Der Fall Wellington hat den FC Wohlen in den letzten Wochen durchgeschüttelt. Die Club-Verantwortlichen gingen gegenüber der Öffentlichkeit auf Tauchstation. Man rede mit den Medien nicht mehr, wurde beschieden.

Nun äussert sich René Meier, Verwaltungsratspräsident des FC Wohlen, erstmals seit Wochen zum Fall Wellington – in einem grossen Artikel in der Clubzeitung.

Er bestätigt, dass mit dem Spieler Wellington zwei Arbeitsverträge abgeschlossen worden sind. Dies sei nicht zu entschuldigen und die involvierten Personen als auch der Club müssten die Konsequenzen dafür tragen.

«Jedoch – und dies ist festzuhalten – liegt diesem Sachverhalt ein Geschäftsmodell zugrunde, welches in der finanziell arg gebeutelten Challenge League leider Einzug gehalten hat», schreibt Meier. Er meint damit die Fremdfinanzierung von Spielern durch Drittpersonen. «Es ist ein Geschäftsmodell, das ich stets und mit Nachdruck abgelehnt habe. Wenn ein Club seine Spieler nicht mehr selber bezahlen kann, dann ist es entweder der falsche Spieler oder der falsche Verein für den richtigen Spieler», so Meier weiter.

Im Fall des Spielers Wellington habe der Club diesen Grundsatz erstmals nicht befolgt. «Es war bis heute der einzige Fall, in welchem ein Spieler des FC Wohlen teils fremdfinanziert worden ist.»

Hart ins Gericht geht Meier Jean-Pierre Gallati, der Wellington anwaltschaftlich vertrat. Dieser habe vor allem heisse Luft verbreitet – vor allem aus Eigennutz. «Dass diese viele heisse Luft dazu reichen wird, um seine politischen Ambitionen in angestrebtem Ausmass umsetzen zu können, wage ich zu bezweifeln!», schreibt Meier. «Es ist sicher nicht ein Anflug von Sozialkompetenz, die Gallati befallen hat. Nein, das ist es sicher nicht!»

Meier kritisiert auch das Vorgehen der Behörden. Die Beamten im Bezirksgebäude Baden hätten Vereinspräsident Andy Wyder aufgefordert, sich nackt auszuziehen. «Das muss wohl so sein, so sind wohl die Vorschriften und Gepflogenheiten in einer Untersuchungshaft. Menschenunwürdig sind sie allemal und im Fall unseres Andy Wyder ganz besonders – Vorschriften hin oder her!» (rsn)

Fall Wellington: Fiktive Verträge beim FC Wohlen

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