Wohlen
Wohler Jugendliche wollen ihr eigenes Jugend-Café

Die siebte Jugendsession des Vereins für Jugend und Freizeit (VJF) stand unter dem Motto «Unser Platz in derGemeinde». Die Jugendlichen formulierten ihre drei wichtigsten Anliegen.

Samuel Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Wohler Jugendrat: Medina Hajdarevic (links, Vize-Präsidentin), Noëmi Ganarin (Präsidentin) und Mergim Gutaj (abtretender Präsident).

Wohler Jugendrat: Medina Hajdarevic (links, Vize-Präsidentin), Noëmi Ganarin (Präsidentin) und Mergim Gutaj (abtretender Präsident).

Politik darf man auf gar keinen Fall einfach kampflos den Erwachsenen überlassen. Als Jugendlicher hat man die Pflicht, seine Meinung kundzutun und sich – wo immer möglich – in die politische Diskussion mit einzubringen. Diese Haltung schienen die 48 Acht- und Neuntklässler, die am Samstagnachmittag an der siebten Wohler Jugendsession teilnahmen, mit Überzeugung zu verkörpern. «In der Politik muss man weitermachen, auch wenn mal etwas nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat», betonte der Wohler Jung-Politiker Mergim Gutaj, der 2006 selber als Schüler an der Jugendsession teilgenommen hatte. «Zeigt den Erwachsenen, was ihr drauf habt und dass die Vorurteile gegenüber der vermeintlich desinteressierten Jugend nicht stimmen.»

Jugend-Café und Mitspracherecht

Nachdem sich die Oberstufenschüler bereits am Freitagnachmittag gemeinsam mit Gemeinderat Paul Huwiler an einen Tisch gesetzt und konkrete Anliegen und Projekte ausgearbeitet hatten, wurde am Samstagnachmittag in der Junkholz-Aula erneut intensiv debattiert.

Zum Auftakt in den Polit-Nachmittag konnten sich die Jugendlichen aber erst einmal zurücklehnen und zuhören, wie sich Gemeinderat Paul Huwiler, Jugendpolizist Matthias Schatzmann, Jugendarbeiter Sebastian Illing und die beiden neuen Jugendrats-Präsidentinnen Noëmi Ganarin und Medina Hajdarevic (siehe Box) unter der Podiumsleitung von WA-Chefredaktor Dani Marti über das Sessions-Thema «Unser Platz in der Gemeinde» diskutierten. Dann machten sich die Jugendlichen selbst ans Werk. Mit der Unterstützung
diverser Wohler Einwohnerräte sammelten sie in Gruppen Pro- und Kontra-Argumente für die zentralen Anliegen, die sie tags zuvor ausgearbeitet hatten, und brachten sie in die anschliessende Plenumsdiskussion mit ein.

Das erste Anliegen: «Jugendliche sollen in Wohlen den öffentlichen Raum nutzen können, ohne immer weggeschickt zu werden. Wir wollen uns draussen, aber auch in der Migros ungestört treffen können. Wir haben genug Verstand, um keinen Lärm zu machen und sauber aufzuräumen.»

Das zweite Anliegen: «Wir wollen, dass unsere Meinung wahr- und ernst genommen wird. Als Jugendliche haben wir ein Know-how darüber, was uns gefällt. Erwachsene können das vielleicht nicht nachvollziehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir etwa bei der Planung öffentlicher Bauten mitreden können.»

Das dritte Anliegen: «Wir wollen ein Jugendcafé, in dem wir rumhängen können, ohne etwas konsumieren zu müssen. Wir wollen nicht neben alten Leuten sitzen und dann rausgeschmissen werden, wenn wir nichts kaufen.»

«Ab 2013 jährliche Jugendsession»

Zum Abschluss der Jugendsession überreichten Medina Hajdarevic und Jugendsessionsteilnehmer Ali Donat ihre Anliegen zusammen mit konkreten Umsetzungsvorschlägen des VJF an Gemeinderat Paul Huwiler. «Wir werden eure Anliegen im Gemeinderat diskutieren und schauen, wie wir euch bei der Umsetzung unterstützen können», versprach Huwiler und gratulierte den 48 Teilnehmern zu ihrer disziplinierten Zusammenarbeit.

Huwiler betonte zum Schluss, wie wichtig es sei, die Jugendsession ab dem Jahr 2013 nicht mehr nur im Zweijahrestakt durchzuführen. «Die Jugendsession muss jedes Jahr stattfinden, damit die Wohler Jugendlichen sowohl als Acht- und als auch als Neuntklässler die Möglichkeit haben, teilzunehmen.»