«Viel Sonnenschein. Immer schönes Wetter. Gesundheit für die Bevölkerung.» Das sind Wünsche, die von Teilnehmern einer Umfrage der Gemeinde Wohlen geäussert wurden.

An dieser Aktion, lanciert an der Hagewo 2015, der Handwerker- und Gewerbeausstellung Wohlen, wurden am Stand der Gemeinde von Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern über 300 Anregungen und Ideen für Wohlen deponiert. Wie der nun vorliegenden Auswertung entnommen werden kann, meinte einer unter anderem, in Wohlen sollte man wunschlos glücklich sein.

Neben eher skurrilen Ideen gab es auch zahlreiche ernst gemeinte Wünsche. Etwa der Wunsch nach Fairness und Respekt in der Lokalpolitik. Insbesondere das Anliegen, dass im Gemeindehaus Ruhe einkehren soll.

Dazu Vizeammann Paul Huwiler: «Die letzten Einwohnerratssitzungen sind sehr konstruktiv verlaufen. Ich interpretiere das als Zeichen einer neuen Diskussions- und Gesprächskultur. Wir müssen zu diesem zarten Pflänzchen Sorge tragen, damit dieser Wunsch der Bevölkerung in Erfüllung geht.»

Welche Wünsche lassen sich am ehesten umsetzen und in welchem Zeitraum? Und wie steht es mit den Ideen, die sich eher nicht realisieren lassen, die wahrscheinlich Wunschdenken bleiben? Auch zu den weiteren Bevölkerungswünschen für Wohlen nahm Vizeammann Paul Huwiler für die az Stellung.

Mit seinem Wunsch nach einer sanierten Badi und Eisbahn rannte aber ein Teilnehmer der Umfrage sozusagen offene Türen ein. Denn der Bau der Eishalle und die Sanierung des Schwimmbades sind vom Einwohnerrat beschlossen worden. Jetzt haben es die Wohler Stimmberechtigten am 25. September an der Urne selber in der Hand, ob diesem Wunsch entsprochen wird.

«Kein eigenes Hallenbad»

Und wie steht es mit einem Hallenbad, wie jemand auf seiner Wunschliste vermerkte? Vizeammann Paul Huwiler: «Ein Hallenbad will die Gemeinde Wohlen nicht selber bauen. Es ist eine Beteiligung in Bremgarten geplant. Denn mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn ist man in lediglich 10 Minuten beim Hallenbad Bremgarten.»

Eine Umfahrung Wohlens, mehr Parkplätze und ein verkehrsfreies Zentrum schwebte einem Umfrageteilnehmer vor. «Mit dem neuen Parkierungsreglement wurde ein Fundament gelegt, auf dem sich aufbauen lässt.

Ziel ist es, die vorhandenen Parkplätze so zu bewirtschaften, dass sie für den angedachten Zweck zur Verfügung stehen. Sollte es partiell zu wenig Parkplätze geben, muss darauf reagiert werden. Beim Bahnhof wird ein neuer Bushof geplant», sagte Vizeammann Huwiler.

In der Sparte allgemeine Unterhaltung wurde der Wunsch nach mehr Festivitäten und Veranstaltungen geäussert, nach mehr Gewerbeausstellungen, Tanz-Events, nach einer neuen Bibliothek und mehr kulturellen Anlässen.

Noch mehr Einkaufsmöglichkeiten steht auf der Wunschliste eines weiteren Wohler Bürgers sowie der Bau eines Einkaufscenters, mehr Bars und Cafés, ein vielfältigeres kulinarisches Angebot, internationale Restaurants, ein Bowling-Center, mehr Bäckereien und die Eröffnung eines McDonald’s.

«Das sind alles Initiativen von privaten Unternehmungen. Der Gemeinderat unterstützt diese, wenn immer es in seiner Macht steht», äusserte sich Vizeammann Huwiler zu diesem Kratten voller Wünsche und Ideen.

Für Kinder und Jugendliche sollte es mehr Unterhaltung und Anlässe im Winter geben, eine Jugendbeiz, mehr Plätze für Jugendliche, mehr Kinderspielplätze, Schwimmunterricht in der Oberstufe und einen Pferdehof für Kinder. «Obligatorischer Schwimmunterricht wird in der ersten Klasse erteilt», erwähnte Huwiler.

«Denn jedes Kind soll am Ende der ersten Klasse schwimmen können. Im übrigen unterstützt der Gemeinderat Initiativen von Privaten und Jugendlichen, wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Aktuell werden Sitzstufen an der Bünz gebaut, und der ‹Starbus› hat dieses Jahr zum zweiten Mal seine Türen geöffnet. Beides sind Anliegen der Jugendsession.»

Und wie steht es mit der Begegnungszone mit Bäumen und einem Teich, der Erstellung eines Parks mit Spielplatz und Liegewiese? Auf diesen Wunsch reagiere der Gemeinderat zum Beispiel mit der Öffnung des Schwimmbades ausserhalb der Öffnungszeiten. Dort bestehe bereits ein schöner Park mit altem Baumbestand, so der Hinweis von Vizeammann Huwiler.

Ebenso sei seit der Eröffnung des Strohmuseums der Park der Villa Isler öffentlich. Der Spielplatz beim Berufsschulhaus liege in der Grünzone und werde sehr stark frequentiert. «Jede Luftaufnahme von Wohlen zeigt, wie grün das Dorf ist. Der Gemeinderat sieht daher nicht die Priorität im Schaffen neuer Begegnungszonen, sondern im Erhalt, der Pflege und dem Ausbau der vorhandenen Anlagen», stellte Paul Huwiler fest.

«Grösseres Fussballstadion»

Nicht nur für Orte der Begegnungen bestehen Wünsche in der Bevölkerung, auch für den Sport. So stand auf einem der Wunschzettel: Fussballstadion grösser, mehr Sportplätze und verfügbare Turnhallen, mehr Sportanlässe, Waldseilpark, erneute Durchführung des Patrouillenritts.

Die Meinung von Vizeammann Paul Huwiler zu diesem Wunschkatalog: «Wohlen verfügt bereits über ein überdurchschnittliches Angebot an Sportanlagen. Bei jedem Schulzentrum befindet sich eine Dreifachturnhalle in der Nähe. In den Niedermatten sind Fussball, Tennis und Leichtathletik zu Hause. Der Neubau der Eishalle und die Sanierung des Schwimmbades werden hoffentlich am 25. September von den Stimmberechtigten bestätigt. Gegenüber anderen Gemeinden braucht also Wohlen den Vergleich überhaupt nicht zu fürchten.»

«Wohlen ist längst eine Kleinstadt»

Schliesslich äusserten Besucher der Gewerbeausstellung am Stand der Gemeinde auch noch den Wunsch nach einem tieferen Steuerfuss und der Bezeichnung von Wohlen als Stadt.

«Ob Dorf oder Stadt: Wohlen ist mit seinen rund 16'000 Einwohnerinnen und Einwohnern längst eine Kleinstadt mit allen Vor- und Nachteilen», stellte Paul Huwiler fest, und weiter: «Wohlen bietet seiner Bevölkerung in verschiedener Hinsicht mehr Angebote und Dienstleistungen als eine kleine Landgemeinde. Selbstverständlich müssen all diese Wünsche der Wohler Bevölkerung finanziert werden. Und weil in Wohlen die Wünsche so zahlreich sind, ist ein tieferer Steuerfuss eher weniger ein Thema.»