Wohlen

Würgegriff und Faustschlag: Polizei musste beim Zamba Loca eingreifen

Die allermeisten Festivalbesucher waren wie üblich friedlich am Zamba Loca.

Die allermeisten Festivalbesucher waren wie üblich friedlich am Zamba Loca.

Ein junger Festivalbesucher wollte einer Frau helfen, kassierte dafür aber eine aufgeplatzte Lippe.

Das Open Air Zamba Loca hatte dieses Jahr scheinbar Pech. Seit sieben Jahren ist die Stimmung am kleinen, familiären Musikfestival jedes Jahr friedlich. Dieses Jahr war gleich doppelt der Wurm drin: Die Regionalpolizei musste anrücken, um Anzeigen wegen Ruhestörung nachzugehen, die Kantonspolizei kam aufgrund einer Schlägerei.

Kapo-Sprecherin Barbara Breitschmid bestätigt die Anzeige von Tom B. (Name der Redaktion bekannt), der von einem unbekannten Mann einen Faustschlag ins Gesicht bekommen hat. Dabei wollte er nur helfen, teilte der junge Zürcher Festivalbesucher der AZ sehr emotional mit: «Der Typ hat eine Frau geschlagen und sie in den Würgegriff genommen, da konnte ich doch nicht einfach danebenstehen.»

Doch der aggressive Mann habe nicht lange gefackelt und B. ins Gesicht geschlagen, sodass dieser blutend und mit aufgeplatzter Lippe zu Boden ging. «Der Typ ist dann einfach mit der Frau abgehauen», beschreibt B. «Niemand hat etwas dagegen unternommen.»

Keine Frau vermisst

Von einer Frau wisse die Kapo hingegen nichts, so Breitschmid. Die Sicherheitsfirma, die von den Festivalbetreibern angestellt worden ist, habe das gesamte Gelände abgesucht, aber weder den Schläger noch die Frau gefunden. OK-Mitglied und Presseverantwortlicher Lukas Renckly bestätigt: «Der Täter ist gemäss Augenzeugenberichten alleine querfeldein geflüchtet.»

Auch eine Vermisstenmeldung gebe es nicht. Zum Vorfall selber kann er nichts sagen. Nur: «Wir haben sofort Polizei und Krankenwagen gerufen, damit der blutende Mann seine Lippe im Spital nähen lassen konnte.» Ausserdem ist Renckly wichtig: «Unter den rund 2800 Besuchern des Festivals war dies der einzige gewalttätige Zwischenfall. Wir haben aus unserer Sicht richtig gehandelt. Die Hintergründe werden wir noch intern, mit der Sicherheitsfirma und der Polizei abzuklären versuchen.»

Tom B. hofft vor allem, dass es der Frau gut gehe: «Wenn ich wüsste, dass die acht Stiche in meiner Lippe wenigstens etwas gebracht haben, würde es mir überhaupt nichts ausmachen.»

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