Ökologie

Wohlen möchte zur Solar City werden

Wohlen hat bereits heute einen Anteil von 8% an erneuerbaren Energien im Strommix – möglich ist das unter anderem dank vieler Solaranlagen. Chris Iseli/Archiv

Wohlen hat bereits heute einen Anteil von 8% an erneuerbaren Energien im Strommix – möglich ist das unter anderem dank vieler Solaranlagen. Chris Iseli/Archiv

Vor zwei Jahren präsentierte die Gemeinde Wohlen ihre Eigentümerstrategie für die IBW. Nun wurde sie überarbeitet. Die IBW soll ökologische Ziele verfolgen.

Vor zwei Jahren präsentierte die Gemeinde Wohlen ihre Eigentümerstrategie für die IBW. Konkret ist in diesem Papier festgesetzt, in welche Richtung sich das Unternehmen, das Wohlen mit Strom, Erdgas und Trinkwasser versorgt, entwickeln soll. Nun präsentieren IBW und Gemeinderat eine überarbeitete Fassung – viele der Ziele wurden konkretisiert. Wichtigste Neuerung sind die Projekte, mit deren Unterstützung Wohlen zur «Solar City» werden will.

Berücksichtigung von Wachstum

Die IB Wohlen soll dazu, nebst einer «sicheren und preiswerten Versorgung» ökologische Ziele verfolgen. Dazu zählt auch die Schaffung einer Indikatorenbasis für Energie- und Ökobilanzen auf dem gesamten Gemeindegebiet. Dies ist unter anderem nötig, weil der durchschnittliche Stromverbrauch pro Einwohner und Jahr bis 2020 um 3% gegenüber dem Basisjahr 2000 gesenkt werden soll, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung und der klimatischen Verhältnisse. Wie möchte man die Wohlerinnen und Wohler zum Sparen animieren? «Einerseits mit einem Bonus-Malus-System. Andererseits auch durch die neuen Zähler, die momentan schrittweise in den Haushalten installiert werden», erklärt Hanspeter Weisshaupt, Verwaltungsratspräsident der IBW. «Durch die sogenannten Smart Grids können unsere Kunden ihren Verbrauch genauer überprüfen und zum Beispiel messen, wie viel Ersparnis sie haben, wenn sie den Fernseher ganz abschalten, anstatt auf Standby zu stellen.» Damit fördere man das Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit dem Strom.

Den Anteil erneuerbarer Energien im Strommix möchte man von heute 8% auf 20% bis bim Jahr 2020 steigern. «Wohlen ist beim Anteil des Ökostroms heute schon führend im Aargau. Damit wir den Anteil auf 20% steigern können, braucht es einiges, auch an finanziellen Mitteln», erklärt Weisshaupt. Die Gemeinde stelle der IBW auf gemeindeeigenen Bauten gratis Platz für die Installation von Solarpanels zur Verfügung, das sei ebenfalls wichtig.

Als weiteres messbares Ziel ist in der Strategie auch der Ausbau der Nutzung von Solarenergie auf 3 m2 Dachfläche pro Einwohner bis 2020 enthalten. Nebst dieser witterungsabhängigen Produktion sollen auch Wärmekraftkopplungsanlagen gefördert werden. 10 Anlagen sind das Ziel.

Kein gutes Jahr für Dividenden

Auch wirtschaftliche Ziele sind im Strategiepapier definiert. Die Investitionen in die erneuerbaren Energien soll die IBW mehrheitlich aus eigenen Mitteln finanzieren und die Eigenkapitalisierung dürfe mittelfristig 40% nicht unterschreiten. Bei der Pressekonferenz kamen auch die Anliegen des Einwohnerrats zur Sprache. Als alleinige Aktionärin profitiert die Gemeinde von Dividenden, über einen hohen Stromverbrauch dürfte man sich also zumindest kurzfristig freuen. «Dieses Jahr wird in dieser Hinsicht nicht erfreulich ausfallen: Der Frühling war warm und bis jetzt hatten wir ja noch keinen richtigen Winter», erklärte Weishaupt.

In dieser Hinsicht würden sich die Ziele des Einwohnerrats widersprechen, merkte Gemeindeammann Walter Dubler an: «Einerseits möchte man hohe Dividenden, anderseits natürlich auch Energie sparen.»

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