Diskussion

Wohler Politiker hoffen auf regionale Unterstützung für die neue Eisbahn

Frank Schneider von Büro Phalt Architekten AG erläutert das abgespeckte Projekt zur Badisanierung und zum Neubau der Eisbahn. Toni Widmer

Frank Schneider von Büro Phalt Architekten AG erläutert das abgespeckte Projekt zur Badisanierung und zum Neubau der Eisbahn. Toni Widmer

Der Gemeinderat stellte Bericht und Antrag für Badi-Sanierung und Eisbahn-Neubau vor.

Die Diskussion war nicht ausufernd. Sie zeigte aber deutlich die Richtung auf, in welche die Diskussionen bei der Beschlussfassung zur Badi- und Eisbahnvorlage am 23. Februar im Wohler Einwohnerrat gehen werden. Vor allem FDP und SVP setzen darauf, dass sich die Gemeinden aus der Region an der neuen Eisbahn in irgend einer Form beteiligen. Und, dass die sanierte Badi dereinst nur noch von den Kindern und Jugendlichen aus Wohlen, nicht aber von jenen aus den umliegenden Dörfern während der Sommerferien kostenlos benützt werden kann.

Zwei Drittel aus der Region

Beim Schwimmbad scheint die regionale Beteiligung dabei eher zweitrangig. Wie an der gemeinderätlichen Informationsveranstaltung zum Bericht und Antrag zu erfahren war, kommen lediglich rund 10 Prozent der Besucher von auswärts. Exakte Zahlen liegen offiziell noch nicht vor, sie wurden laut Gemeinderat Urs Kuhn in der vergangenen Saison jedoch erstmals erhoben.

Die Genossenschaft Eisbahn verfügt laut deren Finanzchef Patrick Amstutz über eine langjährige Besucherstatistik. Danach kommen zwei Drittel der Besucher aus den umliegenden Gemeinden und lediglich ein Drittel aus Wohlen.

Gemeindeammann Walter Dubler erklärte an der Info-Veranstaltung: «Der Gemeinderat hat die klare Absicht, mit den regionalen Gemeinden über eine Beteiligung an der neuen Eisbahn zu reden. Allerdings wird er das erst tun, wenn der Einwohnerrat den Planungskredit genehmigt hat und das Projekt damit in eine konkrete Phase getreten ist.» Die Nachbargemeinde Fischbach-Göslikon, deren Hockey-Club auf der Wohler Eisbahn seit Jahrzehnten Gastrecht geniesst, habe bereits einen Beitrag von 100 000 Franken ins Auge gefasst. Vizeammann Paul Huwiler erklärte, dass man sich auch mit dem Gedanken befasse, allenfalls eine Aktiengesellschaft für den Bau und Betrieb der Eisbahn zu gründen.

Konzept 10 Mio. abgespeckt

Grundsätzlich scheint das Konzept für Badisanierung und Eisbahnneubau (siehe az vom 19. Dezember) zu gefallen. Nach einer ersten Variante, bei der mit Kosten von gegen 30 Mio. Franken gerechnet wurde, hat man tüchtig abgespeckt. Unter anderem soll auf eine Eishalle verzichtet und stattdessen eine überdachte Eisbahn erstellt werden. In der Badi werden die vorhandenen Wasserflächen nicht erweitert.

Kosten gespart hat man auch mit einer zentralen Betriebslösung. Neu ist vorgesehen, die Sportanlagen im Raum Bünzmatt – Badi, Eisbahn, Beachsport, Minigolf, Pétanque und Skaterpark – als Einheit zu gestalten. Geplant ist ein zentraler Eingang für alle Einrichtungen sowie ein gemeinsames Restaurant. Damit werden nicht nur Sanierung und Neubau günstiger, es lassen sich mit der Nutzung von Synergien in der Folge auch Betriebskosten sparen.

Genossenschaft optimistisch

Von den veranschlagten Gesamtkosten von 19,1 Mio. Franken entfallen 6,1 Mio. Franken auf die Badi-Sanierung, 11 Mio. Franken auf den Eisbahn-Neubau und 2 Mio. Franken in die Umgestaltung und Sanierung der Nebensportanlagen. 11,1 Mio. Franken soll die Gemeinde Wohlen finanzieren, 3 Mio. Franken sind aus dem Swisslos-Sportfonds für die neue Eisbahn zugesagt, 5 Mio. Franken will die Genossenschaft Eisbahn beisteuern. Sie muss dafür 4 Mio. Franken Fremdkapital aufnehmen. Laut Finanzchef Patrick Amstutz kein Problem: «Wir haben einen Businessplan erstellt und die späteren Betriebskosten miteingerechnet. Wir sind überzeugt, dass wir die Belastung tragen können und nicht zum Sanierungsfall werden.»

So einer ist hingegen die 40 Jahre alte Eisbahn. Nachdem bereits vor Saisonbeginn rund 40 000 Franken in dringende Unterhaltsarbeiten investiert werden mussten, ist vor wenigen Tagen die Steuerung der Eisaufbereitung ausgestiegen. Geschätzter Kostenpunkt gegen 25 000 Franken.

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