Wohlen
Grösste Kombi-Bohrmaschine der Welt: Ferrowohlen baut Parkhaus mit 954 Parkplätzen – was das Projekt kostet

Für ein so grosses Gebäude wie das 21 Meter hohe neue Parkhaus der Ferrowohlen AG reicht ein einfacher Spatenstich nicht. Stattdessen durften die Bauherren mit der grössten Kombi-Bohrmaschine der Welt ein 25 Meter tiefes Loch graben. In zehn Monaten soll der Bau fertig sein.

Andrea Weibel
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Spatenstich für das Parkhaus der Ferrowohlen AG vom 30 Meter hohen Bohrturm betrachtet.

Spatenstich für das Parkhaus der Ferrowohlen AG vom 30 Meter hohen Bohrturm betrachtet.

Andrea Weibel

Ein Parkhaus mit 954 Parkfeldern auf 13 Parklevels in Wohlen? Das klingt völlig überdimensioniert. Doch Kleon Avgoustiniatos, Verwaltungsratspräsident der Bauherrin Ferrowohlen AG, kann versichern, dass bereits rund 900 davon vermietet sind. Und das am Tag des Spatenstichs, also rund zehn Monate, bevor das erste Auto überhaupt die Rampe hinauffahren wird. Er hält fest: «Mein Motto lautete immer, so zu planen, dass kein Plan B nötig ist. Wir bauen nicht einfach so, sondern liefern perfekt angepasste Lösungen.» Man merkt, wie stolz er auf das Gebäude ist, mit dessen Bau am Donnerstag offiziell gestartet wurde.

Markus Birchmeier (CEO und Inhaber Birchmeier Gruppe, links) und Kleon Avgoustiniatos (Verwaltungsratspräsident Ferrowohlen AG) vor der grössten Kombi-Bohrmaschine der Welt, die derzeit Löcher für die Betonpfeiler bohrt.

Markus Birchmeier (CEO und Inhaber Birchmeier Gruppe, links) und Kleon Avgoustiniatos (Verwaltungsratspräsident Ferrowohlen AG) vor der grössten Kombi-Bohrmaschine der Welt, die derzeit Löcher für die Betonpfeiler bohrt.

Andrea Weibel

Die Ferrowohlen AG hat selbst nur 15 Angestellte in Wohlen. «Insgesamt zählen die fünf bei uns eingemieteten Firmen, darunter Digitec-Galaxus und auch international bekannte Grössen, aber rund 1500 Angestellte. Sie arbeiten teilweise in Schichten in unseren grossen Gebäuden», sagt der gebürtige Grieche.

Diese fünf Firmen hätten angetönt, dass mehr Parkplätze erwünscht seien. Avgoustiniatos erklärt:

«Wir wollen auch etwas zurückgeben und sowohl für die eingemieteten Firmen als auch für die Gemeinde Lösungen finden, die Mehrwert bringen.»

Darum hätten sie «die Gemeinde frühzeitig über unser Bauprojekt informiert. Und wir bauen nach hohem Standard».

Die 13 Parklevels werden von 25 Meter tiefen Betonpfosten getragen

Zwei Jahre dauerten die Planung und die Vorarbeiten. Dafür kann es jetzt vorwärtsgehen. Markus Birchmeier, CEO und Inhaber der ausführenden Birchmeier Gruppe, erklärt stolz: «Die zehn Monate Bauzeit sind rekordverdächtig, aber wir werden das schaffen.» Immerhin gilt es, ein 21 Meter hohes Gebäude mit sieben regulären Stockwerken und sechs Zwischengeschossen, also total 13 Parklevels, aufzubauen. Das Gesamtbauvolumen entspricht 13 Mio. Franken, wie die Bauherrin mitteilt.

Kleon Avgoustiniatos (links) und Markus Birchmeier (zweiter von links) winken zum 30 Meter hohen Bohrturm hinauf.

Kleon Avgoustiniatos (links) und Markus Birchmeier (zweiter von links) winken zum 30 Meter hohen Bohrturm hinauf.

