Muri

Würgt der Kanton die Lindenberg-Windenergie ab?

Kühe, wie hier auf dem Mont-Soleil, werden auf dem Lindenberg kaum um die Windräder weiden.

Kühe, wie hier auf dem Mont-Soleil, werden auf dem Lindenberg kaum um die Windräder weiden.

Der kantonale Richtplan macht Windenergie auf dem Lindenberg unmöglich. Die CVP Bezirk Muri macht sich für die Alternativenergie stark. Sie argumentiert, dass ein regionales Projekt nicht von kantonaler Seite verhindert werden dürfe.

Der Richtplanentwurf des Kantons Aargau erachtet eine mittlere Jahres-Windgeschwindigkeit von 4,5 meter pro Sekunde auf 50 Metern über Grund als nötig, damit grosse Windenergieanlagen erstellt werden können. Die vorberatende Kommission hat diese sogar auf 6 m/s angehoben.

Entscheidend ist gemäss CVP die Nabenhöhe

Sollte der Richtplan, der am Dienstag vor den Grossen Rat gelangt, durchkommen, «würde ein faktisches Verbot für Windkraftanlagen auf dem Lindenberg geschaffen», hält die CVP des Bezirks Muri in einer Mitteilung fest.

Entscheidend sei jedoch die Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe, diese liegt bei den geplanten Grossanlagen auf 100 bis 110 Meter über Grund. «Dort werden auch die gewünschten Windgeschwindigkeiten erreicht, um eine Windkraftanlage wirtschaftlich zu betreiben.»

Nur auf Luzerner Seite möglich?

Die ersten Anläufe für eine Windenergieanlage auf dem Lindenberg stammen aus dem Kanton Luzern, genauer aus der Gemeinde Hitzkirch-Müswangen. Im Kanton Luzern sind gemäss heutigem Stand Windkraftanlagen möglich, sofern die Standortgemeinde zustimmt.

In jüngster Zeit hatten Luzerner und Aargauer Interessenten zusammengespannt, um Windräder auf dem Lindenberg zu erstellen. Auch im Aargau muss die Standortgemeinde einer Windenergieanlage zustimmen, aber mit dem kantonalen Richtplan, wie er auf dem Tisch liegt, könnte sie verhindert werden. Die CVP ist der Ansicht, «dass ein regionales Projekt nicht von kantonaler Seite her abgewürgt werden darf.» Der Entscheid soll in der Region gefällt werden können. «Sollte der Kanton mit dem Richtplan verhindern, dass Windräder im Aargau zu stehen kommen, wäre es zudem möglich, dass auf dem Lindenberg zwar Windkraftanlagen stünden, jedoch nur auf der Luzerner Seite. Der erneuerbare Stromertrag aus der Anlage und somit auch die Wertschöpfung würden damit im Kanton Luzern anfallen.»

Wende jetzt anpacken

Die CVP Bezirk Muri ist der Meinung, dass die von der Mehrheit des Volkes gewünschte Energiewende – weg vom Atom, hin zu erneuerbaren Energien – jetzt angepackt werden muss. «Ein Verbot von Windenergie auf dem Lindenberg würde diesem Trend zuwiderlaufen und setzt falsche Signale.» Die Nachteile von Windkraftanlagen der letzten Generation seien mit den neuen Anlagen weitgehend ausgemerzt. (es)

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