Wohlen

Wohlen ist und bleibt die Strohhauptstadt

Susanne Koch mit einer Strohpuppe.

Susanne Koch mit einer Strohpuppe.

Am 6. November schliessen sich Strohflechterinnen aus der ganzen Schweiz zum Verein Stroh-in-Form zusammen. Damit soll die Arbeit der Vereinigung auf mehrere Schultern verteilt werden.

Bereits seit zehn Jahren existiert die Vereinigung Stroh-in-Form. «Nun wollen wir die ganze Arbeit auf mehrere Schultern verteilen und klare Strukturen schaffen», erklärt die Strohflechterin Susanne Koch aus Fischbach-Göslikon. Aus diesem Grund wird die Vereinigung am 6.November in Bremgarten in einen offiziellen Verein überführt.

«Unser Hauptziel ist es ganz einfach, das Handwerk des Strohflechtens nicht aussterben zu lassen», stellt Koch klar, die sich für den Vorstand des Vereins zur Verfügung stellt. Wie die vorangegangene Vereinigung will auch der Verein zweimal jährlich ein Treffen der Strohflechterinnen aus dem ganzen Land arrangieren. «Dann klären wir jeweils Administratives, tauschen uns aber vor allem auch in Workshops aus.» Dabei können die Flechterinnen immer wieder neue Varianten erlernen.

Frauen aus Holland oder den USA

«Wir sind auch mit anderen Ländern vernetzt, denn überall wurde und wird Stroh geflochten», weiss Susanne Koch. So haben auch schon Frauen aus Holland, den USA oder Belgien an den Workshops teilgenommen. «Die neuen Ideen, die sie einbrachten, konnten wir mit unseren bekannten Flechtvarianten verknüpfen, so entstehen noch heute immer andere Muster», ist die 49-Jährige begeistert. «Das Handwerk lebt.»

Sitz des Vereins soll in Wohlen sein - so schlagen es die fünf Frauen, die sich um ein Amt im Vorstand beworben haben, vor. «Das wird vermutlich Opposition geben, denn wir haben lediglich ein Mitglied aus Wohlen», vermutet Koch. «Doch wir finden, der Verein sollte dennoch in Wohlen stationiert sein, denn Wohlen ist und bleibt historisch gesehen einfach die Strohhauptstadt.»

Unter den rund 90 Strohfreunden, die schon der Vereinigung nahe stehen, befindet sich lediglich ein einziger Mann. «Früher war es jedoch so, dass die Strohhutflechterei vor allem Männerarbeit war, das Garnieren war dann Sache der Frauen», weiss Susanne Koch.

An Tochter weitergegeben

Ihre Begeisterung am Strohflechten hat die Fischbach-Göslikerin bereits an ihre 14-jährige Tochter Jacqueline weitergegeben. «Sie macht das nicht sehr oft, aber an die Kurse kommt sie beispielsweise gerne mit.»

Das freut die Mutter sehr, denn «wir wollen das Handwerk natürlich auch an die nächste Generation weitergeben, sonst stirbt es irgendwann aus.» Aus diesem Grund hat Koch auch schon mit Schulklassen gearbeitet. «Ein kleiner Traum oder ein Ziel von mir wäre es, das Strohflechten vielleicht einmal als Nebenfach an einer Schule anbieten zu können», verrät sie. «Vielleicht klappt das irgendwann.» Bis dahin bildet sie sich in ihrem Hobby weiter, macht damit kunstvolle Geschenke und kann auch ab und zu ein schönes Stück verkaufen.

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