischen den mächtigen Bäumen, Azaleen und Rhododendren hätte nicht schöner sein können.