Wohlen
Sprengkandidatin: Die FDP greift mit Denise Strasser einen Gemeinderatssitz an

Die FDP Wohlen will mit Einwohnerrätin Denise Strasser (40) die Rückkehr in den Gemeinderat schaffen. Die Betriebsökonomin tritt im Herbst als Kandidatin zu den Erneuerungswahlen an.

Marc Ribolla
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Denise Strasser tritt für die FDP Wohlen als Gemeinderatskandidatin an.

Denise Strasser tritt für die FDP Wohlen als Gemeinderatskandidatin an.

Bild: zvg

Seit der Abwahl von Bruno Breitschmid bei den vergangenen Wahlen im Herbst 2017 ist die FDP Wohlen nicht mehr im fünfköpfigen Gemeinderat vertreten. Für die nächste Legislatur soll sich dies wieder ändern. Die FDP lanciert – wie zu erwarten war – eine eigene Kandidatur.

Den verlorenen Sitz nimmt die Partei mit der heutigen Einwohnerrätin Denise Strasser ins Visier. Die 40-Jährige ist ihr ganzes Leben in Wohlen verwurzelt und auch Ortsbürgerin. «Mit ihrer Wahl wären die Ortsbürger seit Jahren wieder im Gemeinderat vertreten», erklärt die FDP in einer Mitteilung.

Die Partei stelle in der laufenden Legislatur fest, dass im Gemeinderat wichtige betriebswirtschaftliche Kompetenzen fehlen. Mit Denise Strasser würden diese dem neuen Gemeinderat zur Verfügung stehen, so die FDP.

Tätigkeit in einem Aargauer KMU

Die nominierte Kandidatin ist diplomierte Betriebsökonomin HF und arbeitet aktuell als Leiterin Finanzen / Human Resources in einem Aargauer KMU. Denise Strasser kenne die Herausforderungen, Sorgen und Ängste der Unternehmer deshalb aus eigener Erfahrung, streicht ihre Partei ihre Stärken heraus. Und weiter:

«Sie weiss daher, dass das Geld zuerst verdient werden muss, bevor es ausgegeben wird. Die heutigen Gemeinderäte sind mehrheitlich Staatsangestellte.»

Als Mitglied im Einwohnerrat und der Liegenschaftskommission falle sie durch ihre Dossierkenntnisse und sachlichen Voten auf.

Mit der FDP-Kandidatur Strassers, die Mutter von zwei jungen Erwachsenen ist, wird sich der Wahlkampf im Herbst zuspitzen. Schon bekannt sind die Kandidaturen von Arsène Perroud (SP, bisher, Ammann), Laura Pascolin (SP), Roland Vogt (SVP, bisher, Vizeammann), Roland Büchi (SVP), Ariane Gregor (Mitte, bisher) und Paul Huwiler (Mitte, bisher). Mit grosser Wahrscheinlichkeit tritt auch Thomas Burkard (Grüne, bisher) wieder an. Acht Personen für fünf Sitze werden dem Bürger eine breite Auswahl bieten.

Noch abwarten mit dem Kreiselbau?

Anfrage an den Wohler Gemeinderat betreffend Verkehr

Die Verkehrsproblematik im Zentrum von Wohlen hat sich in den vergangenen Jahren in den Spitzenzeiten zugespitzt. Nun gelangt FDP-Einwohnerrätin Denise Strasser mit einer Anfrage an den Gemeinderat. Es geht dabei um den bevorstehenden Kreiselbau an der Kreuzung Aargauer-/Zentralstrasse ab September, der knapp acht Wochen dauern soll und auf der Umleitung der aktuellen Baustelle der Nutzenbachstrasse liegt.

Strasser hegt Bedenken bezüglich einer weiteren Stausituation im Wohler Zentrum. Sie fragt deshalb: «Wäre es nicht sinnvoller, mit dem Kreiselbau zu warten, bis die Baustelle Nutzenbachstrasse komplett fertig ist? Auch wenn die Nutzenbachstrasse einseitig wieder befahrbar sein sollte, wird sich die Verkehrssituation im Zentrum nur gering verbessern.»

Ausserdem möchte die Einwohnerrätin vom Gemeinderat in anderem Zusammenhang wissen, ob es bei der Gemeinde Wohlen auch ein E-Mobilitätskonzept gibt. Strasser fragt: «Werden bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen priorisiert alternative Antriebe geprüft?»

Sie verweist dabei auf den Verwaltungsrat der regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, der in seiner Flottenpolitik beschlossen hat, in Zukunft alle Stadtbuslinien im Verbund elektrisch zu betreiben.