Oberrüti
Z-Fighters müssen Inlinehockey-Halle vergessen

Eine Arbeitsgruppe und der Gemeinderat sehen keine Möglichkeit für eine Realisierung am gewünschten Standort: Eine Inlinehockey-Halle und eine Turnhalle haben beim Schulareal in Oberrüti keinen Platz.

Eddy Schambron
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Zu wenig Platz für Inlinehockey-Halle und Turnhalle zusammen beim Schulareal von Oberrüti.

Zu wenig Platz für Inlinehockey-Halle und Turnhalle zusammen beim Schulareal von Oberrüti.

ES

Eine Inlinehockey-Halle und eine Turnhalle haben beim Schulareal in Oberrüti keinen Platz. Zu diesem Schluss kommt eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe. Für sie ist klar: Die Option einer Inline-Halle an diesem Standort ist nicht weiter zu verfolgen. Der Präsident des Vereins Z-Fighters, Marco Camenzind, ist enttäuscht: «Mit dem neuen Gemeinderat hat bisher nicht einmal ein persönliches Gespräch stattgefunden.» Der Vorstand sei nach wie vor überzeugt, dass auf dem Areal eine Lösung möglich wäre, «wenn man denn eine Lösung wollte».

Zu wenig Platz

Es sind verschiedene Gründe, welche dazu führen, das Projekt Inlinehockey-Halle mitten in Oberrüti zu beerdigen. Eine Inline-Halle mit den Mindestmassen und eine Turnhalle hätten an diesem Standort, wenn überhaupt, nur mit einer Änderung der Bauordnung (Baulinie) und mit einer ungünstigen Positionierung der Turnhalle Platz. Zudem würden die Entwicklungsmöglichkeiten und die Umgebung des Kindergartens erheblich eingeschränkt respektive verunmöglicht, ist die Arbeitsgruppe überzeugt. Der Kanton stelle für die Unterschreitung des Waldabstandes keine Bewilligung in Aussicht.

Ein Überschreiten der Baulinie wäre an dieser Stelle am Dorfeingang nur mit einer unterirdischen Halle denkbar, was aber zu unverhältnismässig hohen Investitionskosten führen würde. Würden eine Halle und eine Turnhalle realisiert, wären spätere Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde blockiert – die heutigen Landreserven würden verbaut. Bei der Realisierung der Inline-Halle müsste ein Kantonsstrassenanschluss (zum Beispiel ein Kreisel) und ein neuer Parkplatz zwingend gebaut werden.

Bei den übrigen Aufgaben, die auf die Gemeinde zukommen, werden die Kosten von rund 1,8 Millionen Franken als zu hoch beurteilt. Schliesslich müssten die schulischen Bedürfnisse, auch was die zukünftige Entwicklung betrifft, prioritär behandelt werden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, den Bau einer Inline-Halle auf regionaler Ebene zu lösen.

Suche nach regionaler Lösung

Der Gemeinderat hat die Empfehlungen der Arbeitsgruppe positiv entgegen genommen, wenn er auch bedauert, dass damit für den Verein Z-Fighters Oberrüti-Sins noch keine Lösung für eine Halle gefunden werden konnte. Der Einbezug einer Inline-Halle auf dem Schulareal ergebe für alle Parteien keine sinnvolle Lösung. «Dazu muss der Gemeinderat den finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde bei der Festlegung der Schularealentwicklung grosse Bedeutung beimessen.» Er unterstütze den Verein bei der Standortsuche weiterhin aktiv, indem er zusammen mit der Repla Oberes Freiamt für eine regionale Lösungsfindung einstehe.

Die Arbeitsgruppe wird nun an einer weiteren Sitzung den Mitwirkungsbericht der Bevölkerung unter Einbezug des Grundsatzentscheides auf Verzicht einer Inline-Halle beraten und die Prüfung und Bereinigung der Projektgestaltung vornehmen. Dabei sind die Bedürfnisse der Schule bezüglich des Raumbedarfs, allenfalls auch provisorische Lösungen, miteinzubeziehen.

Halle: seit 2010 auf dem Tisch

Der Inlinehockey Club Z-Fighters Oberrüti-Sins gelangte 2010 an den Gemeinderat mit dem Wunsch, eine Inlinehockey-Halle zu bauen. Einem Projekt am nördlichen Dorfeingang von Oberrüti wurde von der Abteilung Raumentwicklung des kantonalen Baudepartementes allerdings schon früh keine Chance zugebilligt: Die Halle führe an diesem Standort zu einer raumplanerisch unzweckmässigen Baugebietsabgrenzung, beeinträchtige die Dorfeingangssituation wesentlich und trete ausserdem in Konflikt mit dem Waldabstand.

Auch die Erschliessung bedinge grosse Aufwendungen. Der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt (Repla), der auch für eine Stellungnahme kontaktiert wurde, kam im Wesentlichen zum gleichen Schluss wie die Abteilung Raumplanung. Die Gemeinde Oberrüti wiederum fasst den Bau einer Doppelturnhalle nördlich des Schulareals ins Auge. Diese Fläche wäre zu klein für beide Hallen. Geprüft und für nicht gut befunden wurde auch die Realisierung einer einzigen Halle für beide Bedürfnisse. Inzwischen liegen die, für die Z-Fighters negativen, Ergebnisse der eingesetzten Arbeitsgruppe vor.