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WWF Aargau behauptet: Sins kann auch ohne Einzonung wachsen

Der WWF Aargau ist gegen zusätzliche Bauzonen in Sins. Der Naturschutzverein lehnt daher die Reduktion von Fruchtfolgeflächen ab und fordert von der Gemeinde eine Strategie zur Verdichtung.

Eddy Schambron
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Sins ist eine wachsende Zentrumsgemeinde und will einzonen

Sins ist eine wachsende Zentrumsgemeinde und will einzonen

Für den WWF Aargau ist klar: Die Änderung des Richtplans in der Gemeinde Sins mit Anpassungen des Siedlungsgebietes und der Reduktion von Fruchtfolgeflächen ist abzulehnen. «Die Planinhalte dürfen nicht jedes Mal geändert werden, wenn in einer Gemeinde der Wunsch nach grösseren Bauzonen geäussert wird», hält die Organisation in ihrer Vernehmlassung fest. Gleichzeitig stellt sie die Richtplanänderung in einen grösseren, regionalen Zusammenhang.

BDP für Anpassungen

Die Bürgerlich-Demokratische Partei des Kantons Aargau befürwortet die Anpassungen des Siedlungsgebietes in der Gemeinde Sins im kantonalen Richtplan.
Die rechtsgültigen Planungsgrundlagen hätten mit dem Wachstum der letzten Jahre nicht Schritt halten können. Schliesslich müssten laufende Planungen (Südwestumfahrung; Melioration Reussegg) mit der zukünftigen räumlichen Entwicklung von Sins in Einklang gebracht werden, heisst es in einer Stellungnahme der Partei..
Die Aargauer BDP bedauert jedoch den Verlust an Fruchtfolgeflächen. Sie ist der Meinung, dass sich dieses Konzept nahtlos in das regionale Siedlungs- und Verkehrskonzept Oberes Freiamt einfügt. «Die Umsetzung erlaubt es der Region, mit den boomenden Regionen Agglomeration Zug sowie Rontal in Zukunft mitzuhalten.» Die BDP ist überzeugt, dass diese Vorlage den modernen Ansprüchen und Vorgaben von Raum-, Siedlungs- und Verkehrsentwicklung entspricht. (AZ

«Erweiterung nicht nötig»

In Sins seien gemäss kantonalem Bericht «Stand der Erschliessung 2011» noch 8,1 Hektaren beziehungsweise 7 Prozent unbebautes Bauland vorhanden. Sins wolle nun total 10,5 Hektaren einzonen. «Diese übermässige Erweiterung des Siedlungsgebietes widerspricht den Grundsätzen des Richtplans und ist für die Entwicklung von Sins nicht notwendig.» Wenn Sins als regionales Zentrum weiter wachsen wolle, brauche es zwingend eine regionale Abstimmung mit Kompensation der verlorenen Fruchtfolgeflächen.

Sins auf gutem Weg

2011 hatte Sins 4127 Einwohnerinnen und Einwohner «und damit bereits deutlich mehr als im Planungsbericht als Kapazität der rechtsgültigen Bauzonen berechnet wurde». Das bedeute, dass Sins in der Realität eine deutlich bessere innere Verdichtung schafft, als in der Theorie angenommen wurde.

«Diese Tatsache ist sehr begrüssenswert und zeigt, dass Sins auf gutem Weg ist. Sie zeigt aber auch klar, dass zusätzliche Bauzonen nicht notwendig sind, um die Gemeinde weiterzuentwickeln», hält der WWF fest. Selbst das relativ hohe Ziel von 4500 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2025 wäre ohne zusätzliche Einzonungen möglich.

Konsequenter verdichten

Das Regionale Siedlungs- und Verkehrskonzept Oberes Freiamt (REK) spreche von einem Umwandlungsprozess von einer ländlichen Region zu einer Wohnregion im Einflussbereich der Agglomerationen Zug, Luzern und Zürich. Dieser Umwandlungsprozess bedeute, dass zumindest im Gemeindeteil Sins eine stärkere Verdichtung stattfinden müsse. «Dieser Prozess wird in der vorliegenden Planung zwar angedacht, aber nicht konsequent verfolgt».

Statt weiterer Einzonungen brauche es eine klare Strategie der Verdichtung. Zudem schreibe das REK fest, dass Siedlungserweiterungen an Standorten mit gutem öffentlichen Verkehrsanschluss erfolgen sollen. «Sins verfügt jedoch bloss im Bahnhofsbereich über einen mittelmässigen öV-Anschluss, in den restlichen Dorfteilen sogar bloss eine gering oder gar keine öV-Erschliessung.» Das bedeute, dass eine Siedlungserweiterung höchstens im Umkreis des Bahnhofs sinnvoll wäre.

Bürgerliche machen Fragezeichen

Während die Grünen Aargau die Richtplananpassung ebenso ablehnen wie der WWF, spricht sich die CVP dafür aus. Die SVP macht zwar Fragezeichen, stimmt der Vorlage «im Sinne der Gemeindeautonomie» aber zu (az von gestern).