Wohlen
Thomas Burkard kandidiert als Vizeammann: Bekommt Wohlen eine links-grüne Regierung?

Mit Schulzentrum Halde und Dreifachturnhalle Hofmatten wurden im vergangenen Jahr gleich zwei für Wohlen riesige Projekte, die Gemeinderat Thomas Burkard vertrat, vom Volk genehmigt. Und das mit wehenden Fahnen. Daraus schliesst der Grüne-Politiker, dass er nicht nur von seiner Partei getragen wird. Jetzt kandidiert er als Vizeammann.

Andrea Weibel
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Thomas Burkard, Grüne Wohlen, kandidiert erneut als Gemeinderat und zusätzlich als Vizeammann.

Thomas Burkard, Grüne Wohlen, kandidiert erneut als Gemeinderat und zusätzlich als Vizeammann.

zvg

«Zuallererst finde ich, Wohlen sollte eine Auswahl haben», erklärt Thomas Burkard, nachdem er seine Kandidatur als Wohler Vizeammann bekannt gegeben hat. Denn bis anhin kandidierte einzig der bisherige Vizeammann Roland Vogt (SVP) erneut für das Amt.

Burkard, der 64-jährige zweifache Vater und Naturschützer, ist seit vier Jahren im Wohler Gemeinderat. Als Vorsteher des Ressorts Liegenschaften und Anlagen kennen ihn im Strohdorf, wo er aufgewachsen ist, insbesondere seit den vergangenen Monaten viele.

Denn die beiden Grossprojekte Schulzentrum Halde und davor Doppel-Dreifachturnhalle Hofmatten, die er in der Öffentlichkeit im Namen des Gemeinderats vertrat, boten viel Gesprächsstoff. Und sie wurden beide vom Volk überragend angenommen. «Das zeigt mir, dass ich nicht nur von den Grünen getragen werde, sondern auch von sehr vielen Leuten aus dem gesamten politischen Spektrum.»

Er steht für ein «offenes, zukunftsgerichtetes Wohlen»

Das wiederum liess ihn den Mut fassen, nun als Vizeammann zu kandidieren. Würde er gewählt, bekäme Wohlen ein links-grünes Führungsgespann, denn Ammann Arsène Perroud gehört der SP an. Bildet das Wohlen ab? «Ja», sagt Burkard selbstbewusst. «Wir sind sowieso auf dem Weg hin zu mehr Ökologie und Nachhaltigkeit. Abgesehen davon ist Wohlen eine Zentrumsgemeinde mit kleinstädtischem Charakter.» Er betont:

«Ich sehe mich als sehr weltoffen und kann so für ein offenes, zukunftsgerichtetes Wohlen einstehen.»

Ausserdem hält er fest, dass das Amt des Vizeammanns eher ein Ehrenamt sei. «Man vertritt den Gemeindeammann und repräsentiert die Gemeinde. Ansonsten hat man nicht mehr Gewicht im Rat als die anderen Gemeinderäte. Aber man muss eben auch gut kommunizieren können. Dass ich das kann, habe ich in den vergangenen grossen Abstimmungen gezeigt.»

Im Gemeinderat hat er mindestens noch ein grosses Ziel

Dass er 64 Jahre alt ist, könnte man als Handicap ansehen, ist Burkard bewusst. «Aber ich habe viel Erfahrung in der Politik und bin noch absolut fit.» Nach acht Jahren im Einwohnerrat und bisher vier im Gemeinderat könnte sich der Sohn von Theo Burkard, dem ersten Präsidenten des Wohler Einwohnerrates, dennoch vorstellen, dass die kommende auch seine letzte Amtsperiode sein könnte. Eines wolle er aber unbedingt noch erledigen, bevor er sein Amt weitergebe:

«Wir müssen die Erhöhung der Gemeinderatsbesoldung vorantreiben.»

Als Verantwortlicher Liegenschaften und Anlagen habe er ein 25-Prozent-Pensum. In den letzten Jahren habe er aber gut 60 Prozent für die Gemeinde gearbeitet. So musste der ausgebildete Bezirksschullehrer und Altphilologe 2019 seine Stelle als Leiter Informatik und Aufsicht bei der Stiftung Reusstal aufgeben, weil sie zeitlich nicht mehr mit dem Gemeinderatsamt vereinbar war. «Und bald müssen wir auch noch die Aufgaben der Schulpflege übernehmen. Unseren Nachfolgern können wir solche unbezahlten Pensen nicht mehr zumuten.»

Er habe sich nicht mit seinen Amtskollegen über seine Kandidatur für das Vizeammannamt besprochen. Darum sei er gespannt, ob es noch andere Kandidaten geben werde. Auf jeden Fall freue er sich auf den Wahlkampf. «Ich gehe in die Offensive und bin gespannt, ob ich den Sitz erhalte.»