Zum Unfallhergang gibt es erst Spekulationen. Warum der Wohler Unternehmer Urs Käppeli (74) am Dienstag, kurz vor Mittag am Steuer einer Piper PA-46 Malibu vor der Insel Mainau in den Bodensee gestürzt ist, werden die Untersuchungen an den Tag bringen. Die Bergung der Maschine hatte sich zunächst schwierig gestaltet. Am Mittwochabend bargen Suchtrupps das Unglücksflugzeug schliesslich. Die Identität der Insassen ist auch geklärt: Neben dem 74 Jahre alten Piloten war nach Polizeiangaben auch seine 75 Jahre alte Partnerin an Bord. 

Klar ist ausserdem: Die von Käppeli pilotierte Maschine des gleichen Typs, mit der 1995 schon sein Cousin Max Käppeli in Zürich tödlich verunglückt ist, ist ins Trudeln geraten und in den See gestürzt, Pilot und Passagier haben dabei den Tod gefunden. Käppeli und seine Partnerin befanden sich offenbar in geschäftlichen Angelegenheiten auf einem Flug von Zürich nach Hamburg.

Bestürzung in Wohlen

In Wohlen machten schnell Gerüchte die Runde, beim in den Bodensee abgestürzten Piloten handle es sich um den Unternehmer Urs Käppeli. Am frühen Dienstagabend wurden diese Gerüchte zur Gewissheit. Die Bestürzung ist bei all jenen Personen gross, die den 74-jährigen näher gekannt haben.

Und davon gibt es viele. Urs Käppeli war in Wohlen bestens bekannt. Nicht nur wegen seinen unternehmerischen Aktivitäten, sondern vor allem auch wegen seines Engagements in politischen Ämtern und Vereinen.

Wohlen trauert um tödlich verunglückten Piloten

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Ein Tag nach dem tragischen Kleinflugzeug-Absturz, herrscht im Dorf trübe Stimmung. Der Pilot Urs Käppeli war im Freiamt ein bekanntes Gesicht.

Käppeli führte die Firma A. Käppelis Söhne AG, vorerst zusammen mit seinem Cousin Max Käppeli, der sie bis zu seinem Tod im Oktober 1995 als Präsident des Verwaltungsrates leitete. Die Firma, die als Strassenbauunternehmen bekannt geworden war, sich mit der Zeit aber immer stärker auch Hochbau engagierte, wurde ab 1995 von Urs Käppeli alleine geführt. 2007, sieben Jahre nach dem 100-Jahr-Jubiläum, wurde das Unternehmen an die Notter-Gruppe verkauft im Sinne einer Nachfolgeregelung.

Engagement für Öffentlichkeit

Urs Käppeli blieb aber unternehmerisch tätig. Bis zu seinem Tod war er VR-Präsident der Auto Käppeli AG in Wohlen, die er in den 90er-Jahren gegründet hatte und war auch in verschiedenen weiteren Firmen aktiv. Urs Käppeli engagierte sich in Wohlen über Jahre in der Öffentlichkeit. Von 1982 bis 2001 war er Mitglied der Schulpflege, ab 1994 deren Präsident. Er war sehr engagiert, schaute für seine Schule und verstand es, wichtige Anliegen durch- und umzusetzen. Mehrmals war er auch Mitglied von Baukommissionen für die Erweiterung der Infrastruktur der stetig wachsenden Schule und konnte dort seine grosse Erfahrung als Unternehmer einbringen.

Urs Käppeli war auch ein leidenschaftlicher Modeleisenbahn-Fan.

Urs Käppeli war auch ein leidenschaftlicher Modeleisenbahn-Fan.

Urs Käppeli war ein Eisenbahnfan und als solcher Gründungsmitglied und langjähriger Präsident des Eisenbahn Amateur-Clubs in Wohlen. Hier engagierte er sich insbesondere tatkräftig beim Aufbau und Unterhalt der grossen Eisenbahn-Modellanlage im eigenen Clubhaus. Mehrere Jahre hat Käppeli zudem die Sektion Freiamt der Offiziersgesellschaft präsidiert.

Bevor Urs Käppeli seine Leidenschaft für die Fliegerei entdeckte, war er ein begeisterter Segler mit Hochseepatent. Freunde erzählen, dass sie mehrmals mit ihm auf den Weltmeeren unterwegs gewesen seien. Auch eine Atlantik-Überquerung habe Käppeli mit einem Segelschiff unternommen.

Nationalmannschaft gecoacht

Als Pilot hatte der zielstrebige und ehrgeizige Mann in Aviatik-Kreisen bald einen hervorragenden Ruf. Urs Käppeli engagierte sich im Präzisionsflug, einer Art Orientierungslauf per Flugzeug. Dort avancierte er zum Coach der Schweizer Nationalmannschaft, die er unter anderem an einer Weltmeisterschaft in Argentinien betreute. Er sei als Pilot in der ganzen Welt unterwegs gewesen, erzählen seine Wegbegleiter. So habe er unter anderem eine Reise nach China unternommen.

Käppeli hat als geselliger Mensch das Zusammensein mit Freunden stets geliebt und gerne ein Fest gefeiert. Gelegenheit dazu gehabt hätte er am 19. August in Villmergen. Die Notter-Gruppe weiht dort ihr neues Asphalt-Mischwerk ein, als Ersatz für jenes in Bremgarten, das er einst noch mit realisierte.

Urs Käppeli hatte sich für diesen Anlass angemeldet und sehr darauf gefreut. Er wird allen fehlen.

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Die Polizei geht von zwei Toten aus. Laut Augenzeugen fiel die Maschine fast senkrecht in den See. Die Piper war von Zürich nach Hamburg unterwegs.