Wohlen

Wohlen: Lehrstellensuche auf Türkisch

Organisatoren: Carmen Berchtold (links, Toolbox), Ahmet Yildirim (Anatolischer Kulturverein Wohlen), Marion Weik (ask! Aarau).  aw

Organisatoren: Carmen Berchtold (links, Toolbox), Ahmet Yildirim (Anatolischer Kulturverein Wohlen), Marion Weik (ask! Aarau). aw

50 Personen nahmen an einem türkisch-deutschen Infoabend teil. Wichtig war, welche Möglichkeiten es gibt, um aus der Real- oder Sekundarschule eine gute Berufsbildung zu erlangen.

Das Schweizer Bildungssystem ist schon für Schweizer nicht ganz verständlich. Viel schwieriger ist es für Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits an den Fachausdrücken scheitern. «Um Jugendarbeitslosigkeit vorzubeugen, ist es aber zentral, dass Jugendliche und Eltern die Wichtigkeit einer Berufslehre oder weiterführenden Schule erkennen», betont ask!-Mitarbeiterin Marion Weik (Leiterin «Erfolgreich unterwegs in die Lehre»).

Zweisprachige Infoabende

Darum hat die Toolbox Freiamt im Herbst mit ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau zusammengearbeitet und Infoabende mit türkischer und albanischer Übersetzung organisiert. Beim ersten war das Echo gering, letzterer musste gar mangels Interesse abgesagt werden.

Dann meldete sich Ahmet Yildirim vom Anatolischen Kulturverein Wohlen bei Carmen Berchtold, Verantwortliche für Infoveranstaltungen des Integrationsprojektes Toolbox. «Ich weiss, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. Darum bat ich um Wiederholung des Infoabends, denn wenn ich Werbung machen würde, kämen sicher mehr, als wenn man nur Flyer unter den Schülern verteilt», erinnert er sich. «Die Leute wollen ihren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen. Aber die Hemmschwelle ist oft gross.»

Er behielt recht: Am Montagabend kamen rund 50 türkische und kurdische Eltern und Kinder in die Junkholzaula zum Infoabend. «Es waren auch Jugendliche dabei, die bereits in einer Lehre sind und sich über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren wollten», freut sich Berchtold.

Aus der Real in die Lehre?

Hauptteil des Abends waren die Referate der ask!-Mitarbeiterinnen Marion Weik und Susanne Meierhofer (ask! Wohlen). Nach ihren Einführungen, die von Dolmetscherin und Kulturvermittlerin Aynur Cigerli übersetzt wurden, kamen viele Fragen aus dem Publikum.

Wichtig war den Zuhörern, zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, um aus der Real- oder Sekundarschule eine gute Berufsbildung zu erlangen. «Wie können ausländische Jugendliche überhaupt eine Lehrstelle finden, wenn sie nicht die gleichen Chancen wie Schweizer haben?», war eine weitere Frage, die diskutiert wurde.

Als Beispiele für gelungene Lehreinstiege berichteten zwei junge Türkinnen über ihre Ausbildungen als Coiffeuse und Elektroplanerin. «Ich glaube, das hat den Zuhörern Mut gemacht und ihnen gezeigt, dass man auch über Umwege wie das 10. Schuljahr ans Berufsziel gelangen kann», so Berchtold. Sie und Marion Weik freuen sich sehr über die Zusammenarbeit von Berufsberatung, Integrationsprojekt und Migrantenverein.

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