Paul Huwiler
Wohler Vizeammann ausserorts mit 144 km/h geblitzt – Billett weg und Strafverfahren

Der Wohler Politiker Paul Huwiler wurde vor einer Woche im Kelleramt mit 144 km/h ausserorts erwischt. Jetzt ist er den Führerschein vorläufig los und hat ein Strafverfahren am Hals, weil der "Raserartikel" zur Anwendung kommt.

Toni Widmer
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«Ich war zu spät dran und ich lasse Leute nicht gerne warten», begründet der Wohler Vizeammann Paul Huwiler die massive Tempoüberschreitung. Weil er damit rechnen musste, dass die Sache früher oder später ohnehin publik wird, hat er die Flucht nach vorne angetreten und nach einer Anfrage der az in einer Pressemitteilung bestätigt, dass er der 56-jährige Automobilist ist, den die Kantonspolizei vor einer Woche zwischen Oberlunkhofen und Arni mit dem Lasermessgerät erwischt hat.

Strafverfahren läuft

Er wolle Gerüchten vorbeugen und keine weiteren Spekulationen aufkommen lassen: «Man wird ja ohnehin feststellen, dass ich nur noch zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs bin. Ja, ich habe mich in Zeitnot auf dem Weg zu einem beruflichen Termin leider zu einer unüberlegten Handlung hinreissen lassen. Ich bin mit zu hoher Geschwindigkeit in eine Kontrolle geraten. Es läuft deshalb gegen mich ein Strafverfahren.»

Dass er zu schnell gefahren sei, tue ihm sehr leid. Er bereue den Sachverhalt, der ihm sehr nahe gehe, und bitte dafür öffentlich um Entschuldigung, schreibt Huwiler. Gleichzeitig bitte er um Verständnis dafür, dass er zum Fall keine weiteren Auskünfte geben könne.

Laut der Medienmitteilung der Kapo Aargau, die am letzten Wochenende auch von der az veröffentlich worden ist, wurde Paul Huwiler am Freitagnachmittag, 23. Juni, zwischen Oberlunkhofen und Arni mit einer Geschwindigkeit von 144 km/h vom Lasermessgerät erfasst. Die Polizei stoppte ihn und informierte wegen der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung (netto 60 km/h) die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten. Diese eröffnete sogleich eine Strafuntersuchung nach Artikel 90 Absatz 3 des Strassenverkehrsgesetzes, welcher auch als «Raserartikel» bekannt ist.

Die Kantonspolizei nahm dem Wohler Vizeammann den Führerausweis umgehend zu Handen der Entzugsbehörde ab und beschlagnahmte vorerst auch sein Auto. Dieses hat er mittlerweile aber bereits zurückerhalten.

«Ich bin kein Raser»

Paul Huwiler erklärt, was er gemacht habe, sei absolut unvernünftig, betont jedoch: «Ich bin kein Raser und halte mich in aller Regel an die geltende Höchstgeschwindigkeit. Das erachte ich vor allem auch innerorts für sehr wichtig und deshalb trete ich auch für Tempo 30 in den Quartieren ein.» Er fahre zudem weder ein übermotorisiertes Auto, noch sei er bisher je wegen einer grösseren Geschwindigkeitsüberschreitung gebüsst worden. Fakt sei jetzt aber: «Ich war massiv zu schnell unterwegs. Das hat für mich harte Konsequenzen und die werde ich tragen.»

Als Raser gilt laut Artikel 90 des Strassenverkehrsgesetzes, wer die Geschwindigkeit in einer Tempo 30-Zone um 40 km/h, innerorts um 50 km/h, ausserorts um 60 km/h und auf Autobahnen um 80 km/h überschreitet. Im Nationalrat sind zurzeit Bestrebungen im Gang, den Artikel für bestimmte Fälle abzuschwächen. Lenker, die nicht spezifisch mit übermotorisierten Autos Tempoexzesse ausleben, sollen mit etwas weniger harten Konsequenzen rechnen müssen.

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