Jugendprojekt

Wohlen soll sauberer werden

«Verrumet öiche Dräck!», fordern die Jugendlichen in ihrem Projekt. aw

«Verrumet öiche Dräck!», fordern die Jugendlichen in ihrem Projekt. aw

Das Jugendprojekt «Wir räumen auf» hat im vollen Casino seine Filmpremiere gefeiert. Die Jugendlichen wollen das Abfallproblem in Wohlen angehen und fordern die Eltern auf, für ihre Kinder ein gutes Vorbild zu sein.

«Verrumet öiche Dräck!» Das war die Botschaft, welche die Wohler Jugendlichen, die sich freiwillig am Projekt «Wir räumen auf» beteiligt haben, ihren Altersgenossen, aber auch allen anderen Leuten, egal wie alt sie sind, mitgeben wollen. Eine 1.Sekundarklasse hat gar einen Rap dazu geschrieben und diesen am Mittwoch live auf der Bühne im vollen Casino-Saal vorgetragen.

«Nach drei Tagen gäbe es Krieg»

Sehr viele Schüler, aber auch Politiker und andere Interessierte waren gespannt auf die Filmpremiere, die sie ins Casino gelockt hatte. Elf Jugendliche haben am Workshop für junge Videojournalisten (siehe Kontext) von Peopletalk teilgenommen und anschliessend in Wohlen Passanten, Politiker und Bauamtsmitarbeiter zum Thema Littering befragt.

Dabei haben sie vor allem zwei Dinge erfahren: Einerseits wird in Wohlen tatsächlich sehr viel Abfall achtlos auf die Strasse geworfen. «Würden wir drei Tage lang nicht aufräumen, gäbe es Krieg im Dorf», bestätigt Werkhofmitarbeiter Ruedi Schrag im Film, der sein 100-Prozent-Pensum mit beinahe nichts anderem als Abfallsammeln ausfüllt.

Littering ist kein Jugendproblem

Andererseits ist Littering aber nicht nur ein Jugendproblem, wie die Jugendlichen herausgefunden haben. Das machten Bauamt und Regionalpolizei deutlich, denn die liegen gelassenen Dosen und Schachteln seien nur ein Teil des Problems. Bei Erwachsenen sei es eher so, dass sie ihren ganzen Hausmüll illegal irgendwo deponierten, statt ihn mit gebührenpflichtigen Wohler Abfallsäcken richtig zu entsorgen.

Was tun gegen Littering?

Die Jugendlichen fanden aber nicht nur heraus, dass in Wohlen ein Littering-Problem besteht, sondern wollten auch wissen, was man dagegen tun könnte. «Kinder müssen von ihren Eltern lernen, dafür müssen die ein gutes Vorbild sein», fand ein Junge. Dem stimmte Jean-Pierre Gallati (SVP) zu. Andere Passanten fanden, es brauche mehr Abfalleimer. Im Film zitierte Studien bestätigten aber, dass das nichts nütze. Ausserdem habe Wohlen mit 90 Abfalleimern und 47 Robidogs genügend Entsorgungsmöglichkeiten.

Viele Befragte fanden, man müsse die Leute immer wieder auf das Pro-blem aufmerksam machen. «Wie mit dieser Filmaktion», konstatierte eine Passantin lobend. Benno Kohli (FDP) gab jedoch zu bedenken: «Was die Leute im täglichen Leben machen, ist meist nicht deckungsgleich mit dem, was sie theoretisch wüssten.»

Die Jugendlichen liessen jedoch nicht locker und wollten insbesondere von den Politikern wissen, was sie persönlich gegen Littering unternehmen. Walter Dubler erklärte, er lese Abfall auf, der auf der Strasse liege, und werfe ihn in einen Abfalleimer. In Gallatis Nachbarschaft gebe es selten Littering-Probleme. Ob er selber dazu beitrage? «Nein, ich nicht, das macht meine Frau», sagte er. Trotz des ernsten Themas regte der Film immer wieder zum Schmunzeln an.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1