Handball
Wohler haben ihre Haut teuer verkauft

Der Freiämter 1.-Ligist aus Wohlen verliert den Cupkracher gegen den Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen mit 23:39.

Fabio Baranzini
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Im Angriff: Wohlens Daniel Eberli im Angriff gegen die Kadetten. Fabio Baranzini

Im Angriff: Wohlens Daniel Eberli im Angriff gegen die Kadetten. Fabio Baranzini

Fabio Baranzini

Paris, Kiel und Barcelona. Das waren die drei letzten Gegner der Kadetten Schaffhausen in der Champions League. Gestern Abend folgte für die Schaffhauser nun ein Ausflug in die Provinz. Im Achtelfinal des Schweizer Cups wartete das Überraschungsteam von Handball Wohlen. Die 1.-Ligisten von Trainer Daniel Lehmann starteten als krasser Aussenseiter ins Cupabenteuer gegen die derzeit stärkste Handballmannschaft des Landes. An eine Sensation gegen die Ostschweizer glaubte im Vorfeld des Spiels im Wohler Lager niemand, aber die Vorfreude war dennoch riesig. Vereinspräsident Martin Laubacher sprach von einem «einmaligen Handballfest» und dem «grössten Cupspiel der Vereinsgeschichte».

Und die Affiche hielt, was sie versprochen hatte. Mehr als 500 Zuschauer kamen in die Hofmatten-Halle und sorgten für einen würdigen Rahmen. Transparente wurden aufgehängt, die Schriftzüge in den Klubfarben Rot und Schwarz. Das Heimteam wurde bei der Spielerpräsentation mit grossem Applaus empfangen und die Junioren des Vereins sorgten mit ihren Vuvuzuelas dafür, dass der Lärmpegel in der Halle noch zusätzlich anstieg.

Kurz in Führung gelegen

Es schien, als ob sich die Spieler von der Stimmung in der Halle hätten inspirieren lassen. Der frühere NLA-Crack und Topskorer Adrian Studerus (8 Treffer) verwandelte gleich den ersten Angriff des Heimteams. Und wenig später sorgte Stefan Sprenger mit dem Treffer zum 2:1 dafür, dass die Wohler gegen das grosse Kadetten Schaffhausen noch ein zweites Mal in Führung gehen konnten. Es sollte das letzte Mal sein an diesem Abend.

Die Schaffhauser legten in der Folge im Angriff eine grosse Effizienz an den Tag und brauchten jeweils nur wenige Sekunden, um sich eine gefährliche Abschlussmöglichkeit herauszuspielen. Die Wohler bissen sich dagegen nach ihrem Startfeuerwerk die Zähne an der Verteidigung der Kadetten aus. Und so zog der Favorit bis zur 12. Spielminute auf 9:2 davon. Vor der Pause stand es 9:18. Klubpräsident Martin Laubacher war nicht ganz zufrieden: «Ein Gegner vom Kaliber der Kadetten verzeiht einfach keine Fehler. Und wir haben ein paar zu viel gemacht in der ersten Hälfte», so der Präsident. «Aber das ganze Rundherum und die vielen Zuschauer in der Halle waren der absolute Hammer.»

Alle Ziele erreicht

In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein munteres Hin- und Her mit vielen Treffern auf beiden Seiten. Obwohl die Wohler bereits nach 20 Minuten in der zweiten Hälfte gleich viele Treffer erzielt hatten wie in der ersten Hälfte, blieb der Rückstand gleich gross. Dies vor allem, weil die Kräfte bei den Wohlern zusehends schwanden und Trainer Lehmann sämtlichen Spielern einige Einsatzminuten gönnte. In der 52. Minute kam auch der mittlerweile 50-jährige Torhüter Stephan Spürgin zu seinem Einsatz. Und der Altmeister, der es im Vorfeld der Partie gar in den «Blick» geschafft hatte, zeigte gleich zwei Paraden. Sehr zum Gefallen des Publikums, das auch in der zweiten Hälfte bestens unterhalten wurde.

Am Ende verloren die Wohler Handballer zwar mit 23:39, waren mit ihrer Leistung aber zufrieden. Und das zu Recht. «Wir haben vor dieser sensationellen Kulisse super gespielt und unser Ziel erreicht: Wir haben mehr als 20 Tore geschossen und weniger als 40 bekommen», freute sich Trainer Daniel Lehmann direkt nach der Schlusssirene.