Wohlen
Trotz oder gerade wegen miesem Badisommer: Premiere der «Respect Patrol» war ein voller Erfolg

Jugendliche sorgten in diesem Jahr erstmals in offizieller Mission für Recht und Ordnung in der Wohler Badi. Zum Saisonschluss ziehen alle Beteiligten eine durchweg positive Bilanz des Pilotprojekts.

Pascal Bruhin
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Mandatsleiter Luca Baldelli, Schülerinnen Élodie und Ronya, Jugendarbeiter Angelo Schreiber, Schüler Arvanit und Christian Meier, Geschäftsführer des Wohler Schüwo-Parks (von links), freuen sich über den gelungenen Start des Projekts.

Mandatsleiter Luca Baldelli, Schülerinnen Élodie und Ronya, Jugendarbeiter Angelo Schreiber, Schüler Arvanit und Christian Meier, Geschäftsführer des Wohler Schüwo-Parks (von links), freuen sich über den gelungenen Start des Projekts.

Pascal Bruhin

Am Sonntag war das Freibad im Wohler Schüwo-Park zum letzten Mal für diese Saison geöffnet. Mit dem Saisonschluss endete auch der Einsatz der «Respect Patrol». Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sorgten in den Sommermonaten dafür, dass kein Abfall in der Badi liegen bleibt und die Besucher respektvoll miteinander und dem Personal umgehen. Das Pilotprojekt war ein Erfolg, wie ein Fazit mit allen Beteiligten zeigt.

«Damit hätten wir nicht gerechnet», sagt Luca Baldelli, Mandatsleiter der Offenen Jugendarbeit Wohlen. Über 100 Stunden waren die sechs Jugendlichen, die sich am Projekt beteiligten, den Badisommer über im Einsatz. Dass das Wetter in diesem Jahr so gar nicht mitspielen wollte und die Badi entsprechend selten voll war, kam den Jugendlichen dabei vielleicht sogar entgegen. Baldelli sagt:

«Sie konnten sich an ihre neue Aufgabe herantasten, ohne dabei überfordert zu werden.»

Jugendliche haben viel fürs Leben gelernt

Denn es braucht durchaus Mut, auf fremde Menschen zuzugehen und sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Das bestätigen die Schülerinnen Ronya und Élodie sowie ihr Kollege Arvanit, die sich an diesem Nachmittag mit Baldelli und Jugendarbeiter Angelo Schreiber zur Schlussbesprechung in der Badi treffen. «Es war spannend, zu schauen, wie die Leute reagieren», sagt die 16-jährige Élodie. «Am Anfang haben wir uns den Badibesuchern einfach nur vorgestellt und erklärt, was wir hier machen.» Ihre Freundin Ronya fügt an: «Ab und zu haben sie dann schon etwas komisch geschaut.»

Die ersten Einsätze der «Respect Patrol» in der Wohler Badi im Juli 2021.

Pascal Bruhin

Zu brenzligen Situationen sei es aber den ganzen Sommer über nie gekommen, versichern die drei Schüler. Die angesprochenen Besucher hätten allesamt verständnisvoll reagiert und ihre Hinterlassenschaften alsbald im nächsten Abfalleimer entsorgt. Wie viel weniger Abfall so der Bademeister noch nach Feierabend einsammeln musste, liesse sich nicht beziffern, sagt Christian Meier, Geschäftsführer des Schüwo-Parks, zu dem die Badi gehört. Er war damals auf die Offene Jugendarbeit zugegangen, um eine Lösung für das Abfallproblem in der Badi zu finden. «Einerseits war das mit diesem schlechten Wetter absolut kein repräsentativer Sommer und andererseits hätte man jedes Abfallstück auf einen separaten Haufen legen müssen, um es am Schluss wiegen zu können.»

100 Stunden mehr mit dem Thema beschäftigt

Dennoch sagt Meier: «Aus meiner Sicht ist es ein extremer Erfolg.» Er führt aus:

«Nur schon, dass sich die Jugendlichen 100 Stunden mit der Thematik beschäftigt und andere darauf aufmerksam gemacht haben, hat sich gelohnt. Denn das sind 100 Stunden mehr als bislang.»

Der gewinnbringendste Punkt sei bei dem Projekt, dass die «Respect Patrol» den oft jugendlichen Abfallsündern auf Augenhöhe begegne und so mehr Verständnis erhalte. Meier ist überzeugt: «Es ist viel Unmessbares entstanden, das sicher bei vielen angekommen ist.» Und dass sämtliche Jugendliche auch im nächsten Jahr wieder mitmachen wollen, zeige ihm, «dass es wohl nicht das Falscheste war, das wir gemacht haben».

Für Meier, der den Posten des Geschäftsführers des Schüwo-Parks bald abgibt, ist klar: «Ich werde meinem Nachfolger definitiv ans Herz legen, dieses Projekt im nächsten Jahr wieder durchzuführen.» Die Schülerinnen und Schüler durften sich übrigens zum Saisonabschluss nicht nur das Fazit zu ihrem Einsatz abholen, sondern auch den Batzen dafür. Acht Franken pro Einsatzstunde gab es von der Offenen Jugendarbeit Wohlen für die fleissigen Helfer.

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