Donnerstag, 28. September: Der letzte Tag

Tagwache um sechs Uhr, wir freuen uns alle auf die letzte Etappe - denn heute sehen wir endlich das Meer. Die Strecke scheint auf der Karte nicht mehr weit, doch das täuscht. Es beginnt mit 2 Pässen und unzählige Hoch- und Runterfahrten. In Mons jedoch genossen wir den ersten Blick aufs Meer. Das Wetter spielte wie immer super mit. Umso näher wir dem Ziel kamen, desto wärmer wurde es.

Einige genossen ihr Mittagessen in einem schönen Restaurant in Mons, andere geduldeten sich und assen am  Meer in Fréjuis. Die letzten 10 Kilometer konnten wir der Küste entlang fahren. Eine wunderschöne Aussicht aufs Meer und alles flach. Wir waren alle mächtig stolz auf uns, als wir zwischen 14:00 und 15:00 ins Ziel fuhren. Jetzt freuen wir uns alle aufs Schwimmen und auf das Abendessen in der Pizzeria. Im Grossen und Ganzen war es eine Hammer- Woche mit Erlebnissen und Erfolgen, die uns lange Zeit in Erinnerung bleiben werden.

(Text von Isabelle und Stefanie)

Mittwoch, 27. September: Unsere Odyssee

Wir freuten uns auf die kurze, lockere Etappe, die uns am vorherigen Abend versprochen wurde. Die ersten 30km gingen stetig bergab und waren schnell hinter uns. Sisteron war erreicht. Nun radelten wir bis zum letzten Wasserstop. Schon fing das „grosse Abenteuer“ an.

Anstatt nach rechts, Richtung Mezel,  abzubiegen, fuhren wir geradeaus Richtung Digne, zum Mc-Donalds, was ungefähr 15 km und 350hm zusätzlich bedeutete... das war allerdings kein Problem denn wir hatten uns mit 3 McFlurys gestärkt. Auf der Abfahrt trafen wir wieder auf die andern und radelten zur entscheidenden Tankstelle.

Nun war die Strecke über den letzten Pass Richtung Castellane, unserem heutigen Etappenziel, gesperrt. Trotzdem gab es einige wenige besonders motivierte und neugierige Schüler, welche auf den Pass radelten, um sich davon zu überzeugen, dass die letzten 20m des Aufstieges von einer Felssprengung gesperrt waren. Sie freuten sich jedoch, die 750hm, die sie kurz zuvor geleistet hatten, wieder zu vernichten.

Dies bedeutete 1.5h mehr Fahrgenuss und nochmals 32 Km Umweg... Letzten Endes war unsere Etappe 170 Km statt 126 Km lang. Schlussendlich hat es sich aber gelohnt, denn die Gruppen, welche nicht so neugierig waren, sind nicht in den Genuss der schönen Abfahrt und Aussicht gekommen. 

(Text von Yann und Fabian)

Dienstag, 26. September: 1800 Höhenmeter 

Heute morgen ging es bei noch bewölkten Himmel wieder ab auf den  Drahtesel in Richtung Aspres-sur-Buech. Zuerst mussten wir in unseren Kleingruppen die Vororte von Domène durchqueren, was recht nervenstrapazierend war, denn der tägliche Arbeitsverkehr nach Grenoble verstopfte die Strassen.

In Domène angekommen, begleiten uns die Leiter durch die Strassen der Agglomeration von Grenoble. Das war bitter nötig, denn sonst hätten wir viel Zeit dort verschwendet.

Danach gings auch schon ab in die Höhe. Uns wurde gesagt, dass wir heute 1800 Höhenmeter vor uns haben und diese verlangten uns in zwei aufeinanderfolgenden Pässen ziemlich was ab. Der erste Pass nach Vif war 899 m.ü.M.

Dann gings wieder 100 m runter und anschliessend folgte der zweite Pass; col de la croix haute, der 1175 m.ü.M liegt. Diese zwei Pässe waren bislang die grösste Herausforderung.

Jedoch hat sich diese absolut gelohnt, denn die Landschaft zwischen Grenoble und Aspres-sur-Buech ist atemberaubend. Hohe Berge und weite Wälder prägen die hügelige Landschaft. Zu guter Letzt konnten wir unsere Velos aber locker den Berg herunter rollen lassen bis nach 30 km der lang ersehnte Campingplatz endlich da war.

Diese Tour war bislang die strengste, jedoch auch die schönste Tour der letzten 4 Tage.

(Text von Silvan, Philipp Mauro)

Montag, 25. September: Fahren im Windschatten

Auch heute war wieder früh am Morgen um 6.15 Uhr Tagwache. Wie bereits eingespielte Teams waren alle Gruppen sehr effizient: frühstücken, packen und Zelte zusammenräumen – alles ging ganz schnell und schon bald waren alle abfahrbereit.

Heute wurde in drei Gruppen gestaffelt gestartet. Die ersten 6 km wurde jede Gruppe von einem Lehrer begleitet, damit alle den kürzesten Weg durch die kurvigen Strässchen rauf und runter vom Campingplatz zur Hauptstrasse Richtung Franchy finden. Es folgte eine rasante Abfahrt nach Franchy und von dort  ging es weiter nach Seyssel. Ein kleines Städtchen, in dem grade noch Markt war.

