Fall Wellington
Wohlen-Präsident Wyder: «Habe wahrheitsgemäss ausgesagt»

Mehr als 24 Stunden wurde FC-Wohlen-Präsident Andreas Wyder von der Staatsanwaltschaft festgehalten. Wyder verbrachte eine Nacht im Gefängnis und wurde zum Vorwurf befragt, der Club habe für Ex-Spieler Wellington einen fingierten Vertrag ausgestellt.

Fabian Hägler
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Andreas Wyder, Präsident des FC Wohlen, verbrachte im Fall Wellington eine Nacht in Untersuchungshaft.

Andreas Wyder, Präsident des FC Wohlen, verbrachte im Fall Wellington eine Nacht in Untersuchungshaft.

Foto Wagner

In ungewohnter Umgebung verbrachte Andreas Wyder die Nacht von Dienstag auf Mittwoch: Der Präsident des FC Wohlen übernachtete in einer Zelle. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hatte Wyder am Dienstagabend festnehmen und zur Befragung im Fall Wellington nach Baden bringen lassen.

Erst nach mehr als 24 Stunden wurde Wyder am Mittwochabend wieder auf freien Fuss gesetzt. Auch der brasilianische Fussballer Wellington, der vom FC Wohlen zwei Verträge mit unterschiedlichen Lohnsummen erhielt, verbrachte am Dienstag einige Stunden in Untersuchungshaft.

Unabhängige Befragung

Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken erklärte gegenüber dem Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio SRF: «Die Verhaftungen wurden vorgenommen, um die beiden Hauptprotagonisten unabhängig voneinander zum Fall zu befragen und herauszufinden, wer aus welchem Grund zwei verschiedene Verträge unterzeichnet hat.»

Man habe Wellington und Wyder einzeln befragt und dann mit den Aussagen des anderen konfrontiert, um so herauszufinden, wo sich Widersprüche ergeben.»

Andreas Wyder findet, die Verhaftung am Dienstagabend und die 24-stündige Untersuchungshaft wären nicht nötig gewesen: «Ich war jederzeit erreichbar und stand für die Staatsanwalt zur Verfügung, ein Aufgebot zur Befragung am Mittwochmorgen hätte gereicht.» Auf die Frage, ob eine Nacht in einer Gefängniszelle bei Vorwürfen wie Urkundenfälschung oder Täuschung der Behörden angemessen sei, sagte von Däniken: «Eine solche Befragung dauert eben eine gewisse Zeit.»

Wyder: Kein Kommentar

Zum konkreten Inhalt der Befragung möchte sich der Wohlen-Präsident nicht äussern. Auch zum Gerücht, die Staatsanwaltschaft habe sämtliche Spielerverträge beim FC Wohlen geprüft und abgesehen vom Fall Wellington keine weiteren Unregelmässigkeiten festgestellt, möchte Wyder keine Stellung nehmen. «Ich habe mich bei der Befragung kooperativ verhalten und wahrheitsgemäss ausgesagt», erklärt Wyder lediglich. Solange das Verfahren laufe, werde sich der FC Wohlen nicht mehr zum Fall Wellington äussern, sagt er.