Der Einwohnerrat muss am nächsten Montag dem Antrag zum Kauf der Liegenschaft Fisher Scientific AG zustimmen, sonst ist das brandneue Konzept in der gewünschten Form nicht umsetzbar.

Der Reihe nach: Wohlen braucht bis spätestens 2018 deutlich mehr Schulraum. Eine von Gemeinderat Paul Huwiler präsidierte Fachkommission hat verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie dieser Schulraum beschafft werden kann.

Als Ziel hat sich die Kommission dabei eine möglichst nachhaltige Beschaffung gesetzt. Als oberstes Prinzip galt es, mögliche Synergien zu nutzen und damit Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Weiter galt die Maxime der Kosteneffizienz und der möglichst problemlosen und raschen Realisierbarkeit.

Halde wird zur Primarschulanlage

Geprüft wurden elf Standorte im unmittelbaren Umfeld der Schulanlage Halde sowie im weiteren Gemeindegebiet. Als ihrer Ansicht nach beste Lösung präsentieren Kommission und Gemeinderat jetzt die Ausquartierung der Bezirksschule aus der Schulanlage Halde und deren Umbau und Sanierung zum Primarschul- und Kindergartenzentrum.

Für die Bezirksschule wiederum soll auf dem schon heute teilweise für Schulzwecke genützten Pilatus-Areal, gleich unterhalb der Halde, ein neues Schulhaus gebaut werden. Es wird maximal 18 Abteilungen Platz bieten. Die ebenfalls notwendigen zusätzlichen Kapazitäten für den Turnunterricht will man auf dem Bleichi-Areal in Form einer neuen Doppelturnhalle realisieren.

Damit das möglich ist, muss der Werkhof verlegt werden. Als neuer Platz dafür ist das Fisher-Scientific-Gebäude vorgesehen, welches der Gemeinde Wohlen schon länger zum Kauf angeboten worden ist. In dieser Liegenschaft ist bereits die Feuerwehr untergebracht, nach Meinung von Kommission und Gemeinderat liessen sich mit dem Kombi Feuerwehr/Werkhof verschiedene Synergien nützen.

Ehrgeiziges Programm, wenig Zeit

Das Programm ist ehrgeizig, der Zeithorizont eng. Paul Huwiler ist sich dessen bewusst: «Das vorliegende Konzept ist nicht nur, aber auch deshalb gewählt worden, weil es das einzige ist, welches uns unter günstigen Bedingungen erlaubt, den vorgegebenen Zeitrahmen einzuhalten», sagte er. Bei den möglichen weiteren Varianten würden Verhandlungen über Landkäufe, Umzonungen, Gestaltungsplanpflichten und/oder weitere Faktoren den zeitlichen Rahmen schon zum Vornherein sprengen.

Auch beim beantragten Konzept sind noch lange nicht alle Hürden geschafft. Doch die Voraussetzungen, die verbliebenen Hindernisse zu überspringen, sind gut: So ist der Vertrag für den Kauf der Fisher-Scientific-Liegenschaft (wie erwähnt) im Einwohnerrat bereits traktandiert.

Verhandelt werden muss noch über das Pilatus-Areal. Von dessen Besitzerin Oscosa ist jedoch bereits signalisiert, dass eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde in irgendeiner Form möglich ist. Die erste Kostenschätzung für die Variante Halde beläuft sich auf 22 Mio. Franken.