Jassen
Wohlen vs. Klingnau: Wer hat beim «Donnschtig-Jass» die besseren Karten?

Am Donnerstagabend kommt es im Schweizer Fernsehen zum grossen Duell zwischen Wohlen und Klingnau um die TV-Jasskrone. Die Freiämter reisen mit Strohhüten zum «Donnschtig-Jass» – die Zurzibieter mit der Gewissheit, dass sie den Wettkampf schon einmal gewonnen haben.

Toni Widmer und Daniel Weissenbrunner
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Klingnau oder Wohlen: Wer macht am Donnerstag den entscheidenden Stich?

Klingnau oder Wohlen: Wer macht am Donnerstag den entscheidenden Stich?

Hanspeter Bärtschi

Wohlen: Mit Strohhut und speziellem T-Shirt

Von Toni Widmer

Die Wohler Fangemeinde ist an der Ausscheidung mit rund vier Dutzend Personen vertreten. Kultursekretärin Claudia Nick hofft auf stilechte Kleidung: «Getreu unserem Motto ‹Huet isch Trumpf› sollten möglichst alle einen Strohhut als traditionelle Freiämter Kopfbedeckung tragen. Weiter haben wir spezielle T-Shirts mit unserem Donnschtig-Jass-Logo drucken lassen, die wir allen Mitreisenden im Fan-Bus abgeben.»

45 Personen reisen mit

Ursprünglich hatten die Wohler gehofft, mit zwei Bussen an die Ausscheidung fahren zu können. Die Anmeldungen sind mit 45 Personen jedoch etwas unter den Erwartungen geblieben. Wohl auch, weil Simplon Dorf nicht gerade am Weg liegt. «Wir starten in Wohlen am Donnerstag um 12.30 Uhr und werden um 17 Uhr vor Ort sein», sagt Claudia Nick.
Die Wohler Jasser haben fleissig geübt. Sie werden zum Teil schon am Mittwoch mit Privatautos ins Wallis fahren. Jungjasserin Julie-Pearl Meyer reist am Donnerstagmorgen in Begleitung von Vater und Schwester mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Simplon Dorf. Weil sie wie alle anderen Jasser für die Generalprobe bereits um 15 Uhr vor Ort sein muss, kann sie nicht mit dem Fanbus mitfahren.

Neben Julie-Pearl Meyer sind für Wohlen Roger Hefti (Jasskönig und Telefonjasser), Cécile Keller (Jasskönigin) und Daniel Huwiler im Einsatz. Ersatzspieler ist Werner Donat.

Monti-Artisten mit dabei

Die Wohler sind zuversichtlich, ihre Konkurrenten aus Klingnau übertrumpfen beziehungsweise unterbieten zu können. Wenn ihnen das tatsächlich gelingt, wird bereits am Freitag den ganzen Tag über in Wohlen das Ortsporträt mit allen Beteiligten vorbesprochen und über das Wochenende gedreht. Eine zentrale Rolle im Ortsporträt kommt dabei den Artisten vom Circus Monti zu. Sie werden durch das Programm führen.

Ab Montag würde SRF dann mit dem Aufbau beginnen. Sendeplatz wäre das Merkur-Areal. Dorthin mussten die Organisatoren ausweichen, weil der an sich besser geeignete Kirchenplatz aus verkehrstechnischen Gründen nicht infrage kommt.

Sendehinweis

«Donnschtig-Jass» aus Simplon Dorf, Donnerstag, 20.05 Uhr, SRF 1

Klingnau: Mit dem Gefühl des Sieges von 1997

Von Daniel Weissenbrunner

Wie man den «Donnschtig-Jass» gewinnt, muss man den Klingnauern nicht erklären. 50 Personen werden am Donnerstag den Car erwartungsfroh und in frisch bedruckten Poloshirts eingekleidet Richtung Simplon Dorf besteigen. Die Fahrt weckt bei Organisator Hermann Märki nostalgische Erinnerungen. Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren nahm die Gemeinde aus dem Bezirk Zurzach schon einmal am Sommerformat des Schweizer Fernsehens teil.

Damals ging die Reise nach Guttannen. Der Gegner hiess Turgi. Vor der letzten Runde lagen die Klingnauer im Hintertreffen, ehe ein fulminanter Endspurt von Peter Richard die Partie noch drehte. Hermann Märki spricht von einem guten Omen. Die Wohler sollten sich vom langen Atem der Klingnauer also in Acht nehmen, heizt er das Aargauer Duell an.

Bereits im Wallis weilen jene Klingnauer Jasser, die den Erfolg von 1997 wiederholen möchten. Im Einsatz stehen werden az-Redaktor Philipp Zimmermann (Jasskönig und Telefonjasser), Markus Iten, Mirjam Bolliger Keller und Jungjasserin Ella Keller. Ersatz ist Andreas Obergfell. Mit Trainings hat sich das Team dem Vernehmen nach den letzten Schliff geholt.

Die grosse logistische Herausforderung würde bei einem Klingnauer Erfolg auf Hermann Märki und seinem Team ab Freitag warten. Gegen 170 Helfer stünden für den Live-Event am 20. Juli im Einsatz. Der heutige Aufwand lässt sich mit der Sendung von 1997 nicht mehr vergleichen. Das Budget betrug damals für die Klingnauer 5000 Franken. Heute sind es 21'000 Franken, also rund vier Mal so viel.

Kommt Mike Müller?

Von seiner attraktiven Seite könnte sich Klingnau im Gemeindeporträt den Zuschauern zeigen. Als Sujets wären der Stausee und der international bekannte Möbelproduzent De Sede vorgesehen.

Wie vor 20 Jahren rechnet Hermann Märki mit einem Grossaufmarsch. Er hofft auf 3000 Besucher, die das Zentrum in eine riesige Festbeiz verwandeln sollen. Gemunkelt wird, dass sich neben Promi-Jasser René Rindlisbacher und der Musikgruppe Red Nex auch Luc Conrad alias Mike Müller unter den Gästen befinden könnte. Für seine Anwesenheit gäbe es einen stichfesten Grund: Teile der nächsten Staffel des «Bestatters» werden nur wenige Kilometer von Klingnau entfernt in Bad Zurzach gedreht.