Wohlen

Wohlen soll wieder einen Kinderarzt bekommen: «Diese Unterversorgung kann nicht hingenommen werden»

Wohlen – die viertgrösste Aargauer Gemeinde – soll wieder einen Kinderarzt erhalten (Symbolbild)

Wohlen – die viertgrösste Aargauer Gemeinde – soll wieder einen Kinderarzt erhalten (Symbolbild)

Grossrat Harry Lütolf (CVP) reichte in der Gemeinde und im Kanton Motionen ein, um Wohler Eltern zu helfen.

Wohlen, die bekanntlich viertgrösste Gemeinde des Kantons, hat keine Kinderärztin und keinen Kinderarzt mehr. Die nächsten Praxen liegen in Berikon, Muri und Meisterschwanden, die nächsten Spitäler mit Kinderkliniken in Baden und Aarau.

Und das, obwohl in Wohlen 2510 Kinder im Alter zwischen 0 und 14 Jahren leben, in den Gemeinden der näheren Umgebung sind es nochmals 4692 Kinder im selben Alter (Statistik Aargau, Stand: 30. Juni 2019).

CVP-Einwohnerrat und Grossrat Harry Lütolf wehrt sich nun mit je einer Motion pro Rat gegen diesen Missstand. Er findet sowohl die Gemeinde Wohlen als auch der Kanton müssen etwas gegen diese Situation unternehmen. Denn er schreibt: «Diese offenkundige Unterversorgung bei einem medizinischen Bedarf in Wohlen und Umgebung kann nicht hingenommen werden.»

Gemeinde soll Räume zur Verfügung stellen

Als Erstes soll laut Lütolf die Gemeinde tätig werden: «Der Gemeinderat wird beauftragt, für die Eröffnung einer Kinderarztpraxis in Wohlen geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen oder auf die Vermittlung solcher Räumlichkeiten hinzuwirken», heisst es in seiner Motion an den Gemeinderat, die er am 19.Februar eingereicht hat.

Denn: «Gemäss Paragraf 41 der Kantonsverfassung treffen die Gemeinden im Zusammenwirken mit dem Kanton und Privaten Vorkehrungen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit», hält Lütolf fest. Würde die Gemeinde geeignete Räume zur Verfügung stellen, würde für ausgebildete Kinderärztinnen und Kinderärzte ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, in Wohlen eine Praxis zu eröffnen, «zumal eine geeignete Infrastruktur ein Problem zu sein scheint».

Die Konditionen und Art der Vermittlung durch die Gemeinde lässt Lütolf offen.

Kanton soll die Ärzte finanziell unterstützen

Vom Kanton hingegen erwartet Harry Lütolf, dass er den Kinderärztinnen und Kinderärzten finanziell unter die Arme greift. «Die Neueröffnung einer Kinderarztpraxis oder auch die Übernahme einer solchen kann rasch mehrere hunderttausend Franken veranschlagen.»

Und: «Die wenigsten Mediziner verfügen über grosse Ersparnisse, wenn sie sich mit gut 30 Jahren selbstständig machen wollen.»

Der Kanton soll mit einer Anstossfinanzierung helfen. Damit «soll zusätzlich einer ausgewiesenen Unterversorgung in Wohlen und allenfalls auch in anderen aargauischen Regionen entgegengewirkt werden», so der Motionär.

Dadurch könne auch bei Finanzierungsengpässen ein Anreiz für die Kinderärzte geschaffen werden, in Wohlen eine Praxis zu eröffnen, schreibt Lütolf in seiner Motion an den Grossen Rat vom 3.März.

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