Kommentar
So ein Arbeitsort macht auf Dauer krank – aber die Verwaltung muss weiterhin warten

Die Wohler lehnten die beiden Anträge ab, durch die die engen Platzverhältnisse im Gemeindehaus Wohlen zumindest kurzfristig etwas hätten verbessert werden sollen. Nun muss sich der Gemeinderat beeilen, einen Plan B zu finden.

Andrea Weibel
Andrea Weibel
Drucken
Teilen
Gemeindehaus Wohlen AG

Gemeindehaus Wohlen AG

Marc Ribolla

Viele Pendenzen werden derzeit in Wohlen abgearbeitet. Dabei schwimmt die Gemeinde bekanntlich nicht im Geld. Allein das Schulzentrum Halde kostet 56 Millionen Franken – es ist das teuerste Projekt, das Wohlen je gebaut hat. Da ist es verständlich, dass andere Aufgaben, die ebenfalls viel kosten, warten müssen.

Ausser, man versucht, einen Kompromiss zu finden. Man versucht, nicht gleich das ganze Gemeindehaus neu zu bauen oder von Grund auf zu sanieren, was eigentlich nötig wäre. Sondern erst einmal mit den nötigsten Sanierungen durchzukommen und das Personal zu entlasten.

Klingt vernünftig? Die Wohler Bevölkerung sieht das anders. Sie folgte dem Referendum von Mitte und SVP, die statt Pflästerlipolitik ein Gesamtkonzept verlangten. Doch was wäre gewesen, wenn der Gemeinderat statt des kleinen Sanierungspäcklis gleich eine Gesamtsanierung vorgeschlagen hätte?

Die SVP wäre die erste Partei gewesen, die lamentiert hätte, das sei viel zu teuer, man sollte doch erst das Nötigste machen. Manchmal ist es schwierig, Politik zu verstehen. Doch das ist nun vorbei, der Gemeinderat muss einen Plan B suchen. Am besten rasch. Denn ein so beengender Arbeitsort wie das Gemeindehaus Wohlen macht auf Dauer krank.

Aktuelle Nachrichten