Fall Dubler
Wohler Parteien bekräftigen: Walter Dubler soll sofort zurücktreten

Nach der Verurteilung des Wohler Ammanns sehen SVP, FDP und CVP keine Zukunft mit Walter Dubler. Auch von SP und Grünen erhält dieser keine Unterstützung.

Toni Widmer
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Walter Dubler, als er zu seinem Prozess am Bezirksgericht Zurzach eintrifft. Das Urteil überrascht die Wohler Parteien nicht.

Walter Dubler, als er zu seinem Prozess am Bezirksgericht Zurzach eintrifft. Das Urteil überrascht die Wohler Parteien nicht.

Chris Iseli

Walter Dubler soll die Konsequenzen ziehen und als Gemeindeammann zurücktreten. Diese Forderung, die beide Parteien bereits früher gestellt haben, bekräftigen CVP und FDP als Kommentar zum am Mittwoch publizierten Urteil des Bezirksgerichts Zurzach.

Die CVP, erklärt Präsident Harry Lütolf, habe bereits in der zweiten Rechnungsdebatte im September die Rücktrittsfrage gestellt.

Nach der Anklageerhebung und der Einleitung einer Administrativuntersuchung im Oktober 2015 habe sie es als nicht mehr verantwortbar erachtet, dass Dubler die Interessen von Wohlen weiterhin nach aussen vertrete und deshalb den Gemeinderat aufgefordert, ihm die entsprechenden Kompetenzen zu entziehen.

Die Verurteilung bringe nun erstmals Gewissheit: «In erster Instanz hat ein unabhängiges Gericht den Wohler Gemeindeammann wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung bestraft. Auch wenn das Urteil mit grösster Wahrscheinlichkeit weitergezogen wird und ein Freispruch theoretisch möglich ist, betrachtet die CVP das politische Schicksal von Walter Dubler als besiegelt. Eine Rückkehr als Gemeindeammann ist für die CVP ausgeschlossen», hält Lütolf fest.

Im Interesse der Gemeinde müsse die faktische Vakanz beim Gemeindeammann-Amt bald behoben werden. Entweder durch einen Rücktritt oder durch die vom Gesetz vorgesehene Amtsenthebung. Die CVP fordere Walter Dubler auf, mit einem Rücktritt einer Amtsenthebung zuvorzukommen.

FDP sieht sich bestätigt

FDP-Fraktionspräsident Jan Severa erklärt: «Die FDP Wohlen sieht sich durch das Urteil in ihrer Forderung nach einem Rücktritt von Walter Dubler bestätigt. Der Schuldspruch zeigt, dass er sich nicht nur moralisch etwas zu Schulden kommen lassen hat, sondern sein Fehlverhalten auch strafrechtlich relevant und alles andere als entschuldbar ist.»

Die FDP begrüsse die deutlichen Worte in der Urteilsbegründung und sehe ebenso, dass Dubler das Vertrauen der Verwaltung und der Bevölkerung missbraucht habe. Sie bekräftige ihre Forderung nach einem sofortigen Rücktritt und hoffe, dass Dubler das Urteil akzeptiere und die Gemeinde nun – zumindest was ihn betreffe – einen Schlussstrich unter die ganze Affäre ziehen könne.

Die Stellungnahme seines Anwaltes lasse allerdings wenig Hoffnung auf eine Einsicht seitens Dubler aufkommen. Es sei zu befürchten, dass sich die Gemeinde noch länger damit beschäftigen müsse.

Politiker stehen nicht über Gesetz

«Ich bin erleichtert, dass die strafrechtliche Beurteilung der Verfehlungen von Walter Dubler jetzt erfolgt ist. Und das deutlich», hatte Jean-Pierre Gallati das Urteil am Mittwoch kommentiert. Er hat als SVP-Einwohnerrat die «Affäre Dubler» im Frühsommer 2015 ins Rollen gebracht.

Für ihn sei wichtig, dass mit diesem Urteil ein Beleg dafür vorliege, dass im Aargau auch Berufspolitiker und Gemeindeammänner nicht über dem geltenden Gesetz stünden, sagte er weiter.

Thomas Burkard (Grüne) erklärt: «Ich nehme dieses Urteil nicht überrascht zur Kenntnis. Ich habe damit gerechnet. Es gibt in diesem leidigen Fall aber keine Sieger. Es gibt nur Verlierer. Es ist ein Paradefall, was alles schieflaufen kann, wenn Vernunft und Augenmass verloren gehen, und das auch auf der Seite jener, die den Fall ins Rollen gebracht haben. Alles in allem eine lächerlich kleine Deliktsumme und eine kostspielige Angelegenheit und ein grosser Imageschaden für die Öffentlichkeit.» Burkard legt Wert darauf, dass dies seine persönliche Sicht in dieser Angelegenheit sei.

Corinne Manimanakis, die Fraktionspräsidentin der SP sagt zum Urteil: «Wir haben das Urteil in der Fraktion noch nicht besprochen. Ich finde das Ganze eine üble Geschichte und möchte mich dazu nicht weiter äussern.» Es liege, erklärte Manimanakis weiter, jetzt ein Urteil vor und die Zukunft werde zeigen, wie es in der Angelegenheit weiter gehe.