Wohlen
Wohler Feuerwehr muss auf Transporter warten

Weil das neue Fahrzeug für die Wohler Feuerwehr 14676 Franken teurer ist als geplant, will die Geschäftsprüfungskommission (GPK) die Vorlage zurückweisen. Zudem verlangt sie tiefere Anforderungskriterien und Preisvergleiche mit anderen Anbietern.

Fabian Hägler
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Der Wohler Feuerwehrkommandant Marcel Christen und sein Korps müssen wohl noch länger auf den neuen Mannschaftstransporter warten.

Der Wohler Feuerwehrkommandant Marcel Christen und sein Korps müssen wohl noch länger auf den neuen Mannschaftstransporter warten.

30 Jahre alt ist das Schlauchverlege- Fahrzeug, das die Feuerwehr Wohlen derzeit als zweiten Mannschaftstransporter nutzt. Dass das Fahrzeug ersetzt werden muss, scheint klar.

Doch die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransporters dürfte sich verzögern: Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) will die Vorlage am kommenden Montag im Einwohnerrat zurückweisen.

An ihrer letzten Sitzung übte die GPK harsche Kritik am Vorgehen der Feuerwehrkommission und des Wohler Gemeinderats. Mit den vorgegebenen Kriterien für den Mannschaftstransporter komme nur eine teure Luxusvariante infrage, stellt die Kommission im Sitzungsprotokoll fest, das der Aargauer Zeitung vorliegt.

In konkreten Zahlen: «Die GPK versteht nicht, dass bei den Zuschlagkriterien ein Maximalpreis von 75 000 Franken definiert worden ist und nun doch ein teureres Fahrzeug angeschafft werden soll.» Laut der Vorlage des Gemeinderats liegt der Gesamtpreis für das neue Fahrzeug, einen Mercedes Sprinter 316 CDI, bei gut 86 200 Franken.

Daran leistet die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) einen Beitrag von 33 707 Franken. Dazu kommen Materialkosten von 3465 Franken, insgesamt würden für die Gemeinde Wohlen damit knapp 57 000 Franken verbleiben.

Die GPK findet es «nicht richtig, dass keine öffentliche Ausschreibung erfolgt ist». Weiter kritisiert die Kommission, es sei «überhaupt kein Preisvergleich vorgenommen» worden.

Die Kommission findet, dass bei der Offerten-Einholung viel falsch gelaufen sei. Vor ihrer Sitzung hat die GPK selber Offerten bei Garagen eingeholt. «Diese fallen einiges günstiger aus als die vorgeschlagene Variante, jedoch nicht mit den geforderten Kriterien», hält die Kommission fest.

Insgesamt findet die GPK, «dass die Vorlage unseriös ausgearbeitet wurde und unvollständig ist». So fehlten Offerten, Auflistungen und Preisvergleiche. Zudem sollten die Anforderungskriterien für den neuen Mannschaftstransporter «tiefer angesetzt werden, damit sich die Auswahl der möglichen Fahrzeuge vergrössert».

Die GPK hält in ihrem Protokoll weiter fest, «der Gemeinderat hätte die Anforderungs- bzw. Mindestkriterien der Feuerwehrkommission als Vorlage bestimmen müssen». Und die Kommission ist klar der Meinung, «der Feuerwehrkommission sollte bei einem solchen Geschäft nicht freie Hand gelassen werden». Weiter hätte der Gemeinderat aus Sicht der GPK das Einholen der Offerten koordinieren und überwachen sollen.

Marcel Christen, der Kommandant der Wohler Feuerwehr, wollte sich auf Anfrage der AZ nicht zum Rückweisungsantrag der Geschäftsprüfungskommission äussern.

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