Hundekot

«Würden Hundehalter die Haufen zusammennehmen, würde das schon helfen»

Hundehalter sollten den Kot ihrer Tiere zwingend entsorgen.

Hundehalter sollten den Kot ihrer Tiere zwingend entsorgen.

Hundehaufen müssen weggeräumt werden – nicht nur aus ästhetischen Gründen. Denn im Freiamt sind durch Kot übertragene Magen-Darm-Parasiten sehr häufig. Sie könnten auch Menschen anstecken.

Sobald der Schnee schmilzt, kommen vielerorts unzählige Hundehäufchen zum Vorschein, die von den Hundehaltern nicht eingesammelt und entsorgt worden sind. Das ist nicht nur unschön, sondern kann vor allem riskant für die Gesundheit sein. Denn im Freiamt tritt eine Art von Magen-Darm-Parasiten, die sogenannten Giardien, sehr häufig auf.

«Diese werden durch den Kot verbreitet und verursachen schwere Durchfallsymptome. Ich habe sogar schon von Fällen gehört, bei denen ein Hund daran gestorben ist», so Tierärztin Franziska Hilfiker, Leiterin der Kleintierpraxis 4Pfoten in Villmergen.

Giardien sind sehr ansteckend. Die Tiere nehmen diese auf, indem sie befallene Hundehaufen fressen oder ablecken, aber auch, indem sie Wasser trinken, das von Häufchen verunreinigt worden ist.

Lösung: Kot einsammeln

«In der Region sind die Giardien extrem stark verbreitet», sagt Hilfiker. «Ich habe eine Zeit lang in Solothurn gearbeitet, dort hatten wir das Problem überhaupt nicht.» Den Grund dafür kennt sie nicht. Die Lösung dagegen schon, zumindest teilweise: «Würden die Hundehalter die Haufen zusammennehmen, würde das schon sehr viel helfen.»

Auch Tierarzt Charly Spicher, Leiter des Animedic Kleintierzentrums in Berikon, stimmt ihr da zu: «Wir behandeln nicht selten Hunde und Katzen wegen Giardien.» Auch er appelliert an die Hundehalter: «Ich nehme öfter wahr, dass gerade Neuzuzüger, die aus städtischen Gebieten kommen, das Gefühl haben, auf dem Land könne man die Häufchen ja liegen lassen. Dagegen sollten auch die Gemeinden vorgehen, indem sie den Neuzuzügern Infoblätter mitgeben.»

Übertragung auf Mensch unsicher

Menschen hingegen müssten den Kot nicht selber berühren, um sich mit Lamblien, wie die Giardien in der Humanmedizin heissen, anzustecken. «Die Tiere lecken sich das Fell, und wenn die Menschen sie dann streicheln, können die Giardien auf sie übergehen», erklärt Hilfiker.

Ganz geklärt sei die Übertragbarkeit auf den Menschen allerdings noch nicht. «Ob Reservoirtiere (Haus- und Wildtiere) epidemiologisch eine Rolle spielen bei der Übertragung auf den Menschen, wird diskutiert», so Vladimir Kaplan, Chefarzt des Kreisspitals Muri. «Wir selbst im Kreisspital für das Freiamt hatten keinen Fall von Lamblien in den letzten sechs Monaten.» Ähnliche Erfahrungen macht auch Roland Schumacher, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH aus Villmergen. «Hier in der Region sind die Lamblien weniger verbreitet.»

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