Weil der Zustrom anhält und die Plätze rar sind, will der Kanton die Asylsuchenden unterirdisch unterbringen. Mitte Oktober wird die erste Zivilschutzanlage in der Kanti Wohlen in Betrieb genommen und mit 80 Personen belegt.

Über die Pläne hat der Gemeinderat am Montagabend im Einwohnerrat informiert. Wohlen habe sich nicht gegen die Unterkunft gewehrt, sagt Gemeinderat Bruno Breitschmid im Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio SRF.

Er spricht von einem Akt der Solidarität. «Wir appellieren an andere Gemeinden, sich ebenfalls so zu verhalten.» Schliesslich handle es sich nicht einmal um ein Promille der Bevölkerung. Überdies bestehe in der Schweiz die alte Tradition, für Verfolgte einzustehen. Wo sollen diese Leute wohnen, wenn alle abblocken, fragt Breitschmid.

Die Rahmenbedingungen und das Thema Sicherheit müssten noch mit dem Kanton abgeklärt werden, fährt Breitschmid fort. Er betont, dass die Asylsuchenden «nicht nur herumhängen», sondern vom Kanton betreut würden. Wie lange sie untergebracht werden, kann Breitschmid nicht sagen. «Das Ganze ist in so kurzer Zeit entstanden.» Es werde aber ein Rotations-System geben, die Asylsuchenden würden nach einer gewissen Zeit in eine andere Anlage mit Tageslicht kommen.

Wenig begeistert zeigt sich SVP-Einwohnerrat Jean-Pierre Gallati. In Wohlen seien bereits über 60 Asylsuchende untergebracht, das Quorum werde seit langem erfüllt. Anders gesagt: «Die SVP Wohlen ist nicht happy über die Unterbringung von neu zusätzlichen 80 Asylbewerbern.» Ob die SVP etwas gegen die Asylunterkunft unternehmen will, lässt Gallati offen.

Anlage wird als erste geschlossen

Laut dem kantonalen Departement Gesundheit und Soziales wird die unterirdische Unterkunft temporär belegt. Will heissen: Die Zivilschutzanlage der Kanti Wohlen werde als erste Anlage geschlossen werden, sobald genügend Unterbringungsplätze zur Verfügung stehen, ist in einer Medienmitteilung festgehalten. Die Anlage gehört übrigens dem Kanton.