Wohlen
So fährt man in einem Kreisel richtig: Pro Velo und die Polizei instruierten Schüler und Autofahrer mit der Aktion «Roter Teppich»

Wie man möglichst gefahrlos durch einen Kreisverkehr fährt, ist nicht für alle Verkehrsteilnehmer sonnenklar. Pro Velo Wohlen hat deshalb erstmals die Aktion «Roter Teppich» durchgeführt – während der Morgenstosszeit am Basch-Kreisel.

Marc Ribolla
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Diese zwei Schüler fahren korrekt durch den Basch-Kreisel: In der Mitte der Fahrbahn und mit Handzeichen beim Verlassen des Kreisels.

Diese zwei Schüler fahren korrekt durch den Basch-Kreisel: In der Mitte der Fahrbahn und mit Handzeichen beim Verlassen des Kreisels.

Marc Ribolla

Mittwochmorgen, kurz vor 7 Uhr: Schon beim Einbiegen auf den Vorplatz bei der Basch-Tankstelle in Wohlen stellen die Automobilisten fest: Dies ist kein gewöhnlicher Morgen. Ein halbes Dutzend Personen mit Leuchtwesten verteilt sich gerade bei der Tankstelle und daneben beim Kreisel, wo sich die Büttikerstrasse mit der Farnstrasse kreuzt.

«Grüezi, darf ich Sie etwas fragen? Wir sind von Pro Velo und machen heute eine Aktion. Wissen Sie, wie man als Velofahrer korrekt durch einen Kreisel fährt? Oder als Autofahrer?», wird ein Lenker angesprochen, als er auf dem Weg zum Tankstellenshop ist. Die freiwillige Pro-Velo-Helferin erklärt ihm kurz die wichtigsten Merkmale und zeigt ein grafisches Schema.

So fährt man als Velofahrer korrekt durch einen Kreisel.

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Insgesamt stehen an diesem Morgen zwischen 6.45 Uhr und 8.15 Uhr sechs Mitglieder von Pro Velo Wohlen und zwei Regionalpolizisten für die Aktion «Roter Teppich» im Einsatz. Pro-Velo-Wohlen-Präsident Guido Meienhofer erklärt: «Der rote Teppich ist sinnbildlich gemeint für die teilweise so markierten Velostreifen, wo die Velofahrer Vortritt haben.»

Guido Meienhofer (Präsident Pro Velo Wohlen).

Guido Meienhofer (Präsident Pro Velo Wohlen).

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Ziel sei es, die Oberstufenschüler aus Büttikon und Uezwil, deren Schulweg an dieser Strecke liegt, für das richtige Befahren des Kreisels zu sensibilisieren. Doch wie verhält man sich überhaupt richtig?

Gerade für ältere Verkehrsteilnehmer ohne spätere Weiterbildung ist dies oft unklar, da Kreisel in der Schweiz erst seit den 1980er-Jahren gebaut wurden. Meienhofer erläutert:

«Vor der Einfahrt einen Blick zurück werfen, allenfalls ein Handzeichen geben und in der Mitte einspuren. Dann in der Mitte der Fahrbahn um den Kreisel fahren und vor dem Abbiegen wieder ein Handzeichen setzen.»

Fast wichtiger fände er aber das konsequente Zurückschauen. Als Velofahrer habe man den besseren Überblick als im Auto.

Verkehrsinstruktor ist zufrieden mit dem Fahrverhalten der Schüler

Die Jugendlichen wie auch die Autolenker reagieren an den verschiedenen Stellen positiv auf die Informationen, die sie erhalten. Wachtmeister Patrick Härri von der Regionalpolizei Wohlen hat sich ausgangs Kreisel beim Werkhof postiert und pickt Autos heraus. Er erklärt: «Wir sagen den Leuten, dass wir heute keine Bussen verteilen, sondern möchten sie aufs Fahren im Kreisel hinweisen. Also präventiv statt repressiv handeln.»

Die Regionalpolizei Wohlen instruierte auch einen Teil der Autolenker.

Die Regionalpolizei Wohlen instruierte auch einen Teil der Autolenker.

Marc Ribolla

Härri spricht vor allem jenen ins Gewissen, die beim Verlassen des Kreisels nicht blinken, was normalerweise eine Busse von 100 Franken absetzt. Zusammen mit ihm ist auch sein Repol-Kollege Claudio Gygax vor Ort. Er ist Verkehrsinstruktor und äussert sich sehr zufrieden über das Velofahrverhalten der Schüler. «Es ist schön, dass man sieht, dass die Kinder das Gelernte aus dem Verkehrskundeunterricht auch praktisch richtig anwenden», sagt Gygax.

Als kleines Dankeschön erhielten alle, die sich für das kurze Gespräch auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit Zeit nahmen, entweder ein kleines Duftbäumchen fürs Auto oder als Velofahrer ein leuchtendes Klappband für den Arm.

Bei der Basch-Tankstelle sprachen die Pro-Velo-Mitglieder Automobilisten und Schüler an.

Bei der Basch-Tankstelle sprachen die Pro-Velo-Mitglieder Automobilisten und Schüler an.

Marc Ribolla

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