Ausstellung
Wohlens Vergangenheit lebt in Bildern wieder auf

Mit 36 exakten Fotovergleichen illustriert die Wohler Kunstkommission den baulichen Wandel in Wohlen. In einer Ausstellung wird gezeigt, wie sich die Gemeinde über die Zeit verändert hat.

Toni Widmer
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Wohlen damals und heute

Wohlen damals und heute

...und wie sie heute aussieht. Der markanteste Unterschied ist das «neue» Manor-Gebäude in der Bildmitte.

...und wie sie heute aussieht. Der markanteste Unterschied ist das «neue» Manor-Gebäude in der Bildmitte.

Felix Wey

«Die Idee für ein solches Projekt hatte ich schon länger. Die Umsetzung hat allerdings dann doch einige Zeit gedauert», sagt Hans Furter, Präsident der Kunstkommission, zu einer ganz besonderen Ausstellung, die vom 4. bis 28. August in der Bleichi Wohlen stattfindet.

Mit der Gegenüberstellung von historischer Aufnahmen und aktuellen Fotos lässt sich die bauliche Entwicklung der Gemeinde über einen Zeitraum von bis zu 110 Jahren verfolgen. «Wir haben jeweils den exakt gleichen Standort für das aktuelle Foto gewählt, um die Veränderungen ablesbar zu machen, und dabei grossen Wert darauf gelegt, dass erkennbare Gebäude einen Vergleich möglich machen.»

Unterwegs war Hans Furter mit Felix Wey. Der Fotograf hat sein Studio heute in Baden, kennt als Wohler das Dorf jedoch bestens: «Felix hat sich sehr für diese Bilderserie engagiert. Für ihn musste nicht nur der Blickwinkel exakt stimmen, er hat auch Wert darauf gelegt, dass Lichtverhältnisse und Sonnenstand auf der aktuellen Foto jenen auf den historischen Aufnahmen entsprochen haben», lobt Furter.

Sehr aufwendige Realisierung

Bedingt durch die veränderten Verhältnisse, war das Projekt zum Teil sehr aufwendig. So ist gelegentlich dort, wo der Fotograf von einst auf der freien Wiese gestanden hat, inzwischen ein Haus gebaut worden: «Da haben wir dann halt innerhalb dieses Hauses den richtigen Standort gesucht und gefunden», erklärt Hans Furter.

Auch die Autodrehleiter der Feuerwehr habe eingesetzt werden müssen, um einen Blickwinkel von früher nachstellen zu können. Das Resultat ist verblüffend: «Man würde eigentlich erwarten, dass unsere Fotoserie die Entwicklung eines ehemaligen Bauerndorfes hin zur Stadt dokumentieren müsste. Doch eine zunehmende Verdichtung ist im Zentrum nicht zu beobachten.

Die Ansprüche an die Strassenbreiten und die geltenden Vorschriften bezüglich der Gebäude- und Strassenabstände haben städtische Situationen weitgehend vereitelt», erläutert Architekt Hans Furter.

Begleitende Broschüre

Zur Ausstellung ist auch eine begleitende Publikation in Arbeit. Sie enthält neben den erwähnten Bildvergleichen auch einen Essay von Historiker Fabian Furter zur Ortsbildentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert.

Mit der Ausstellung will die Kunstkommission nicht nur die Erinnerung der älteren Wohlerinnen und Wohler auffrischen. «Es ist uns ebenso ein Anliegen, junge Leute dafür zu sensibilisieren, wie und in welcher Form zukünftige Entwicklungen und Veränderungen fortschreiten sollen», sagt Hans Furter.

Unterstützt wird die Kunstkommission für das Projekt von Einwohnergemeinde und Kulturkommission Wohlen, Josef-Müller-Stiftung Muri, Koch-Berner-Stiftung Villmergen, IBW Wohlen, Otto Notter Wohlen und Schüwo Wohlen. Die historischen Aufnahmen kommen von Ivan Wolfisberg, Heini Stäger und Fabian Furter.

Die Kunstkommission hat grosses Interesse an weiteren historischen Fotos aus Wohlen. Hans Furter könnte sich vorstellen, solche an der Ausstellung im August ebenfalls zu zeigen. Wer solche Aufnahmen hat, kann sich mit ihm in Verbindung setzen (056 622 00 20).