Bettwil
Wolfgang Schibler wehrt sich gegen den Schwarzen Peter

Der Bettwiler Gemeindeammann Wolfgang Schibler kritisiert die Idee von CVP-Grossrat Herbert Strebel heftig, die Militäranlage auf dem Lindenberg als Platz für Fahrende zu nutzen. «Ich erwarte eine Entschuldigung für diese Äusserung», sagt Schibler.

Fabian Hägler
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Wolfgang Schibler: «Ich gehe davon aus, dass die Idee von Herbert Strebel nicht weiter verfolgt wird.»

Wolfgang Schibler: «Ich gehe davon aus, dass die Idee von Herbert Strebel nicht weiter verfolgt wird.»

Pascal Meier

Auch in seinen Ferien lässt die Politik Wolfgang Schibler (SVP) nicht los. Der Gemeindeammann von Bettwil hat in Südafrika via Internet mitbekommen, dass die Idee von CVP-Grossrat Herbert Strebel, die Militäranlage als Platz für Fahrende zu nutzen, hohe Wellen geworfen hat.

Kontakt mit seinem Grossratskollegen aus dem Bezirk Muri hatte Schibler bisher nicht. «Ich erwarte eigentlich, dass Herbert Strebel mich anruft und sich für diese unbedachte Äusserung entschuldigt», sagt Schibler der Aargauer Zeitung.

Sauer stösst Schibler auf, dass Strebel beim Durchgangsplatz für Fahrende Solidarität von Bettwil verlange. «Es ist auch nicht solidarisch, einfach eine andere Gemeinde ins Spiel zu bringen, um den Platz in Benzenschwil zu verhindern», argumentiert er.

Der neu gewählte SVP-Grossrat kritisiert das Schwarz-Peter-Spiel, das Strebel betreibe.

Schibler betont, er habe sich vor gut einem Jahr zwar vehement gegen die geplante Asylunterkunft in Bettwil eingesetzt, jedoch nie eine andere Gemeinde genannt, wo das Asylzentrum realisiert werden könnte.

Und er hält fest: «Bettwil ist solidarisch, unsere Gemeinde nimmt nämlich seit 25 Jahren viermal mehr Asylbewerber auf, als wir vom Kontingent her verpflichtet wären.»

Wolfgang Schibler rechnet aber nicht damit, dass der Vorschlag von Herbert Strebel weiterverfolgt wird. «Für einen Durchgangsplatz für Fahrende auf dem Militärareal wäre ein Umnutzungsgesuch notwendig», hält er fest.

«Und nach dem Debakel mit der gescheiterten Asylunterkunft vor einem Jahr wird sich der Regierungsrat wohl hüten, in Bettwil noch einmal etwas Ähnliches zu versuchen», vermutet Schibler.

Der Bettwiler Gemeinderat sei auf jeden Fall weder von Strebel noch von kantonalen Behörden in dieser Sache kontaktiert worden.

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