Gestärkt mit Kaffee und Pain au Chocolat ging es weiter. Die Fahrt entlang der Seepromenade des Lac du Bourget hat mir heute am besten gefallen. Auch die Weiterfahrt nach Chambéry auf dem Fahrradweg abseits vom Verkehr war sehr schön. In Chambéry machten wir noch einen kleinen Abstecher in die Altstadt. Ab da waren es nur noch 30km bis zum heutigen Etappenziel La Terrasse. Doch diese hatten es irgendwie noch in sich. Aber man beisst sich durch. Immer schön an der Gruppe bleiben – nicht abhängen lassen. Windschattenfahren war heute wichtig.

Tag drei: Vorbei am Markt, echten und unechten Tieren.

Das Ziel in La Terrasse endlich erreicht, waren bereits einige Gruppen da und daran, die Zelte aufzustellen. Wir waren alle froh, heute ein wenig früher als gestern auf dem Camping zu sein. Es galt Zelte, Schlafsäcke und Tüechli zum Trocknen auszubreiten. Frisch geduscht haben wir nun alle Zeit, uns zu erholen und freuen uns auf das gemeinsame Spaghettiessen im Campingrestaurant... (Text von Barbara Huber, Sportlehrerin)

Sonntag, 24. September: Chaos im Genfer Stadtverkehr

Es war ein anstrengender Tag. Wir mussten früh morgens aufstehen, unser Zelt abbauen und frühstücken. Danach startete jede Gruppe in Richtung Lausanne. Kurz vor Lausanne mussten wir bis auf Passhöhe fahren. Zu unserem Glück war die Abfahrt nicht sehr steil und dadurch konnten wir den Schwung für eine lange Distanz nutzen.

Mit der Zeit wurde auch das lange Geradeausfahren mühsam, doch man hatte die meiste Zeit jemanden vor sich, der einen motivierte. Als wir in Genf die Fontäne erblickt hatten, wussten wir, dass unser Ziel nicht mehr weit weg war.

Wohler Kantischüler fahren mit den Velos ans Mittelmeer: Am Sonntag kamen sie in Genf an.

Die Strassen in Genf waren sehr chaotisch, und auch die Bahn fuhr direkt an uns vorbei. Bei den Schienen der Bahn hat sich auch ein Mädchen eingehakt und ist hingefallen, sie machte trotzdem tapfer weiter.  Auch das Ausklicken der Veloschuhe an den vielen Ampeln führte zu Problemen.

Ein paar Kilometer vor dem Campingplatz ging es wieder bergauf, jedoch hat es sich gelohnt, da wir jetzt in den Pool springen können. (Text von Laura Vogt)

Samstag, 23. September: Start um 7 Uhr

«Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung…» – Bei perfekten Bedingungen starteten wir heute um sieben (!) Uhr in Wohlen. Der anfängliche Nebel lichtete sich bald und ein wunderbarer Herbsttag zeigte uns das Berner Seeland von seiner schönsten Seite: Prachtvolle, blumengeschmückte Bauernhäuser und idyllische Städtchen wechseln sich ab.

Bereits um 15 Uhr trafen die ersten Gruppen auf dem Zeltplatz am Murtensee ein, wo unser Lastwagenteam, Christian Nohl und Matthias Hausherr, schon alles Material vorbildlich bereit gestellt hatte.

Alle Gruppen sind wohlauf und gegenwärtig, um 18 Uhr,  läuft schon das Breefing für den nächsten Tag. Die meisten haben bereits gekocht, und einer erholsamen Nacht steht somit nichts mehr im Wege. Morgen wird’s ein Stück härter, vor Lausanne gibts eine happige Steigung.

Wohler Kantischüler: 780 Kilometer bis zum Meer

Es gehört zu den Highlights der Kanti: Jedes Jahr fahren bis zu 35 Schülerinnen und Schüler in der Wahlthemenwoche direkt vor den Herbstferien nach Frankreich ans Meer. Doch den Strand müssen sie sich erst verdienen: Etwa 120 bis 150 Kilometer legen sie in Dreier- oder Viererteams täglich zurück, schlafen im Zelt und kochen ebenfalls gruppenweise ihre selbst zusammengestellten Menus. «Die Velowoche gehört seit ungefähr 20 Jahren genauso zur Kanti wie der Kantiball. Sie ist von der Schule nicht mehr wegzudenken», sagt Roger Scharpf, Sport- und Deutschlehrer, der von Anfang an jedes Jahr mit dabei war.

Die Strecke führt ab der Kanti Wohlen, wo die Gruppen heute Samstag schon früh am Morgen losfahren, über Murten, Genf, Grenoble, Sisteron und Castellane bis nach Saint-Raphaël, einem Küstenort zwischen Cannes und Saint-Tropez. «Es ist eine spezielle Strecke, jeder Tag bietet eine andere charakteristische Landschaft», so Scharpf. «Das Highlight ist aber jedes Mal die Ankunft am Meer – die ist sehr emotional, nicht selten fliessen Tränen nach all den Strapazen.» Die Radwoche dauert auch zwei Tage länger als die anderen Wahlthemenwochen.

Im vergangenen Jahr konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Erlebnisse über Radio Argovia mit ihren Familien und Freunden daheim teilen.

Dieses Jahr werden sie einen Online-Blog auf www.aargauerzeitung.ch verfassen. Jeden Abend werden sie Fotos, Erlebnisberichte und ab und zu auch ein Video von ihren Etappen veröffentlichen, bis sie am Freitag ihre Velos ins Begleitfahrzeug laden und per Zug wieder ins Freiamt zurückreisen.