Aus Anlass des Jubiläums «20 Jahre Auenschutzpark» hat das Aargauer Naturmuseum Naturama zum Schuljahresbeginn im vergangenen Sommer eine Kampagne zur Umweltbildung gestartet. Schulklassen aus dem ganzen Kanton erforschen im Internet, im Museum und vor allem draussen in der Natur Tiere, Pflanzen und Natur-Phänomene im Auenland.

Über 80 Schulklassen haben sich auf www.expedio.ch für diese Kampagne registriert. Weitere können sich jederzeit einschreiben, denn die Kampagne wird auch im kommenden Schuljahr weitergeführt. Die Natur und vor allem die Auengebiete seien auch im Winter besonders spannend, wenn das Wasser Uferzonen freilege oder Biberspuren besonders gut sichtbar seien, erklären die Verantwortlichen vom Naturama.

Freiämter Bezler dabei

Am Forschungsprojekt beteiligt sich auch die Klasse 4b der Bezirksschule Wohlen mit ihrem Biologie-Lehrer Rolf Liechti. Vom Naturama ist sie zusammen mit drei weiteren Klassen für einen Besuch der Vorpremiere für die Tier- und Naturfilmtage eingeladen worden. Stellvertretend für alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler dankten die Verantwortlichen des Naturamas den vier Klassen an dieser Auszeichnungsfeier für ihr Engagement, in der Natur zu forschen und zu lernen.

Biber-Burg gebaut

Der Besuch im Naturama führte die Jugendlichen durch die Sonderausstellung «Auen – die wilden Seiten des Aargaus.» Insbesondere rückten sie dem geschützten Biber, dessen Bestand sich in den vergangenen Jahren von 350 auf 2000 vergrösserte, etwas näher. Sie verfolgten die Spuren des polarisierenden Auenbewohners durch die künstlich nachgebaute Auenlandschaft. In die Haut des Bibers schlüpfend, bauten die Schüler am hauseigenen Teich aus Schwemmholz eine Biber-Burg nach.

Zudem verdeutlichte der Museumsrundgang, dass sich die Zähmung der Flüsse negativ auf die Lebensräume vieler Lebewesen auswirkt; ebenso die exzessive Nutzung der Auen als Naherholungsgebiet. Der Höhepunkt des Schulausfluges war die Vorpremiere des «Netz Natur»-SRF-Films «Biber haben Freunde. Weshalb ein Nager den Menschen sympathisch ist.» Der Dokumentarfilmemacher Andreas Moser zeigt in erstklassigen Aufnahmen, wie sich der Biber, seinem schlechten Ruf trotzend, durch das Auenland beisst. Was irrtümlicherweise als zerstörerisches Treiben empfunden wird, ist in Tat und Wahrheit ein sinnstiftender Beitrag zur Biodiversität an den Flussufern.

«Der Film veranschaulicht, dass der Biber der Natur Gutes tut», ist Bezirksschülerin Nadin aus Wohlen überzeugt. Sie bedauerte, dass der putzige Nager oft unerwünscht ist. Einen bleibenden Eindruck hinterliessen die renaturierten Flusslandschaften. Noah aus Villmergen war davon angetan: «Die Landschaft ist viel schöner und vielfältiger.» Daran knüpfte Biologielehrer Rolf Liechti an und freute sich, die natürlichen Flussläufe noch erlebt zu haben. «Leider fehlt den Kindern von heute der Bezug dazu; sie sind mit einbetonierten Flussufern gross geworden.»