Wohlen
WWF kritisiert Wohler Einzonungen als «überrissen»

WWF Aargau und die Vogelschutzorganisation Birdlife Aargau lehnen die Richtplanrevision entschieden ab. Wohlen habe bereits heute grosszügige Landreserven.

Drucken
Teilen
Gross überbaut: Das Isler-Areal in Wohlen.

Gross überbaut: Das Isler-Areal in Wohlen.

AZ

Wohlen WWF Aargau und die Vogelschutzorganisation Birdlife Aargau lehnen die Richtplanrevision entschieden ab. «Offensichtlich überrissen ist die geplante Einzonung in Wohlen, wo rund 30 Hektaren eingezont werden sollen», schreibt Tonja Zürcher, beim WWF verantwortlich für die kantonale Energie- und Klimapolitik, in einer Mitteilung.

Sie kritisiert, Wohlen habe bereits heute mit 43 Hektaren bzw. 11 Prozent nicht überbauter, aber eingezonter Fläche grosszügige Landreserven.

«Mit den geplanten Einzonungen würden die leerstehenden Bauzonen auf über 70 Hektaren bzw. 17 Prozent anwachsen», hält die WWF-Vertreterin fest. «Längerfristig sogar noch mehr, denn die Gemeinde beabsichtigt in einer späteren Vorlage auch das Gebiet ‹Seewadel› einzuzonen», ergänzt Tonja Zürcher.

Vorwurf der Salamitaktik

WWF Aargau und Birdlife Aargau lehnen laut der Mitteilung «die wei-tere Zersiedelung in Wohlen ab und verlangen vom Kanton endlich eine aktive und seriöse Raumplanung, anstatt den Richtplan anzupassen, wenn eine Gemeinde den Wunsch nach grösseren Bauzonen äussert».

Besonders stossend ist aus Sicht von WWF und Birdlife im Fall Wohlen, dass mit der Aufteilung der vorgesehenen Einzonungen auf drei Bauzonenplanänderungen und zwei Richtplananpassungen (aktuell 1. und 2. Paket, später «Seewadel») eine «unzulässige, irreführende Salami- taktik» gewählt worden sei.

Kritik auch am Regierungsrat

WWF und Birdlife kritisieren auch den Aargauer Regierungsrat. Dieser habe das Einzonungsbegehren in die Vernehmlassung geschickt, ohne «das Grundprinzip des haushälterischen Umgangs mit dem Boden zu überprüfen», schreibt Zürcher.

Nach dem deutlichen Ja des Stimmvolks zum Raumplanungsgesetz hofft sie nun auf eine Korrektur durch den Grossen Rat. «Der Zersiedelung der Landschaft soll endlich Einhalt geboten werden», fordert Zürcher. (fh)

Aktuelle Nachrichten