Wohlen

Wohlen is(s)t vielfältig: Wie Essen zwischen den Nationen verbindet

Qual der Wahl: Die Auswahl fiel bei «Wohlen is(s)t» gar nicht so leicht.

Qual der Wahl: Die Auswahl fiel bei «Wohlen is(s)t» gar nicht so leicht.

Zum dritten Mal luden verschiedene lokale Organisationen in Wohlen zu einem international gedeckten Tisch.

An der Eingangstür zum Chappelhof erwarteten die Besucher bereits verführerische Essensdüfte. Das liebevoll arrangierte Buffet versprach vielerlei Gaumenfreuden aus unterschiedlichen Ländern. «Das müssen Sie unbedingt probieren», sagte einer der Gäste und wies auf ein appetitlich aussehendes Reisgericht aus dem Iran.

«Wir haben um die 30 Hauptgerichte auf dem Buffet», erklärte Susanne Siebenhaar von der Caritas. «Damit jeder weiss, was es Feines gibt und woher das Gericht kommt, haben wir diese mit Landesfähnchen und Beschriftung versehen.»

Anlass findet bereits zum dritten Mal statt

Schnell hatte sich eine lange Schlange an den Tischen entlang durch den Saal der Kulturbeiz gebildet. Freundlich miteinander plaudernd warteten die Besucher, bis sie ihre Teller füllen konnten. Bei so einer Vielfalt an Köstlichkeiten fiel die Auswahl schwer. Es gab beispielsweise Gerichte aus Mexiko, der Dominikanischen Republik und Sri Lanka, um eine kleine Auswahl zu nennen. Stolz holte der Afghane Abdul Khaleq Yusefi seine Frau Masuma hinzu, um den von ihr gekochten Reis mit Safran und Beeren für ein Foto zu zeigen.

Abdul Khaleq und Masuma Yusefi aus Afghanistan.

Abdul Khaleq und Masuma Yusefi aus Afghanistan.

Die Idee zu «Wohlen is(s)t» hatten Sozialpädagogik-Studentinnen, die im Rahmen ihres Studiums eine Projektarbeit gestalten sollten. Eine von ihnen ist Sara Räber, sie führte aus: «Das war im Mai 2017. Ich war gerade hier in Wohlen als Praktikantin beim Kirchlichen Regionalen Sozialdienst.» Durch ihre Arbeit habe sie mitbekommen, dass vonseiten vieler Migranten durchaus das Bedürfnis bestand, sich besser zu integrieren.

Zusammen mit ihren Studienkolleginnen Noemi Vontobel und Zoe Amiet überlegte sie, wie das zu bewerkstelligen sei. «Uns kam dann der Gedanke, dass Essen dabei helfen könnte.» So sei es zur ersten Veranstaltung «Wohlen is(s)t» gekommen. Aus der Gruppenarbeit entwickelte sich ein fester Anlass. «Es findet jetzt zum dritten Mal statt, das ist schön», stellte Räber fest. Sie und ihre Kolleginnen seien zwar nicht mehr in die Organisation involviert, aber sie seien am Tag selber gerne dabei, um tatkräftig zu helfen.

Wie Essen Verbindung schaffen kann

Das Vorhaben werde vom Kirchlichen Regionalen Sozialdienst, dem Café International, dem Gemeinnützigen Ortsverein, der Pfarrei Wohlen und der Kulturbeiz Chappelhof unterstützt, berichtete Siebenhaar. «Beim ersten Anlass war es ein wenig chaotisch, weil viel mehr Leute kamen, als wir vermutet hatten», erinnerte sich die Caritas-Mitarbeiterin lächelnd. Nun schauen die Damen an der Kasse, dass es im Saal nicht zu voll werde. Während ihr Blick durch den Raum schweifte, erklärte sie: «Wir haben die Tische für 120 Personen eingedeckt, ich tippe, dass mehr als 100 Besucher da sind.»

Essen sei hilfreich, um Begegnungen zwischen den Nationen zu ermöglichen. «Das hier ist eine Wertschätzung für alle Kulturen in der Schweiz», so Siebenhaar, «und dabei können alle gut miteinander ins Gespräch kommen.» Das fröhliche Stimmengewirr und die entspannte Stimmung an den Tischen unterstrichen ihre Aussagen.

«Es gibt so viele unterschiedliche Spezialitäten zum Probieren. Und es ist schön, viele Leute zum Reden zu treffen», antwortete Zozan Ahmed auf die Frage, was ihr an «Wohlen is(s)t» besonders gut gefalle. Nach dem Hauptgang erlebte der kleine Kaffeestand von Brkti Mulubrhan einen Ansturm. Auf einem Gaskocher brühte die Eritreerin von Hand das koffeinhaltige Getränk auf, um es dann in kleinen Porzellantassen zu servieren. Währenddessen bereiten die Helfer den zweiten Teil der kulinarischen Genüsse vor: die Desserts. – Dieser Anlass soll nicht der letzte gewesen sein. Susanne Siebenhaar lud Interessierte herzlich dazu ein, sich für das nächste Jahr schon einmal als teilnehmende Köche anzumelden.

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