Bremgarten

Wohnen im Alter: Stadtrat muss nun endlich handeln

Steffi Abt und Erwin Wagenhofer haben das Thema Wohnen im Alter aufgerollt. sl

Steffi Abt und Erwin Wagenhofer haben das Thema Wohnen im Alter aufgerollt. sl

Überweisungsantrag an der Einwohnergemeindeversammlung ist sehr deutlich durchgekommen. Nun muss eine Alterskommission her.

Haushoch fand ein Überweisungsantrag zum Thema Wohnen im Alter Zustimmung. Bloss 6 der 167 Stimmberechtigten votierten im Casino gegen diesen Antrag. Gestellt hatten ihn Steffi Abt und Erwin Wagenhofer.

Ihre breit unterstützte Forderung: Der Stadtrat solle sich vertieft mit dem Thema Wohnen im Alter befassen und Varianten überprüfen. Insbesondere soll die Stadtbehörde abklären, ob im Zentralbau der Stiftung St. Josef altersgerechte Wohnmöglichkeiten geschaffen werden könnten, zumal die Stiftung zwei bis drei Stockwerke umbauen und für andere, neue Nutzungen freigeben wolle.

Auch andere Standorte, darunter das geplante grosse Wohnprojekt auf dem Papierfabrikgelände, seien im Hinblick auf ein Alterswohnprojekt unter die Lupe zu nehmen. Der Antrag gipfelte in der Anmerkung, es sei zweitrangig, ob das Alterswohnthema von der Einwohnergemeinde oder der Ortsbürgergemeinde in Alleinregie oder von beiden öffentlichen Einrichtungen gemeinsam angepackt werde.

Alterskommission muss her

Wie Stadträtin Bernadette Sutter ausführte, sei die Stadtbehörde in der Alterswohnfrage nicht untätig gewesen. Man habe mit der Stiftungsleitung St. Josef Gespräche geführt. Nägel mit Köpfen resultierten freilich nicht. Laut Sutter wären Realisierung und Finanzierung schwierig zu bewerkstelligen. Denkbar sei eine Partnerschaft mit einem Investor, einer Pensionskasse, einer Genossenschaft oder einer privaten Trägerschaft.

Die Stadträtin räumte auch ein Versäumnis ein: «Bremgarten hat noch keine Alterskommission oder Arbeitsgruppe, die sich ums Wohnen im Alter und zugehörige Betreuungsangebote kümmert.» Dass die neue Kommission oder Arbeitsgruppe zügig formiert werden muss, steht ausser Frage.

Die Gemeindeversammlung verabschiedete Bernadette Sutter unter lang anhaltendem Beifall. Die CVP-Stadträtin und Vorsteherin des Ressorts Soziales und Gesundheit trat «nach vier sehr engagierten Amtsjahren», wie Stadtammann Raymond Tellenbach ausführte, zurück. Ihr Nachfolger wird am 10. Januar 2016 gewählt. Einziger offizieller Kandidat ist Theo Rau von der CVP. Im Weiteren verabschiedete die Gemeindeversammlung auch den Stimmenzähler Lukas Roth und die Stimmenzählerin Katja Herzog.

Weiterer Antrag gescheitert

Keine Zustimmung fand ein zweiter Antrag aus der Versammlungsmitte. Hermann Brockmann hatte vorgeschlagen, das Gelände der stillgelegten Schiessanlage Hermetschwil-Staffeln sehr gründlich zu sanieren, nämlich mit einer Boden-Restbelastung von 50 ppm (parts per million). Dies hätte Bremgarten Mehrkosten von 31 000 Franken beschert. Brockmanns Vorschlag scheiterte mit 26 Ja gegen 102 Nein. Bei grossem Mehr wurde der stadträtliche Antrag gutgeheissen. Dieser umfasst Gesamtkosten von 246'000 Franken, wovon Bund und Kanton 138 000 Franken übernehmen, sowie die Gründlich-Variante mit einer Boden-Restbelastung von 300 ppm.

Einhellig genehmigte die Versammlung – 167 der 5040 Stimmberechtigten waren anwesend – das Budget mit dem unveränderten Steuerfuss von 97% und erweiterte Blockzeiten an der 1. und 2. Primar mit freiwilligen, für die Eltern kostenlosen Betreuungs-, Turn- oder Musikstunden. Klar Ja sagte die Gmeind auch zur Erneuerung der Isenlauf-Sportanlage für 500'000 Franken, zu einer kleinen Teiländerung des Bauzonenplans und zu moderaten Anpassungen der Feuerwehr-Einsatzkosten.

Meistgesehen

Artboard 1