Muri

Wohnheim-Erweiterung kostet 8,7 Millionen Franken

Die Profilstangen zeigen, wo der Anbau an das Wohnheim für Schwerstbehinderte am Südklosterrain in Muri zu stehen kommen wird. Eddy Schambron

Die Profilstangen zeigen, wo der Anbau an das Wohnheim für Schwerstbehinderte am Südklosterrain in Muri zu stehen kommen wird. Eddy Schambron

Das Wohnheim für Schwerstbehinderte der Stiftung Roth-Haus Muri richtet sich für die Zukunft aus.

Die Bauprofile zeigen, wo der Anbau an das Roth-Haus, dem Wohnheim mit Beschäftigungsstätte für Schwerstbehinderte, hinkommt und wie gross er wird. Das Baugesuch der Stiftung Roth-Haus Muri liegt bis 15. Januar öffentlich auf. Die Bauherrin rechnet mit einer Bauzeit von etwa 16 Monaten, die Baukosten werden mit 8,7 Mio. Franken angegeben. Heimleiter Uwe Tischer freut sich: «Die jungen Architekten legen grossen Wert auf ökologische Aspekte. Das wird ein gesunder Bau.»

Der Annexbau ist notwendig, um den räumlichen Anforderungen zu genügen und letztlich auch, um finanziell über die Runden zu kommen. Einerseits definieren die Richtlinien der IV, wie viel Raum zur Verfügung gestellt werden muss, andererseits zwingt der Wunsch nach Einzelzimmern zum Handeln. Der bestehende Raum ist zudem nicht mehr zeitgemäss: Für die neuen Elektrorollstühle sind die Durchgänge und die ganzen Platzverhältnisse sehr eng. Es sind weitere Mängel vorhanden, etwa fehlt heute ein Bettenlift, was die Arbeit des Heimpersonals, rund 70 Angestellte, die sich 40 Vollzeitstellen teilen, schwierig macht. Der neue Annexbau, der mit diesen Problemen aufräumen wird, kommt anstelle des früheren Bühlerhauses am Südklosterrain zu stehen. Ende 2014 hatte der Kanton grünes Licht für das Vorhaben gegeben, sodass 2015 das Raumprogramm erarbeitet wurde. Im Juni 2015 informierte Regierungsrat Alex Hürzeler die Stiftung allerdings, dass der bereits bewilligte An- und Umbau des Wohnheims aufgrund der kantonalen Sparmassnahmen vorläufig nicht weiter verfolgt werden kann. Im August 2016 gab der Kanton dann doch grünes Licht.

6 Millionen reichen nicht

Die ursprünglich vom Kanton als Kostenrahmen geschriebenen 6 Mio. Franken reichen allerdings nicht. «Das war nur eine Annahme», weiss Tischer, «schon im Projektwettbewerb hat sich abgezeichnet, dass dieser Betrag nicht genügen wird.» Nachdem sich die Fachplaner mit dem Neubau beschäftigt haben, werden die Kosten auf 8,7 Mio. Franken veranschlagt. Der Kanton leistet keine Baubeiträge, finanziert aber den Neu- und Umbau über Beiträge an die Heimführung mit. «Die Finanzierung wird, Stand heute, keine Schwierigkeiten bereiten», sagt Tischer. Nach der Baubewilligung wird der Stiftungsrat den bestehenden Finanzplan verfeinern und konkretisieren.

Anspruchsvolle Aufgabe

Die Architekten standen im Projektwettbewerb vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Einerseits muss die Erweiterung in einer ortsbaulich sehr sensiblen Lage in unmittelbarer Nähe der grossen Klosteranlage realisiert werden. Andererseits sind die speziellen Bedürfnisse der 28 Bewohnerinnen und Bewohner sowie auch der Betreuungspersonen im Wohnheim für Schwerstbehinderte abzudecken. Den Projektwettbewerb gewannen Camponovo Baumgartner Architekten GmbH, Zürich, ein junges Team. Ortsbaulich hätten die Architekten eine adäquate Antwort auf die bestehenden Bauten gefunden und würden einen atmosphärisch guten Aussenraum gewährleisten, kam die Jury zum Schluss. In der folgenden Projektbearbeitung ging es um die die Präzisierung und Verfeinerung verschiedener Themen wie etwa die Fassadengestaltung und die äussere Erscheinung des Neubauvolumens, die Optimierung der Raumorganisation im Neubau und die Weiterentwicklung der Freiraumgestaltung mit den Wegverbindungen, Zugängen und Treppensituationen.

Die Realisierung des Bauwerks wird schliesslich die Heimleitung und das gesamte Betreuungspersonal vor besondere Herausforderungen stellen. Während der Bauzeit müssen die 28 im Wohnheim lebenden, schwerstbehinderten Menschen ausserhalb untergebracht und betreut werden.

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