Oberlunkhofen

«Wohnen im Alter»: Mietpreise sollen seniorengerecht sein

Silvan Hilfiker von der Steuergruppe «Wohnen im Alter» erläuterte die möglichen Finanzierungsstrukturen der künftigen Genossenschaft.  kob

Silvan Hilfiker von der Steuergruppe «Wohnen im Alter» erläuterte die möglichen Finanzierungsstrukturen der künftigen Genossenschaft. kob

Die Steuergruppe «Wohnen im Alter» hat am zweiten Infoanlass über den Stand des Projektes orientiert. Bestandteil des Projektes sind 30 Wohnungen und 10-15 Pflegeplätze auf dem Andermatt-Gelände sein.

Am zweiten Infoanlass wurde die Bevölkerung auf den aktuellen Stand gebracht – im Zentrum standen mögliche Finanzierungsstrukturen und die Eckpfeiler der Statuten. Der aufgestellte Zeitplan konnte bis jetzt eingehalten werden. Momentan befindet man sich noch bei der Analyse und Aufbereitung, die Konzeption soll Mitte 2012 beginnen. Für Anfang 2014 sieht der Plan den Beginn der Realisierung vor, die Mitte 2015 abgeschlossen sein soll.

Die beiden geplanten Wohnformen erläuterte Edith Halter: «In den Pflegewohnungen werden ältere Menschen rund um die Uhr durch Fachpersonal betreut. Die Seniorenwohnungen erlauben es den Bewohnerinnen und Bewohnern so lange wie möglich unabhängig zu leben, sie sind behindertengerecht gebaut.» Ausserdem werde es die Möglichkeit geben, gegen Entgelt das Mittagessen zu beziehen oder vom Wäscheservice Gebrauch zu machen.

Ein symbolischer Franken pro Jahr

Um das Projekt zu finanzieren, soll eine Genossenschaft gegründet werden. Für die Landübertragung favorisiert die Steuergruppe zwei Varianten, wie Silvan Hilfiker erklärte. Bei einer Schenkung würde die Gemeinde der Genossenschaft das Land ohne Entschädigung übertragen. Die Steuergruppe hätte aber noch lieber die Variante «Baurecht», die einen Baurechtsvertrag zwischen Genossenschaft und Gemeinde vorsieht. Der Baurechtszins würde jährlich einen symbolischen Franken betragen. «Die Gemeinde bleibt weiterhin Eigentümerin des Grundstücks. Damit hätte die Genossenschaft weniger Eigenkapital», erläuterte Hilfiker.

Investitionen von 4,5 Mio Franken

Dadurch würden Mieten für die Wohnungen möglich, die unter dem Marktwert liegen und die Gemeinde würde Investitionen von ca. 4,5 Mio. Franken für die Bereitstellung der vom Kanton verlangten Pflegeplätze sparen. «Weil wir diese Pflegeplätze geplant haben, wären so so bereits
finanziert», sagte Hilfiker.

In ihrer Planung hat die Steuergruppe auch noch eine dritte Variante ohne Schenkung und Baurecht berechnet. Die Mieten liegen laut Schätzung für eine 2,5-Zimmerwohnung zwischen 1350 und 1650 Franken, für eine 4,5-Zimmerwohnung zwischen 1980 und 2420 Franken. «Das sind
seniorengerechte Preise», lobte ein Herr aus dem Publikum. Es handle sich aber erst um grobe Schätzungen, betonten die Verantwortlichen.

Wohnungen auch für junge Mieter

Gian-Luca Mühlebach erläuterte einige Punkte aus den Statuten der Genossenschaft. Anteilsscheine werden für 3000 Franken zu erwerben sein. Jeder Genossenschafter hat aber nur eine Stimme, unabhängig davon, wie viele Anteilsscheine er besitzt.

Nach den Erläuterungen nutzte das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Insbesondere wurde diskutiert, wie man sicherstellen könne, dass die Wohnungen auch Senioren zur Verfügung stünden. Denn geplant ist, dass auch jüngere Menschen einziehen können, wenn es zu wenige Interessenten gibt. «Ziel ist, dass die Wohnungen möglichst gut ausgelastet sind. Wir werden aber in den Mietverträgen festhalten, dass einem jungen Mieter gekündet werden kann, sollte es zu wenig Platz für Senioren haben», sagte Hilfiker.

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