Wohlen
Trotz verletzten Artisten: Der Circus Monti meisterte die herausfordernde Tournee mit Bravour

Circus-Monti-Direktor Johannes Muntwyler blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Der Entscheid trotz Coronapandemie auf Tournee zu gehen, hat sich gelohnt. Das Publikum war begeistert von den artistischen Höchstleistungen, die gezeigt wurden. Diese wiederum zollten ihren Tribut: Mehrere Artisten verletzten sich.

Nathalie Wolgensinger
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Einen Einblick in Montis Varieté gewährten die acht Artistinnen und Artisten und das musikalische Trio.

Einen Einblick in Montis Varieté gewährten die acht Artistinnen und Artisten und das musikalische Trio.

Nathalie Wolgensinger

Ob und wie die Zirkustournee 2021 durchgeführt wird, das entschied sich quasi im letzten Moment. Johannes Muntwyler blickt zurück: «Die Saison war geprägt von vielen Unsicherheiten. Wir haben uns erst Ende Mai dazu entschieden, auf Tournee zu gehen. Und dies allen Widrigkeiten zum Trotz.»

Damals, im Frühling, galt Maskenpflicht, Abstand zwischen den Besuchergruppen und eine zwei Drittel Auslastung des Zeltes. Rückblickend bezeichnet es Muntwyler als heiklen Entscheid, den das Team damals fällen musste. Er sagt: «Nachdem wir aber ja zur Tournee sagten, gab es kein zurück mehr. Wir fokussierten auf das Programm und dachten nicht daran, was alles schief gehen könnte.»

Sorgen für Heiterkeit: Die Clowns Stefan Swoboda & Olivia Swoboda-Weinstein.

Sorgen für Heiterkeit: Die Clowns Stefan Swoboda & Olivia Swoboda-Weinstein.

Claudio Thoma (6.8.21)

Mitte Juni kamen die Artisten in Wohlen an und die intensiven und herausfordernden Probenarbeiten konnten starten. Innerhalb von zwei Monaten wurde der Zirkusbetrieb aus der mehr als anderthalb Jahre dauernden Zwangspause hochgefahren. Das vorhergehende Jahr fiel die Tournee und auch das Weihnachtsvarieté aus. Muntwyler erzählt: «Das war eine stressige Zeit. Unser Mechaniker war beispielsweise wochenlang damit beschäftigt, sämtliche Fahrzeuge dem Strassenverkehrsamt vorzuführen.»

Gleich mehrere Artisten verletzten sich

Derweil probten die Artistinnen und Artisten aus allen Herren Ländern unter der Leitung der Kanadierin Marie-Josée Gauthier am 36. Monti-Programm. Nicht nur der Mut, Anfang August auf die Tournee zu gehen, zahlte sich aus.

Auch die Inszenierung unter dem Motto «Cirque je t'àime!», eine Hommage an die Monti-Gründer Hildegard und Guido Muntwyler, begeisterte das Publikum und sorgte vielerorts für Standing Ovations. Die artistisch hochstehenden Leistungen zollten ihren Tribut: Mehrere Artisten verletzten sich. Die Vorstellungen konnten zwar immer gespielt werden, das Ensemble war wegen der damit verbundenen Umstellungen gefordert.

Unter dem Titel «Cirque je t'aime» blickt der Freiämter Zirkus zurück auf die berührende Geschichte des Gründerpaares Hildegard und Guido Muntwyler.

Unter dem Titel «Cirque je t'aime» blickt der Freiämter Zirkus zurück auf die berührende Geschichte des Gründerpaares Hildegard und Guido Muntwyler.

Claudio Thoma (6.8.21)

Der Zirkusdirektor wiederum freut sich über die vielen Rückmeldungen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Er sagt:

«Man hat es den Reaktionen der Leute angemerkt, dass sie sich nach Unterhaltung sehnten. Wo wir auch das Zelt aufschlugen, wir wurden überall freudig empfangen.»

Das Programm begeisterte mit seinem zauberhaften Ganzen, der artistischen Qualität und der Spielfreude des Ensembles. Die Besucherzahlen waren fast so hoch wie jene im Jahr 2019. Wer die diesjährige Inszenierung verpasst hat, der kann den Monti noch bis zum 28. November auf dem Zürcher Kasernenareal besuchen.

Das Varieté startet am Donnerstag

Zeit zum Verschnaufen bleibt der Monti-Crew keine. Seit einer Woche proben Cécile Steck und Didi Sommer mit acht Artistinnen und Artisten an der Inszenierung für Montis Varieté im Winterquartier an der Wilstrasse. Mit Artisten und einer Liveband werden die Gäste des Varietés auch heuer unterhalten. Cécile Steck verrät zum Programm so viel: «Wir bieten eine farbige, freche Fahrt durch eine poetische Weihnachtswelt.»

Vier artistische Showblocks werden geboten, sie wechseln sich mit vier kulinarischen Gängen ab. Für die Musik ist auch heuer wieder der Wohler Lukas Stäger verantwortlich. Mit den insgesamt 21 Vorstellungen möchte man an die Erfolge der Vor-Corona-Zeit anknüpfen. Der Vorverkauf, so verrät Johannes Muntwyler, sei vielversprechend angelaufen.

Das Varieté wird bis zum 31. Dezember gespielt. Für die Monti-Crew geht es dann nahtlos weiter. Denn die Kulturtage, die letztes Jahr erstmals ausgetragen wurden, sollen weitergeführt werden. Vom 5. bis 15. Mai gehen sie in die zweite Runde und sollen sich etablieren, so Johannes Muntwyler.

Die Vorbereitungen für die kommende Saison sind bereits in Angriff genommen worden. Die Tournee wird am 5. August auf dem Merkur-Areal in Wohlen starten. Wer für die Regie verantwortlich zeichnet, das steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die Gastspielorte in unveränderter Reihenfolge angefahren werden.

Alles Weitere zum Varieté findet man unter: www.circus-monti.ch/variete.

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