Wohlen
Wohler Elternrat: Ein unverzichtbarer «Pulsfühler» der Eltern

Seit 11 Jahren existiert der Elternrat der Bezirksschule. Gemeinsam mit der Schule führen die Eltern Projekte durch und tauschen sich aus. «Eine Win-win-Situation für alle», so der neue Schulleiter Paul Bitschnau.

Ruedi Burkart
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«Zusammenarbeit mit den Eltern als gleichwertigem Partner.» Bez-Schulleiter Paul Bitschnau und Elternrat-Vorsitzende Claudia Keller. RUBU.

«Zusammenarbeit mit den Eltern als gleichwertigem Partner.» Bez-Schulleiter Paul Bitschnau und Elternrat-Vorsitzende Claudia Keller. RUBU.

Paul Bitschnau unterrichtet seit über 20 Jahren an der Wohler Bezirksschule. Viel habe sich in dieser Zeit verändert, so der neue Schulleiter. «Noch zu Beginn der 90er-Jahre war es normal, dass sich Eltern und Lehrpersonen während der gesamten Schulzeit ein einziges Mal offiziell begegnet sind. In der dritten Klasse, als es um das Thema Berufswahl ging.» Heute sei das ganz anders. «Dass Lehrpersonen und Eltern enger miteinander kommunizieren, ist auch ein Verdienst des Elternrats», sagt Bitschnau.

Rückblende: Im Sommer 2002 rufen engagierte Lehrpersonen und Eltern von Schülern den Elternrat ins Leben. Ziel des damals von Paul Bitschnau initiierten Zusammenschlusses ist es, eine Art Bindeglied zwischen Schülern/Eltern und der Schule zu werden. Jede Klasse soll mit mindestens einem Elternteil im Rat vertreten sein. Das Vorhaben klappt ohne grosse Anlaufzeit. Und mit der Zeit wird der Bez-Elternrat zu einer unverzichtbaren Institution. «Es ist quasi der Pulsfühler der Eltern», so Bitschnau. Manchmal auch eine Art Sorgenbarometer.

Schulsozialarbeit, Schulpsychologe, Elterngespräche mit den Lehrern – wozu braucht es da auch noch einen Elternrat? Der Schulleiter: «Aus meiner Sicht profitieren Eltern und Schule gleichermassen. Der Elternrat ist ein wichtiges Bindeglied zu den Eltern, indem er deren Anliegen vertritt. Er unterstützt die Schule, indem er Workshops wie den Velokurs für Schülerinnen und Schüler oder Elternabende organisiert.» Die Tatsache, dass der Elternrat bereits ins 11. Schuljahr geht, zeige die Notwendigkeit dieser Institution eindrücklich auf.

Claudia Keller leitet nach dem Rücktritt der langjährigen Präsidentin Nicole Arm den Elternrat. Sie sitzt zusammen mit Bitschnau im Lehrerzimmer und schmunzelt. Vor einem Jahr rührte sie zusammen mit ihren Kolleginnen aus dem Vorstand des Elternrats am Infoanlass der Schule für die neuen Erstklässler kräftig die Werbetrommel. Man wollte vor allem Väter fürs Mitmachen begeistern. «Der Erfolg haute mich damals fast um», führt Keller aus, «es meldeten sich viel mehr Männer als erhofft.» Mit der für Keller erfreulichen Konsequenz, dass der Elternrat seither einigermassen gut gemischt ist. Und auch Bitschnau freut sich: «Als Schulleiter bin ich nun nicht nur der Quotenmann in diesem Rat.»

Am kommenden Montag trifft sich der Elternrat zur ersten Sitzung im neuen Schuljahr. Claudia Keller wird dann über die neusten Projekte orientieren, so beispielsweise über das Angebot «Erstmals bei der Frauenärztin» für Dritt- und Viertbezlerinnen. Oder über das Thema Suchtprävention. Zudem erhalten die Mitglieder einen Einblick in das neue Projekt «Lernlandschaft» in den Schulräumen am Oberdorfweg.

17 Klassen im Schuljahr 2014/15

Die Wohler Bezirksschule umfasst im neuen Schuljahr nur 17 Klassen mit knapp 400 Schülerinnen und Schülern. Aufgrund der neuen Schulformel 6+3 (sechs Jahre Primar, drei Jahre Oberstufe) fehlen die ersten Klassen. «Um mich einzuarbeiten, ist das sicher kein Nachteil», so Paul Bitschnau. Kein Nachteil ist auch, dass er sich auf den bewährten Elternrat verlassen kann. «Ich wiederhole mich: Ich möchte die Zusammenarbeit mit den Eltern nicht missen.»