Wohlen

Wohler Kulturpreis 2011 für Musikerfamile Dettwyler

Stolze Wohler Kulturpreisträger 2011: Micha, Ruth, Urs und Jan «Seven» Dettwyler (von links).  aw

Stolze Wohler Kulturpreisträger 2011: Micha, Ruth, Urs und Jan «Seven» Dettwyler (von links). aw

Der Kulturpreis 2011 der Gemeinde Wohlen geht an die Familie Dettwyler. Dazu gehört auch Soul-Star Seven. Dass dieser zu spät zur Preisverleihung kam, ärgerte niemanden.

Über 100 Politiker, Kulturbegeisterte und vor allem Freunde der Familie Dettwyler drängten sich gestern im Sternensaal zusammen, um den diesjährigen Kulturpreisträgern zu gratulieren. Doch die offizielle Übergabe verzögerte sich leicht – Jan Dettwyler, besser bekannt als Soul-Sänger Seven, war noch nicht da.

«Er ist es gewohnt, dass vor ihm die Vorgruppen spielen», lachte Bruder Micha. Doch als Jan zusammen mit Ehefrau Zhara und dem gemeinsamen Söhnchen eintraf, ärgerte sich niemand über die Verspätung. Dafür war die Laudatio viel zu emotional.

«Ein perfektes KMU»

«Die Familie Dettwyler ist ein Beispiel für ein KMU, das perfekt funktioniert», versinnbildlichte Margrit Sachs, eine enge Freundin der Familie, die eine Laudatio auf Ruth Dettwyler hielt. «Das K steht für Kultur, Kunst, Konzentration und Kreativität. Das M für Musik, Motivation und Mut. Und das U steht für Unternehmergeist, Unterhaltung und Humor.» Ruth Dettwyler sei eine Virtuosin und eine ausgezeichnete Lehrerin. «Das Dettwylersche Musikvirus wird weit über Wohlen hinaus in der ganzen Schweiz und in die Welt hinaus verbreitet.» Dem stimmte Dieter Studer, der mit seinem «Swinging Jazz Circus» für musikalische Untermalung sorgte, und dessen Schulschatz Ruth gewesen war, begeistert zu.

Musikerkollege Heinz Bergamin erinnerte in seiner Rede an Urs Dettwyler, den Opernsänger, aber auch an Urs Dettwyler, den Freund. «Auf unsere Konzerte mit dem Vokalquartett hätte ich verzichten können, nicht aber auf die Proben im Dachzimmer der Dettwylers», sagte er.

Als Baby die Tonleiter gesungen

Der Wohler Musiklehrer Adrian Heimgartner holte etwas weiter aus, denn er erinnert sich noch an seine erste Begegnung mit Micha Dettwyler, dem heutigen Schlagzeuglehrer an der Musikschule Wohlen. «Als Baby hat Micha nicht geschrien, sondern bereits die Tonleiter gesungen», verbürgte sich Heimgartner. Auch später in ihrer Schulzeit haben sich Micha und Bruder Jan durch ihre Musikalität hervorgetan. «Den ersten Auftritt des Vokalquartetts Natural, bei dem die Dettwylers mit den Strasser-Brüdern gesungen haben, werde ich nie vergessen.»

«Das ist gute Kultur»

Über den derzeit bekanntesten Dettwyler, Jan alias Seven, könnte Jugendfreund Sven Gwerder Bücher schreiben. «Wenn ich jemandem erklären müsste, was Kultur ist, würde ich ihn zu der Familie Dettwyler schicken. Denn was die in ihrem Leben geleistet hat, das ist Kultur für mich – und zwar gute Kultur», sagte er.

Zum Abschied spielten nicht nur ein Flötenschüler und die Band, die ein Familie-Dettwyler-Lied arrangiert hatte. Ruth Dettwyler brachte sogar einen dreistimmigen Kanon mit den Zuschauern zustande.

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