Vor rund zwei Jahren besuchte eine Kundin ein Solarium in Wohlen. Tags darauf wurden bei ihr lebensgefährliche Brandverletzungen festgestellt. Die Frau musste sich notfallmässig ins Kantonsspital Baden begeben und wurde danach umgehend auf die Verbrennungsintensivstation des Universitätsspitals Zürich verlegt. Die Frau erstattete in der Folge wegen den schweren Brandverletzungen Strafanzeige gegen Unbekannt.

Ins Visier der Behörden geriet dabei die Geschäftsführerin des Solariums. Untersuchungen und ein Gutachten hatten jedoch ergeben, dass die Geräte des Solariums nicht defekt und höchstwahrscheinlich nicht für die Verbrennungen verantwortlich waren. Andere Besucher des Solariums im gleichen Zeitraum wiesen keine Verbrennungen auf.

Kundin war selber schuld

Laut einem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich steht vielmehr eine sogenannte phototoxische Reaktion nach dem Solariumsbesuch im Vordergrund. Die Frau hatte ihre Beine vor dem Besuch mit Enthaarungscreme oder Rasiergel eingestrichen.

Zudem hatte sie das Solarium wenige Tage zuvor gleich dreimal hintereinander besucht, so dass ihre Haut bereits erheblich vorbelastet war. Gestützt auf diese Erkenntnisse stellte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten das Verfahren gegen die Geschäftsführerin des Solariums ein.

Warnhinweise im Solarium

Das Bundesgericht hat nun, wie zuvor das Aargauer Obergericht, eine dagegen eingereichte Beschwerde abgewiesen. Es erachtete die Argumentation der Aargauer Justizbehörden als überzeugend. Abgewiesen haben die Richter in Lausanne auch den Vorwurf der Kundin, die Warnhinweise im Solarium seien ungenügend gewesen. Hinweise, dass Kosmetika rechtzeitig vor der Bestrahlung zu entfernen seien und dass bestimmte Medikamente zu einer erhöhten UV-Empfindlichkeit der Haut führen können, waren vorhanden.

Dass nicht vor häufigen Solariumsbesuchen gewarnt worden ist, spielt im konkreten Fall keine Rolle, da die Verbrennungen bei der Frau erst beim vierten Besuch auftraten, der nach einer immerhin viertätigen Pause erfolgt war. «Dies spricht klar dafür, dass an diesem Tag eine andere Ursache dominant in den Vordergrund trat», heisst es abschliessend im Urteil aus Lausanne.

Urteil 1B_508/2011 vom 9. Februar 2012