Seit gut einem Jahr gilt die Ukraine nicht mehr als verfolgungssicherer Staat. Asylgesuche von Ukrainern werden seither wieder inhaltlich geprüft, vorher waren die Anträge praktisch chancenlos. Dennoch blieb die Zahl der ukrainischen Asylbewerber in der Schweiz niedrig, in den vergangen vier Quartalen schwankte sie zwischen 59 und 114 Personen.

Für die mehr als 1,3 Millionen Binnenflüchtlinge innerhalb der Ukraine gibt es aber Hilfe aus der Schweiz. Heute wird in Meiringen der letzte von drei Camions beladen, der Zivilschutzbetten aus dem ehemaligen Notspital ins nordukrainische Sumy bringt. Seit zehn Jahren leistet der Verein Help-Point Sumy aus dem aargauischen Wohlen dort humanitäre Hilfe.

«Ich wurde vom Gouverneur der Region angefragt, ob wir Notbetten nach Sumy bringen könnten», sagt Vereinspräsidentin Marianne Piffaretti. Sie wandte sich mit dem Anliegen an die Logistikbasis der Schweizer Armee in Bern. «Dort erhielt ich die Zusage, dass 600 Notbetten aus dem aufgehobenen unterirdischen Notspital Meiringen zur Verfügung stehen.» Diese wurden von freiwilligen Helfern des Vereins demontiert, mit Matratzen und Kissen auf Paletten verladen und für den Transport in die Ukraine bereit gemacht. «Es sind einfache Betten, wie sie in unterirdischen Militäranlagen üblich sind, aber sie erfüllen ihren Zweck.»

In der Nordukraine sind die Betten aus der Schweiz für Flüchtlingsheime vorgesehen. «Obwohl die Stadt Sumy rund 500 Kilometer vom Kriegsgebiet im Osten entfernt ist, gibt es auch dort zahlreiche Flüchtlinge», sagt Piffaretti. Sie war dieses Jahr schon zweimal in der Ukraine, um Hilfskonvois vorzubereiten. Ein dritter Transport mit Spitalbetten, medizinischen Geräten, Ausrüstung für Feuerwehr, Ambulanz und Zivilschutz sowie Mobiliar für Schulen und Kindergärten ist im Herbst geplant.