Ein knappes Resultat war erwartet worden: Die Vorlage über den Einbau eines rund 1,3 Mio. Franken teuren Kunstrasens (Nettobelastung für die Gemeinde 0,95 Mio. Franken) im Fussballstadion Niedermatten liess die Wogen in Wohlen hochgehen.

Es ging letztlich nicht nur um die Sache, es ging vor allem um Emotionen. Und da hatten die Initianten des Referendums einen Vorteil. Mit dem knappen Nein – den Ausschlag gaben 123 Stimmen bei einer tiefen Stimmbeteiligung von 36 Prozent – sind auch alte Rechnungen mit dem FC Wohlen beglichen worden. Vor allem andere Wohler Vereine fühlten sich gegenüber den Fussballern von der Gemeinde benachteiligt.

FC Wohlen bekommt keinen Kunstrasen

FC Wohlen bekommt keinen Kunstrasen

Mit über 52 Prozent haben die Wohlener Stimmbürger einen Kunstrasen abgelehnt. Nur: Der jetzige Rasen befindet sich in desolatem Zustand.

Das Nein zum Kunstrasen löst das Problem im Stadion Niedermatten nicht. Der Platz ist in einem maroden Zustand und müsste schon lange saniert werden. Mit einem Kunstrasen wäre er im Herbst dieses Jahres wieder bespielbar gewesen.

Jetzt braucht es eine neue Vorlage für die Sanierung des Naturrasens. Auch wenn der Gemeinderat das umgehend anpackt, dürfte es 2018 werden, bis der politische Prozess abgeschlossen und ein solches Projekt rechtskräftig ist. Zudem dürfte die Sanierung des Naturrasens wohl deutlich länger dauern als die zwei Monate, welche für den Einbau eines Kunstrasens veranschlagt gewesen waren.

Der Rasen im Stadion Niedermatten kann zurzeit lediglich etwa vier Stunden pro Woche bespielt werden. Das reicht knapp für die Meisterschaftsspiele der Challenge-League, aber nicht für Trainings. Und da ist für die insgesamt 22 Mannschaften des FC Wohlen die Situation schon länger prekär. Zum Teil muss sogar auswärts trainiert werden.

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