Andrea Weibel

Birchmeier erklärt: «Der Boden ist an dieser Stelle sehr sandig und schlecht zu bebauen. Darum wird er derzeit mit Kalk verdichtet.» Weiter führt er aus:

«Zudem bohren wir Löcher, um 25 Meter tief Betonpfähle einzugraben, auf denen die gesamte Fundation dann zu stehen kommen wird.»
Die verschiedenen Baustellen im Ferro-Areal wirken vom 30 Meter hohen Bohrturm aus betrachtet wie ein lebendiges Wimmelbild.

Die verschiedenen Baustellen im Ferro-Areal wirken vom 30 Meter hohen Bohrturm aus betrachtet wie ein lebendiges Wimmelbild.

Andrea Weibel

Zur Feier des Spatenstichs liess die Birchmeier Gruppe die Bauherren selbst ein solches Loch bohren, und zwar mit dem LRB 355, dem grössten Kombi-Bohrgerät der Welt. Avgoustiniatos wollte diese Arbeit lieber den Profis überlassen, darum sagte er lachend: «Wir wollen ja nicht, dass das Parkhaus am Ende herauskommt wie der Turm in Pisa.» Seine beiden Partner übernahmen diese Aufgabe und bedienten unter fachmännischer Anleitung die rund 30 Meter hoch ausgefahrene Maschine.

Die Baustelle für das neue Parkhaus der Ferrowohlen ist in vollem Gang.

Die Baustelle für das neue Parkhaus der Ferrowohlen ist in vollem Gang.

Andrea Weibel

Zahlen zum Parkhaus der Ferrowohlen AG

Für die 954 Parkplätze, die auf 13 Parklevels im 21 Meter hohen Gebäude verteilt werden, wird die Birchmeier Gruppe bis im April 2022 etwa 650 Elemente aus Beton verbauen. Das schwerste davon wiegt rund 25 Tonnen. Diese werden mittels Raupenkran montiert. Der Stahlbau soll rund 650 Tonnen schwer sein. Dazu kommen Kabelkanäle von total 2,9 Kilometern Länge, in denen etwa 88 Kilometer Kabel verlegt werden sollen. Diese wiederum sollen unter anderem 490 Leuchten mit Strom versorgen.

Ferrowohlen macht auch den unmotorisierten Verkehr sicher

Avgoustiniatos ist wichtig zu betonen: «Wir bauen hier ein Parkhaus, das nicht nur von den bei uns eingemieteten Firmen genutzt werden kann, sondern auch von anderen Personen.» Die entstehenden Parkplätze seien nötig, aber: «Wir unterstützen auch die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr. Und zwischen unseren Gebäuden haben wir vom motorisierten Verkehr getrennte Wege geschaffen, die zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett sicher befahren werden können. Das ist uns wichtig, denn es verkehren doch einige Lastwagen bei uns auf dem Gelände.»

Markus Birchmeier (rechts), CEO und Inhaber Birchmeier Gruppe, hat Frank van Aartsen (Projektleiter), Angelos Arvanitis (Leiter Bauabteilung) und Kleon Avgoustiniatosden (Verwaltungsratspräsident) von der Ferrowohlen AG ein Freiämter Präsentkistli überreicht.

Markus Birchmeier (rechts), CEO und Inhaber Birchmeier Gruppe, hat Frank van Aartsen (Projektleiter), Angelos Arvanitis (Leiter Bauabteilung) und Kleon Avgoustiniatosden (Verwaltungsratspräsident) von der Ferrowohlen AG ein Freiämter Präsentkistli überreicht.

Andrea Weibel

Doch auch zu den Lastwagen macht der Verwaltungsratspräsident der Ferrowohlen AG eine wichtige Feststellung: «Die Gemeinde Wohlen gab uns die Auflage, möglichst nicht Firmen anzusiedeln, die allzu viele Lastwagenfahrten benötigen. Auch daran halten wir uns.»