Wohlen
Referendum angenommen: Das Gemeindehaus darf vorerst nicht umgebaut werden

Das sind deutliche Zahlen: Mit 67 und 58 Prozent hat die Wohler Stimmbevölkerung beide Vorlagen abgelehnt, mit denen der Gemeinderat die engen Platzverhältnisse im Gemeindehaus kurzfristig verbessern wollte. Das Betreibungsamt darf nicht ausgelagert werden. Und das Gemeindehaus wird kurzfristig nicht saniert.

Andrea Weibel
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Das Gemeindehaus Wohlen wird vorläufig nicht saniert werden.

Das Gemeindehaus Wohlen wird vorläufig nicht saniert werden.

Marc Ribolla (10.7.2020)

«Der Gemeinderat bedauert den Entscheid», heisst es aus dem Wohler Gemeindehaus. Dort muss man weiterhin auf sehr engem Platz arbeiten. Denn die beiden Anträge auf Verbesserung dieser Zustände wurden zwar im April vom Einwohnerrat mit 21:18-Stimmen angenommen. Das Referendum der beiden Ortsparteien SVP und Mitte wurde nun aber deutlich angenommen.

Einerseits hätte das Gemeindehaus für rund 270'000 Franken umgebaut werden sollen. Dies wurde mit 2286 Nein- gegen 1658 Ja-Stimmen deutlich abgelehnt. Andererseits hätte das Betreibungsamt für rund zehn Jahre an die Bahnhofstrasse ins Gebäude der Migros zügeln sollen, um im Gemeindehaus den anderen Abteilungen mehr Platz zu geben. Dies lehnten die Wohlerinnen und Wohler mit 2630 Nein- gegen 1293 Ja-Stimmen ab.

«Gemeinderat wird nun eine neue Lösung erarbeiten»

In einer Mitteilung schreibt der Gemeinderat: «Die von der Mehrheit des Einwohnerrats befürwortete Auslagerung des Betreibungsamts hätte die dringendsten Platzprobleme im Gemeindehaus gelöst.» Der günstige Mietzins, die optimale Lage und die klare Strategie des Gemeinderats betreffend des Gemeindehauses hätten wohl zu wenig überzeugt, bedauert er. «Der Gemeinderat wird nun eine neue Lösung für die Problematik erarbeiten, um die dringendsten Platzprobleme zu lösen und die nötige Zeit für die Erarbeitung der Erweiterungs- und Sanierungsprojekts des Gemeindehauses zu erhalten.»

Das Referendumskomitee freute sich hingegen sehr über die deutliche Annahme ihrer Zwillingsreferenden: «Für das Referendumskomitee der beiden bürgerlichen Parteien war von Anfang an klar, wenn eigene Gebäude zur Verfügung stehen, dürfen keine zusätzlichen Räume zugemietet werden. Zur Freude des Referendumskomitees sieht es das Wohler Stimmvolk genau gleich.

Zur Freude des Referendumskomitees sieht es das Wohler Stimmvolk genau gleich. Unter der Prämisse, dass mit den Wohler Finanzen, insbesondere mit unseren Steuergeldern sorgfältig umgegangen werden muss, wurde unseren Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dies aufgezeigt», heisst es in deren Stellungnahme. Sie fordern, dass gemeindeeigene Liegenschaften unterhalten, renoviert und für den eigenen Bedarf hergerichtet werden sollen, statt zusätzliche Räume anzumieten.

«Das konzeptlose Vorgehen und das fehlende unternehmerische Denken des Gemeinderates sind ebenfalls Gründe, warum dem Ansinnen des Gemeinderates eine Abfuhr erteilt wurde», ist sich das Komitee aus Mitte und SVP sicher.

Nun wird sich der Gemeinderat eine neue Lösung einfallen lassen müssen. «Wir werden an der nächsten Sitzung darüber beraten. Der Raumbedarf ist dringend, wir müssen etwas tun», sagt Gemeindeammann Arsène Perroud auf Anfrage. «Vorerst nehmen wir das Resultat aber zur Kenntnis», fügt er hinzu.

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