Der Regionalplanungsverband Unteres Bünztal (Repla) hat 2017 sein Regionales Entwicklungskonzept (REK) präsentiert. Die Erarbeitung eines solchen umfangreichen Werks ist gesetzlich vorgeschrieben.

Der Kanton Aargau will damit erreichen, dass die Gemeinden in einer Region ihre Planungen möglichst optimal aufeinander abstimmen. Im über 60 Seiten starken Papier sind Bestandesaufnahmen und Zukunftsstrategien für verschiedenste Bereiche festgehalten.

Einen wichtigen Aspekt bildet der Themenbereich «Siedlung & Wirtschaft». Der Region Unteres Bünztal stehe in den nächsten Jahren ein räumlicher Strukturwandel bevor, der einerseits durch den demografischen Wandel und anderseits durch die Innenentwicklung geprägt sein werde.

Das wirtschaftliche Wohlergehen der Region werde davon abhängen, wie gut es der Region gelinge, die Zahl und die Qualität der Beschäftigten zu erhöhen und neue, hochqualifizierte Einwohner anzulocken.

Vorgaben werden umgesetzt

Das Konzept soll nun nicht in irgendeiner Schublade verstauben, sondern in den nächsten Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden. Für den Repla Unteres Bünztal bedeutet das laut seinem Präsidenten Arsène Perroud vor allem, seine Strukturen zu optimieren: «Der Verband verfügt weder über eine professionelle Geschäftsleitung, noch war er bisher aktiv im Bereich Standortmarketing tätig. Geplant ist deshalb, eine eigentliche Geschäftsstelle zu schaffen sowie den Auftritt des Verbandes nach aussen zu verbessern», erklärt Perroud dazu.

Die Standortförderung wollen jetzt die Gemeinden Villmergen und Wohlen gemeinsam anpacken: «Die grossen Firmen mit den entsprechenden Arbeitsplätzen konzentrieren sich vor allem im Raum unserer beiden Gemeinden. Deshalb wollen wir den Lead übernehmen, das Thema professionell aufgleisen und entsprechende Strategien erarbeiten. Wenn sich andere Repla-Gemeinden anschliessen wollen, sind sie selbstverständlich sehr willkommen», sagen die beiden Gemeindeammänner Arsène Perroud, Wohlen, und Ueli Lütolf, Villmergen.

Beide Gemeinden haben für dieses Projekt im Budget 2019 einen Betrag eingesetzt: Wohlen 35 000 Franken, Villmergen 20 000 Franken. Weil der Voranschlag der Gemeinde Wohlen noch nicht genehmigt ist, ist der eigentliche Startschuss zum Projekt allerdings noch nicht erfolgt.

Kontakt mit Firmen pflegen

Ein erstes wichtiges Ziel, erklären die beiden Ammänner, sei die Pflege des Kontaktes zu den Firmen, die bereits in der Region ansässig sind: «Wir wollen vermehrt ihren Puls fühlen und von ihnen hören, was wir tun können, damit die Rahmenbedingungen sowie das politische Umfeld für sie stimmen und die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten oder sogar ausgebaut werden können.»

Ein weiteres Ziel sei es natürlich auch, die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Wertschöpfung der Wirtschaft im unteren Bünztal steige, halten Perroud und Lütolf weiter fest. «Unsere Region verzeichnet im kantonalen Vergleich ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, die Produktivität steigt aber nicht im selben Masse. Da gibt es Handlungsbedarf auch auf der politischen Ebene», glauben die beiden Gemeindeammänner.

Es gehe, erklären sie weiter, letztlich ja auch darum, die vorhandenen Gewerbe- und Industrieflächen möglichst optimal auszunützen: «Industrie- und Gewerbeland», sagen Perroud und Lütolf, «ist auch im unteren Bünztal knapp. Auch deshalb müssen wir anstreben, dass sich hier Firmen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen und einer hohen Wertschöpfung ansiedeln sowie wenn immer möglich auch ihren Firmensitz hier haben.»

Beide betonen ausdrücklich, dass für sie grundsätzlich jedes Unternehmen wichtig ist, dass sie aber hohen Wert auf ein qualitatives Wirtschaftswachstum legen.

Konzept auf breite Basis stellen

Das geplante Konzept zur Standortförderung soll laut Arsène Perroud und Ueli Lütolf auf einer möglichst breiten Basis erstellt beziehungsweise von Vertretern der Gemeinden und der Wirtschaft gemeinsam erstellt werden. In den Prozess eingebunden werden sollen zudem auch Aargau Services, die Standortförderung des Kantons sowie die erfahrenen Spezialisten des Planungsbüros Büro Metron.

Letztlich, sind die beiden Ammänner überzeugt, gehe es nicht nur darum, die Rahmenbedingungen für Unternehmen möglichst attraktiv zu machen: «Wenn wir die Region als attraktiven Wirtschaftsstandort verkaufen wollen, müssen insbesondere auch die Bedingungen auch für die benötigten Fachkräfte stimmen.»