Wohlen
Wohlen will mit neuem Gebäude Synergien nutzen

Falls der Wohler Einwohnerrat Ja sagt, kann das Fisher-Gebäude für 2,8 Millionen Franken gekauft werden

Dominic Kobelt
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Das Fisher-Gebäude grenzt an die Wohler Feuerwehr – diese könnte mehr Platz erhalten, wenn der Einwohnerrat dem Kauf zustimmt. kob

Das Fisher-Gebäude grenzt an die Wohler Feuerwehr – diese könnte mehr Platz erhalten, wenn der Einwohnerrat dem Kauf zustimmt. kob

Dominic Kobelt

Feuerwehr, Zivilschutz und Werkhof könnten in absehbarer Zeit an einem gemeinsamen Standort untergebracht werden. Der Gemeinderat Wohlen legt dem Einwohnerrat einen Kaufvertrag für das Gebäude der Fisher Scientific AG zur Genehmigung vor. Kaufpreis für das zweigeschossige Gebäude an der Wil-
strasse 57: 2,8 Millionen Franken. Dank der zusätzlichen Büro- und Lagerräume in der Industriezone könnten die Organisationen an einem gemeinsamen Standort ihre Abläufe optimieren und von der bestehenden Infrastruktur gegenseitig profitieren, schreibt der Gemeinderat im Bericht und Antrag.

Für die Projektierung der nötigen Umbaumassnahmen werden zusätzlich 50 000 Franken beantragt. Der jährliche Baurechtszins an die Ortsbürgergemeinde macht gut 24 000 Franken aus. Denn das Gebäude steht auf einem Grundstück der Ortsbürgergemeinde Wohlen. Es grenzt an die Räumlichkeiten der Feuerwehr Wohlen. Der Gebäudeteil der Feuerwehr wurde bereits 1997 von der Einwohnergemeinde übernommen.

Das Fisher-Gebäude

Das Fisher-Gebäude wurde 1990 gebaut und 1999 saniert. Der Bürotrakt ist in eine Hauptnutzfläche von 570 m2 und eine Nebennutzfläche (Nassräume, Verkehrsflächen) von 400 m2 aufgeteilt. Die Lagerhalle ist 1 420 m2 gross. Hinzu kommt eine Parkierung- und Verkehrsfläche von 2 570 m2,
(70 Aussenparkplätze). Die Anlage wird als «unterhaltsarme Ausführung» eingestuft. (kob)

Preis unter Marktwertermittlung

Der Gemeinderat liess eine Marktwerteinschätzung des Fisher-Gebäudes erstellen, diese kam auf einen Marktwert von knapp 3,4 Millionen. Die Fisher Scientific AG hat das Gebäude zu einem Preis von 3 Millionen ausgeschrieben. Da der Gemeinderat einen noch tieferen Preis aushandeln konnte, kommt er zum Schluss: «Der Kauf darf als preiswert bezeichnet werden.»

Vielzahl positiver Effekte

Besonders die Feuerwehr würde von der Zusammenlegung profitieren. Ein Besprechungsraum für 50 bis 100 Personen, ein Pausenraum für 15 Personen, ein Waschplatz für die Fahrzeuge und eine Dieseltankstelle wären möglich.

Ausserdem könnte die regionale Zivilschutzorganisation (ZSO) die Werkstatt der Feuerwehr mitbenutzen. Dass die ZSO in Zukunft ebenfalls mehr Platz benötigt, ist wahrscheinlich, weil sich abzeichnet, dass die kantonalen Gruppen zusammengefasst und zu grösseren Stützpunkten ausgebaut werden.

Der Gemeinderat streicht weitere positive Effekte heraus, sollten die Pläne umgesetzte werden: Wenn der Werkhof an die Wilstrasse umzieht, würde das Bleichi-Areal, wo der Werkhof momentan ist, für die umliegenden Quartiere aufgewertet. Die weitere Nutzung der Bleichi müsse noch konkret geplant werden, schreibt der Gemeinderat: «Es besteht jedoch die Absicht, das multifunktionale Areal mit Spielplatz Vereinslokalen und Mehrzweckraum weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Diese Absicht wird zusätzlich gestärkt durch die bisherigen Überlegungen im Rahmen der Schulraumplanung.» Ausserdem sei die Zukunft der Entsorgungsstelle Bleichi fraglich geworden: Die Römer AG kann mit ihren Öffnungszeiten flexibler auf die Kundenbedürfnisse eingehen. Erste Abklärungen hätten gezeigt, dass eine stärkere Zusammenarbeit möglich sei. Die Entsorgungsstelle der Römer AG liegt gleich neben dem Fisher-Gebäude in den Niedermatten.